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Mehr von uns. Besser für alle.

Pappfiguren machen auf Personalmangel in Spitälern aufmerksam.

Mit einer ungewöhnlichen Aktion machen BetriebsrätInnen aus dem Krankenhaus St. Josef in Braunau, dem Krankenhaus Barmherzige Schwestern in Ried und aus dem Ordensklinikum Linz gemeinsam mit vida auf den chronischen Personalmangel aufmerksam. Rund 300 aufgestellte Pappfiguren stehen stellvertretend für die fehlenden KollegInnen. ÄrztInnen, Pflegepersonal, Hebammen oder Reinigungskräfte - es gibt kaum eine Berufsgruppe, für die die Spitäler in Oberösterreich derzeit kein Personal suchen.

Gemeinsame Initiative

Die Aktion ist auch Teil der von der Gewerkschaft vida und Arbeiterkammer ins Leben gerufenen Initiative „Mehr von uns. Besser für alle.“. Eine der Hauptforderungen der Initiative: 20 Prozent mehr Personal in Österreichs Krankenhäusern. „Krankenhäuser sind keine Fabriken und Menschen keine Autos, an denen man im Akkord herumschraubt! Heilung braucht Zeit und Zuwendung. Wir möchten PatientInnen und Angehörigen mehr davon geben können“, sagt Gerald Mjka, Vorsitzender des Fachbereichs Gesundheit in der Gewerkschaft vida. Er kündigt an, dass die Pappfiguren-Aktion nicht einmalig bleiben, sondern in den kommenden Wochen in ganz Österreich stattfinden wird.

Zu wenig Nachwuchs

Markus Simböck, Betriebsratsvorsitzender im Krankenhaus Braunau, weist darauf hin, dass in Österreich viel zu wenig Pflegekräfte ausgebildet werden. Liegt der OECD-Schnitt bei 43,6 Abschlüssen pro 100.000 EinwohnerInnen, so sind es in Österreich lediglich 34,5. Im Bezirk Braunau – einer Region mit knapp 100.000 EinwohnerInnen – haben im vergangenen Jahr gar nur 19 Menschen eine Pflegeausbildung abgeschlossen.


„Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass sowohl die Ausbildung als auch der Beruf an sich attraktiviert werden müssen. Viele KollegInnen gehen permanent an ihre psychischen und physischen Grenzen. Wer strebt schon so ein Berufsleben an?“

Markus Simböck, Betriebsratsvorsitzender im Krankenhaus Braunau 

Mehr Zeit für PatientInnen

Martina Reischenböck, Betriebsratsvorsitzende im Krankenhaus Ried, betont, dass seit 1994 der Pflegeschlüssel nicht geändert wurde. Die PatientInnen sind aber älter geworden, es gibt heute viel mehr Demente als früher und diese PatientInnen brauchen mehr Aufmerksamkeit.

„Als ich 2002 mit der Ausbildung fertig war, schaute die Situation noch anders aus. Wir hatten mehr Zeit für die Patienten. Seit ungefähr zehn Jahren hat sich die Situation meinem Gefühl nach verschlechtert. Für die Patienten und für das Personal.“

Martina Reischenböck, Betriebsratsvorsitzende im Krankenhaus Ried
 

Rückgrat des Spitalbetriebs stärken

Die MitarbeiterInnen sind das Rückgrat des Spitalsbetriebs. Ihre Arbeit trägt entscheidend zur Genesung der PatientInnen bei. Und diese Arbeit wird immer anspruchsvoller. Viele KollegInnen sind an ihren psychischen und physischen Grenzen. „Wir brauchen endlich mehr Personal in den Gesundheits- und Pflegeberufen, denn nur mehr Personal bringt mehr an Zeit für die Beschäftigten und somit mehr Qualität in der Betreuung“, betont Mjka.

Die verantwortlichen Entscheidungsträger müssen handeln. Die Offensive „Mehr von uns. Besser für alle.“ hat klare Forderungen:

  • 20 Prozent mehr Personal in den Krankenhäusern
    Eine rasche Aufstockung als Akutmaßnahme, um drohende Engpässe zu verhindern.
  • Bundesweit einheitliche, verbindliche Berechnungsmethode für eine bedarfsgerechte Zahl der PflegerInnen
    Seit vielen Jahren drücken sich die verantwortlichen Entscheidungsträger davor, bundesweit einheitliche Standards für die Personalplanung in der Pflege festzulegen. Um bestmögliche Versorgung der PatientInnen sicherzustellen, müssen die Mindestanzahl und die Qualifikation der MitarbeiterInnen zwingend vorgeschrieben werden.
     
  • Offensive in der Aus- und Weiterbildung
    Wir fordern einen einfacheren sowie kostenlosen Zugang zu den Hochschulausbildungen in Gesundheitsberufen. Zudem brauchen wir auch berufsbildende mittlere und höhere Schulen für Pflege. Menschen, die in Gesundheitsberufen arbeiten wollen, müssen die besten Voraussetzungen geboten bekommen. Damit der Pflegeberuf auch für junge Menschen wieder attraktiv wird.

Sämtliche Infos und Downloads zur Offensive auf www.vida.at/mehrvonuns

 

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Über uns

Der Fachbereich Gesundheit in der Gewerkschaft vida vertritt eine Vielzahl unterschiedlicher Berufsgruppen, die ein gemeinsames Betätigungsfeld vereint – nämlich das Wohlergehen von Menschen in außergewöhnlichen Lebenssituationen. Hier finden sich sämtliche MitarbeiterInnen von Privatkrankenanstalten und Konfessionellen Einrichtungen Österreichs – von der hochdotierten Primaria bis zur Reinigungskraft. Wir vertreten auch die Beschäftigten der Sozialversicherung. Die MitarbeiterInnen der Bäder und Kuranstalten gehören zu dem vida-Fachbereich sowie ArbeiterInnen in Sauna-, Solarien- und Bäderbetrieben, HeilmasseurInnen und die medizinischen MasseurInnen in selbständigen Ambulatorien für physikalische Behandlungen, sofern es sich nicht um Angestellte oder Beschäftigte in Arztpraxen und Spitälern handelt. Dabei engagieren wir uns für faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne. Sie sind unabdingbare Voraussetzungen für ein Mehr an Lebensqualität.

Fachbereichsvorsitzender: Gerald Mjka
Fachbereichssekretärin: Farije Selimi