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Pflegedesaster im Senecura Kirchberg

Personalmangel führt zu groben Verfehlungen!

In die Inkontinenz gedrängt, kein Trinken und unzureichende Medikamentenversorgung – kurz gesagt grobe Verfehlungen: Das soll Alltag für BewohnerInnen im Senecura-Pflegeheim in Kirchberg am Wechsel sein, wie ein von der niederösterreichischen Landesregierung beauftragtes Sachverständigen-Gutachten zeigt und worüber das Nachrichtenmagazin „profil“ berichtet. Für die Gewerkschaft vida ist klar: „Das ist nur ein Symptom eines krankenden Systems“, sagt Sylvia Gassner, Vorsitzende des Fachbereichs Soziale Dienste in der vida. Gemeinsam mit ihren Gewerkschafter-KollegInnen fordert sie dementsprechend seit Jahren eine Pflegereform.

Diese Pflegereform muss neben einer bundesweit einheitlichen Personalberechnungsmethode, die einer modernen Pflege entspricht, auch bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung beinhalten. „Solche Verfehlungen wie in Kirchberg sind sicher nicht auf dem Mist der Beschäftigten gewachsen“, so Gassner, die sich vor die Beschäftigten stellt und sich in den Forderungen der vida bestätigt fühlt.

„Für viele Kolleginnen und Kollegen in den Pflegeheimen ist die Arbeit nicht nur eine Arbeit, sondern sie leisten ihren Dienst hingebungsvoll!

Sylvia Gassner, Vorsitzende vida-Fachbereich Soziale Dienste

In der Gesundheits- und Pflegebranche gehe es längst nicht nur um das Finanzielle, sondern um eine Reihe von Veränderungen - die auch im Bericht zur Taskforce Pflege und der Roadmap Gesundheit 2020 fixiert sind - die die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten verbessern. Eine unzureichende Personalausstattung in Pflegeheimen gefährdet sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Gesundheit der Beschäftigten. „Für viele Kolleginnen und Kollegen in den Pflegeheimen ist die Arbeit nicht nur eine Arbeit, sondern sie leisten ihren Dienst hingebungsvoll. Kein Beschäftigter lässt Bewohnerinnen und Bewohner absichtlich leiden“, kommentiert Gewerkschafterin Gassner die im Profil angeführten Umstände im Senecura-Pflegeheim in Kirchberg am Wechsel, wo BewohnerInnen „systematisch in die Inkontinenz gedrängt“ würden, weil mit ihnen kein Toilettentraining durchgeführt wird, oder Pflegeschäden wie Wundliegegeschwüre an der Tagesordnung stünden – genauso wie ein unprofessionelles Schmerzmanagement, bei dem Medikamente ohne Feststellung der Schmerzintensität einfach verabreicht werden. Den Großteil des Tages würden die Bewohnerinnen und Bewohner beschäftigungslos sich selbst überlassen sein, alles Missstände, die sich auf eine „grob fahrlässige“ Dienstplanorganisation zurückführen lassen, wo selbst das Minimalsoll an Arbeitsstunden von diplomierten KrankenpflegerInnen und PflegeassistInnen nicht eingehalten wird. „Und noch einmal, Schuld ist das System, in dem es an allen Ecken und Enden an Kolleginnen und Kollegen fehlt“, stellt Fachbereichsvorsitzende Sylvia Gassner klar.

Allerspätestens jetzt müssen sich Regierung und Entscheidungsträger in den Ländern angesprochen fühlen, hier umgehend für Verbesserungen zu sorgen. „Auch wenn der beschriebene Fall sicher ein besonders schlimmes Beispiel ist, ist klar, dass es den massiven Personalmangel in der gesamten Branche gibt. Bis zum Jahr 2030 fehlen 76.000 Beschäftigte in diesem Sektor, damit es nicht zu einem Kollaps des Systems kommt. Es bleibt keine Zeit zu verlieren. Es braucht mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld“, so Gassner.

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Über uns

Der Fachbereich Soziale Dienste in der Gewerkschaft vida vertritt die ArbeitnehmerInnen in den mobilen Betreuungsberufen (Heimhilfe, Essen auf Räder, Besuchsdienst, Reinigungsdienst), MitarbeiterInnen im Rettungs- und Krankentransport, ArbeitnehmerInnen in Heimen und Internaten (in der Systemerhaltung im Bereich Kinder, Jugend, Studenten, Erwachsene und Pflege- sowie Wohn- und stationäre Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen, z. B. Küchenpersonal, KöchInnen, HausarbeiterInnen, HausbetreuerInnen, Pflegehilfen, Kindergartenhelferinnen, Abteilungshilfen, KlubbetreuerInnen, Reinigungspersonal) und ArbeitnehmerInnen in privaten Haushalten. Unser zentrales Anliegen in einem kostenorientierten Dienstleistungsbereich ist die stetige Weiterentwicklung der Arbeits- und Lebensbedingungen unserer Mitglieder. Schließlich sind faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne unabdingbare Voraussetzungen für ein Mehr an Lebensqualität.

Fachbereichsvorsitzende: Sylvia Gassner
Fachbereichssekretärin: Michaela Guglberger