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Unsere Arbeitswelt muss sicherer werden!

Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Am 28. April 2022 findet der „Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz“ statt. An diesem Tag gedenken wir jener Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz getötet wurden. Darüber hinaus soll der Aktionstag auf arbeitsbedingte Verletzungen und Krankheiten sowie deren Vermeidbarkeit aufmerksam machen. Die Gewerkschaft vida schließt sich mit Fotoaktionen an.

Arbeitssicherheit weiter verbessern

In Österreich hat es 2018 knapp über 160.000 Arbeitsunfälle gegeben. Allerdings führen nicht nur Unfälle zu viel persönlichem Leid und Schmerzen, sondern auch Gewalt und Einschüchterungen am Arbeitsplatz. Hier ist dringend verbesserter Schutz für die Beschäftigten gefragt. Fast jede/r zweite Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer gibt an, im Beruf schon eine persönliche Gewalterfahrung gemacht zu haben – der Großteil davon in Form von psychischer Gewalt.

Gewalt nicht hinnehmen

„Wir dürfen hier nicht wegschauen. Ich will die Beschäftigten in Österreich ermutigen, aktiv zu werden und Vorfälle zu melden statt zu resignieren."

Peter Traschkowitsch
Projektleiter der vida-Initiative "Tatort Arbeitsplatz"

Verbale Gewalt in Form von Hänseleien oder Verspotten werden nicht immer eindeutig als Gewalt wahrgenommen. Viele ArbeitnehmerInnen, vor allem in den Dienstleistungsbranchen und im Verkehrssektor, lassen sich verbale Gemeinheiten gefallen und glauben, sie gehören zum Job. „Nein – tun sie nicht“, stellt Traschkowitsch klar. „Wir müssen die Beschäftigten für die unterschiedlichen Formen der Gewalt sensibilisieren und ihnen Mut machen, dagegen vorzugehen, etwa mit einer Meldung beim Vorgesetzten.“ 

Auch die Gewalt durch KundInnen, KlientInnen und PatientInnen hat sich in der Corona-Pandemie teils immer mehr zum Problem entwickelt. Beschäftigte, vor allem wie ZugbegleiterInnen, Gesundheits- Pflege- und Betreuungspersonal aber auch MitarbeiterInnen aus Bewachung oder Gastronomie, haben eine Zunahme an verbalen und körperlichen Attacken bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten wahrgenommen (z.B. bei 2G- bzw. 3G-Kontrollen). 

Gemeinsam mehr erreichen
In ihren Anliegen hat die Gewerkschaft vida im WEISSEN RING und seinem Präsidenten Udo Jesionek einen Unterstützer und Partner gefunden. „Vielen Menschen könnte durch rechtzeitige psychologische und juristische Unterstützung größeres Leid erspart werden“, betont Jesionek. Zu wenig Verständnis vonseiten der Führungskräfte, kaum Krisenpläne, Unterschätzung der Folgen und Risiken für Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Betroffenen, unklare Haftungssituationen – vor allem bei prekären Arbeitsverhältnissen – sind weitere erschwerende Faktoren.

Vor allem Frauen betroffen

Gewalt am Arbeitsplatz bedeutet in den seltensten Fällen tätliche Übergriffe. Im Arbeitsalltag passiert psychische Gewalt deutlich häufiger. „Die Opfer in Österreich sind mehrheitlich Frauen! Wir müssen weiter daran arbeiten, gegen diese Formen der Gewalt vorzugehen. Psychische Gewalt wie etwa Mobbing darf in keinem Betrieb einen Platz haben oder geduldet werden“, so Traschkowitsch.
Anlaufstelle für Betroffene
 
Der WEISSE RING startete diese Woche unter dem Motto "Gewalt darf nicht in Mode kommen" auf einer der am höchsten frequentierten Shoppingmeilen Wiens mit einer Kampagne. Schaufensterpuppen in mit Schimpfwörtern beschmierter Arbeitskleidung sollen darauf aufmerksam machen, was es bedeutet, wenn der Arbeitsplatz zum Tatort wird.
 
„Menschen, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit Gewalt erleben - sei es psychische oder körperliche - haben gesetzlich verankerte Rechte. Diese sind viel zu wenig bekannt."
 
Udo Jesionek, Präsident WEISSER RING
 
Der WEISSE RING steht Betroffenen als Anlaufstelle zur Verfügung und berät und begleitet sie. Natascha Smertnig, Geschäftsführerin WEISSER RING, ergänzt: „Wir setzen mit unserer Kampagne ganz bewusst den Fokus auf ArbeitnehmerInnen, die bei der Ausübung ihres Berufs Gewalt erfahren. Denn wir stellen fest, dass - sicher auch bedingt durch die Pandemie - einerseits das Aggressionsniveau steigt, andererseits die Frustrationstoleranz sinkt. So werden insbesondere MitarbeiterInnen im direkten Kundenkontakt vermehrt zu Opfern."
 

vida steht dir zur Seite

Die Gewerkschaft vida hat es sich zur Aufgabe gemacht, Gewalt klar aufzuzeigen und Betroffene zu ermutigen, sich zu wehren statt zu schweigen. vida hat deshalb die >>> Initiative „Tatort Arbeitsplatz – Gib der Gewalt im Job keine Chance“ ins Leben gerufen. Wir bieten unseren Mitgliedern und BetriebsrätInnen Beratung und Unterstützung an. 

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