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vida: Branchenerfolg der Bahnen muss auch in Lohnerhöhungen spürbar werden

Hebenstreit zu Bahn-KV-Verhandlungen: Nicht bei den Arbeitszeiten sondern bei den Löhnen haben wir ein Problem – „Löhne deutlich nach oben schrauben“

Angesichts der laufenden Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 35.000 Beschäftigten in der österreichischen Eisenbahnbranche verweist Roman Hebenstreit, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, auf den heute von der Schienen-Control GmbH veröffentlichten erfolgreichen Marktbericht, wonach 2015 in der gesamten Eisenbahnbranche die Leistungen sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr deutlich zugelegt haben. „Von diesem Erfolg müssen auch die Beschäftigten ihren gerechten Anteil erhalten. Wir haben in Österreich kein Problem bei der Flexibilität von Arbeitszeiten und der Motivation der Beschäftigten. Wir haben vielmehr dringenden Handlungsbedarf, die Lohnschraube deutlich nach oben zu drehen. Die Beschäftigen und ihre Leistungen sind ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Branche. Sie müssen ihr gerechtes Stück am Kuchen erhalten“, fordert Hebenstreit.

Laut Schienen-Control zählten die Bahnen 2015 vier Millionen Fahrgäste mehr als im Jahr 2014. Im Güterverkehr sei die Verkehrsleistung um 0,4 Prozent auf 22,6 Milliarden Nettotonnenkilometer gestiegen. Auch der Marktanteil der privaten Güterbahnen habe sich beim Aufkommen in Tonnen von 26,2 Prozent auf 27 Prozent erhöht. „Diese erneute Steigerung – vor allem auch im Güterverkehr – ist bemerkenswert und kann nicht hoch genug bewertet werden. Dabei muss nämlich hervorgehoben werden, dass die Bahnen und ihre Beschäftigten aufgrund der niedrigen Spritpreise in den letzten Jahren einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Straßentransport aufholen konnten“, gibt Hebenstreit zu bedenken.

In den Jahren von 2012 bis 2015 konnten die österreichischen Eisenbahnunternehmen ihre Ertragslage durchgehend verbessern, verweist Hebenstreit auch auf den aktuellen AK-Branchenreport 2016. Der durchschnittliche Personalaufwand (Löhne und Gehälter samt Nebenkosten) sei im Beobachtungszeitraum nur um 2,49 Prozent gestiegen, während die durchschnittliche Wertschöpfung um 3,11 Prozent zulegte. „Die Beschäftigten haben somit nicht in vollem Ausmaß von der Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit und Produktivität profitiert“, kritisiert der vida-Verkehrsgewerkschafter.

Die ArbeitnehmerInnen seien aber  mit einem spürbaren Anstieg der Lebenserhaltungskosten, beispielsweise mit einem starken Anstieg beim Hauptmietzins, konfrontiert. Laut EU-Statistikbehörde Eurostat seien Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke  in Österreich um 20 Prozent teurer als im EU-Schnitt. Damit habe Österreich das dritthöchste Preisniveau hinter Dänemark und Schweden. Bei Brot und Fleisch sei Österreich zweitteuerstes EU-Land. „Wer auf einem teuren Pflaster arbeiten und leben muss, braucht auch entsprechende Lohnerhöhungen“, bekräftigt Hebenstreit.


 

 

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