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Nach Warnstreik bei Ordensspitäler

Forderung nach „500 Euro gegen die Teuerung“ bleibt aufrecht.

++ Update vom 24.11.2022 ++

Am 24. November 2022 ist die dritte Verhandlungsrunde für den KV Ordensspitäler ergebnislos zu Ende gegangen. Das Angebot der Arbeitgeber ist weiterhin meilenweit von unserer Forderung entfernt. Wir legen es trotzdem - wie beim Warnstreik am 23. November 2022 beschlossen - den Beschäftigten zur Abstimmung vor. Details zur 3. KV-Runde findest du im Flugblatt im Downloadbereich.

In den Vormittagsstunden am 23. November 2022 haben die Beschäftigten der Wiener Ordensspitäler Göttlicher Heiland, Herz-Jesu, Barmherzige Schwestern, Barmherzige Brüder, Speising und St. Josef im Rahmen eines dreistündigen Warnstreiks für einen Teuerungsausgleich protestiert.

„Die Kolleginnen und Kollegen haben zweieinhalb Jahre an vorderster Front gegen das Coronavirus gekämpft. Es kann nicht sein, dass sie jetzt ordentlichen Lohnerhöhungen hinterherlaufen müssen.“

Gerald Mjka, Vorsitzender vida-Fachbereich Gesundheit

Es lag bis zuletzt kein ernstzunehmendes Angebot der Arbeitgeberseite im Rahmen der KV-Verhandlungen auf dem Tisch. „Die Arbeitgeber haben uns keine andere Wahl gelassen, als diesen Warnstreik zu organisieren“, bestätigt Stefan Ferenci, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer.

100-Prozentiger-Auftrag

Die Gewerkschaft vida und die Ärztekammer fühlen sich durch die hohe TeilnehmerInnenanzahl am Warnstreik bestätigt.

„Nahezu 100 Prozent der Beschäftigten haben sich bei einer Befragung in den vergangenen Wochen für einen Streik ausgesprochen. Das war ein Auftrag an uns, dem wir als Arbeitnehmervertreter nachgekommen sind. Die breite Beteiligung am Streik bestätigt uns."

vida-Gewerkschafter Gerald Mjka

Die Arbeitgeber seien sich ihrer Verantwortung gegenüber den MitarbeiterInnen nicht bewusst. „Anders können wir es uns nicht erklären, dass man Einmalzahlungen in Höhe von 50 Euro anbietet und viele Berufsgruppen gänzlich ausschließt“, so Gerald Mjka: „Die Kolleginnen und Kollegen haben sich faire Einkommenserhöhungen gegen die Teuerung und gegen die explodierenden Preise verdient.“ 

Einkommen müssen für alle steigen

„Die Ärztekammer kämpft gemeinsam mit der Gewerkschaft vida für ordentliche Gehaltserhöhungen für die Ärztinnen und Ärzte sowie das gesamte Personal, das die Ordensspitäler am Laufen hält. Dass aber nicht nur die Beschäftigten der Ordensspitäler am Limit sind, hat die von der Ärztekammer Wien in Auftrag gegebene große Spitalsumfrage bestätigt: 84 Prozent der befragten Spitalsärztinnen und -ärzte stimmen der Aussage sehr zu bzw. zu, dass die aktuellen Rahmenbedingungen im Spital zu einem Qualitätsverlust in der medizinischen Betreuung führen. Den Ärztinnen und Ärzten der Ordensspitäler in dieser Situation nicht einmal eine Inflationsabgeltung anzubieten, ist – vorsichtig formuliert – alles andere als wertschätzend und wird von uns dementsprechend beantwortet“, sprach sich Ferenci deutlich für den Warnstreik aus und rief alle angestellten Ärztinnen und Ärzte dazu auf, sich mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen in den Ordensspitälern solidarisch zu zeigen

Für bessere Arbeitsbedingungen

Es sei dabei aber nicht nur um ein deutliches Lohnplus, sondern insbesondere auch um bessere Arbeitsbedingungen für alle Berufsgruppen gegangen, betont Ärztekammervertreter Ferenci. Die Belastung in den Spitälern nehme für alle zu. „Jetzt sind sowohl die Arbeitgeber als auch die Politik gefordert, schleunigst Anpassungen vorzunehmen, bevor das System in sich zusammenbricht“, so Ferenci.

„Es ist heute beim Warnstreik zur einen oder anderen Verzögerung bei den Spitalsleistungen gekommen, doch kein Patient und keine Patientin haben Schaden genommen. Vielmehr haben sie Verständnis für den Streik gezeigt."

Gerald Mjka, Vorsitzender vida-Fachbereich Gesundheit,
und Stefan Ferenci, Vizepräsident Wiener Ärztekammer

 

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