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Zu wenig Wertschätzung

vidaflex und vida präsentierten Studie zur 24-Stunden-Betreuung.

77 Prozent der in Österreich selbständig tätigen 24-Stunden-Betreuungskräfte sind der Ansicht, dass die geleistete Arbeit von den politischen Entscheidungsträgern wenig bzw. gar nicht wertgeschätzt wird. Das hat eine im Auftrag der gewerkschaftlichen Initiative für EPUs und neue Selbständige, vidaflex und der Gewerkschaft vida ergeben. Als belastend empfinden viele Befragte u.a. den Schlafmangel während der Arbeit, seelische Belastungen oder auch schlechte Arbeitsbedingungen.

Forderungen für die BetreuerInnen

Olivia Janisch, stellvertretende vida-Vorsitzende und vida-Bundesfrauenvorsitzende, verwies darauf, dass laut den Studienergebnissen 26 Prozent der Betreuungskräfte – „überwiegend Frauen“ - in ein Angestelltenverhältnis (etwa als Heimhilfe) wechseln wollen. Eine Hürde sind dabei oft die Deutschkenntnisse zum Bestehen der notwendigen Prüfung. Hier braucht es bessere Angebote, fordert Janisch.

„Menschen, die in der Krise in Österreich geblieben sind und unter hohem Druck und enormen Belastungen dafür gesorgt haben, dass die 24-Stunden-Betreuung in Österreich nicht zusammengebrochen ist, haben sich mehr Wertschätzung, eine bessere Bezahlung und Rahmenbedingungen für die Berufsausübung verdient.“

vidaflex-Generalsekretär Christoph Lipinski

Von der Politik wertgeschätzt fühlen sich gerade einmal zehn Prozent der Befragten, wogegen 51 bzw. 44 Prozent der Betreuungskräfte angaben, von den zu betreuenden Personen selbst und deren Angehörigen sehr bzw. eher wertgeschätzt zu werden.
Durchgeführt wurde die Erhebung von Reichmann Research Consulting (RRC). Dazu wurden selbständige 24-Stunden-Betreuungskräfte in 2.275 Online-Interviews befragt. Zu 90 Prozent kamen die Befragten aus Kroatien, Ungarn, Polen, Rumänien und der Slowakei sowie weiteren südosteuropäischen Staaten.

Stark belastende Arbeit

Besonders belastend für die Befragten sind laut der Studie folgende Punkte:

  • Falsche Informationen zur zu betreuenden Person seitens einer Vermittlungsagentur oder von der zu betreuenden Person selbst
  • Zu wenig Schlaf während der Betreuungsarbeit
  • Seelisch belastende Arbeit
  • Schlechte Arbeitsbedingungen im Haushalt der zu betreuenden Person
  • Versuche der betreuten Personen und deren Angehörigen, den Verdienst „zu drücken“
  • Räumliche Distanz zur Familie im Heimatland
  • Zu wenig Rückzugsraum am Arbeitsplatz

Förderungen endlich erhöhen!

Um für die 24-Stunden-Betreuungskräfte eine bessere finanzielle Honorierung zu erreichen, fordern vidaflex und vida eine zusätzliche Erhöhung des Pflegegeldes über die jährliche Indexierung hinaus - etwa durch eine Anpassung an die jährliche Lohnentwicklung in vergleichbaren Betreuungs- und Pflegeberufen in Österreich. Auch eine Erhöhung der Landesförderung der 24-Stunden-Betreuung von derzeit maximal 550 Euro im Monat auf 1.650 Euro ist längst überfällig und könnte den BetreuerInnen mehr Einkommen bzw. den Betreuungsbedürftigen und ihren Angehörigen finanzielle Entlastung bringen.

 

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Der Fachbereich Soziale Dienste in der Gewerkschaft vida vertritt die ArbeitnehmerInnen in den mobilen Betreuungsberufen (Heimhilfe, Essen auf Räder, Besuchsdienst, Reinigungsdienst), MitarbeiterInnen im Rettungs- und Krankentransport, ArbeitnehmerInnen in Heimen und Internaten (in der Systemerhaltung im Bereich Kinder, Jugend, Studenten, Erwachsene und Pflege- sowie Wohn- und stationäre Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen, z. B. Küchenpersonal, KöchInnen, HausarbeiterInnen, HausbetreuerInnen, Pflegehilfen, Kindergartenhelferinnen, Abteilungshilfen, KlubbetreuerInnen, Reinigungspersonal) und ArbeitnehmerInnen in privaten Haushalten. Unser zentrales Anliegen in einem kostenorientierten Dienstleistungsbereich ist die stetige Weiterentwicklung der Arbeits- und Lebensbedingungen unserer Mitglieder. Schließlich sind faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne unabdingbare Voraussetzungen für ein Mehr an Lebensqualität.

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