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„Wen wollen Sie ausschließen, Herr Kanzler?“

vida übt harte Kritik: Viele haben Corona-Bonus verdient, wenige sollen ihn bekommen.
„Wir haben für die Corona-Prämie hart gekämpft. Dass einzelne Berufsgruppen der Gesundheitsberufe ihre 500 Euro jetzt endlich bekommen sollen, ist ein großer Erfolg. Aber viel mehr ArbeitnehmerInnen haben sich diese Anerkennung verdient, die Regierung darf diese hervorragenden Leistungen nicht einfach ignorieren“, fordern die Gewerkschaften vida, younion, GPA und GÖD.
 
Reine Willkür 
 
Die Willkür bei der Auszahlung der Corona-Prämie ist atemberaubend. Auf einer Spitalsstation sind die 500 Euro genehmigt, die KollegInnen nebenan sollen leer ausgehen. Wer alte Menschen pflegt und betreut, soll 500 Euro bekommen. Wer sich um Behinderte kümmert, aber nicht. Das ist absolut nicht nachvollziehbar! Viele Berufsgruppen, etwa auch die Beschäftigten in der Wohnungslosenhilfe oder in der Sucht- und Drogenberatung, leisten seit Pandemiebeginn Unglaubliches. Jetzt den Gesundheits- und Sozialbereich zu spalten, ist unredlich.
 
„Gerade auch die Kolleginnen und Kollegen bei den Rettungs- und Krankentransporten haben ihr Leben bei der Pandemiebekämpfung riskiert. Sie waren in jedem Spital, in jeder Pflegeeinrichtung und auch oft in den Wohnungen von Infizierten!“
 
Sylvia Gassner, Vorsitzende des vida-Fachbereichs Soziale Dienste
 
Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren!
 
Mit wenig Verständnis reagiert auch Gerald Mjka, Betriebsrat im Krankenhaus Göttlicher Heiland Wien und stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida, auf den Gesetzesvorschlag: „So wie sich der Gesetzesvorschlag liest, schaut es so aus, als hätte die Regierung nicht nur auf einzelne Berufsgruppen vergessen, sondern auf ganze Bereiche.“ Es würden zum Beispiel nicht nur Reinigungspersonal nicht berücksichtigt werden, sondern in privaten Krankenanstalten auch Pflegekräfte, die direkt am Patienten arbeiten. „Wir lassen uns aber nicht auseinanderdividieren. Alle Beschäftigte in Gesundheitseinrichtungen haben ihren Beitrag geleistet und haben sich daher den Bonus verdient“, schließt Mjka.
 
Viele haben dazu beigetragen, Krise zu meistern
 
Zu Beginn der Krise war kaum effektive Schutzausrüstung vorhanden. Die Kolleginnen und Kollegen aller Professionen waren sich ihrer ethischen Verantwortung bewusst und haben trotz des großen Infektionsrisikos ihre Aufgaben in allen Bereichen bestmöglich erfüllt. Und das waren nicht nur die unmittelbar medizinischen oder pflegerischen: Mund- und Nasenschutz aus Stoff wurde genäht – heute, 15 Monate später, unvorstellbar - auch Desinfektionsmittel wurde selbst hergestellt. Innerhalb von wenigen Tagen haben die Teams der Technik ganze Eingangsbereiche von Krankenhäusern zu Sicherheitsschleusen umgebaut, es wurden Zugangskontrollen auf die Beine gestellt, die Labors fahren bis heute Sonderschichten, um die vielen Tests abarbeiten zu können. Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Verwaltungsbereich arbeiten bis jetzt ebenso in Hochrisikobereichen, nicht wenige haben sich im Dienst mit Covid19 infiziert und sind schwer erkrankt. Warum ausgerechnet diese Berufsgruppen vom Bonus ausgeschlossen werden sollen, erschließt sich uns nicht! Die Gewerkschaften fordern eine faire Verteilung des Corona-Bonus an alle, denn auch zum Gelingen braucht es alle!
 
Corona-Bonus kurbelt Wirtschaft an
 
In den allermeisten Fällen fließt der Corona-Bonus ohnehin über Konsum sofort in den Wirtschaftskreislauf zurück und fördert den heimischen Handel. Diese Maßnahme wäre also nicht nur gerecht, sondern kurbelt außerdem die heimische Wirtschaft an.
 
Gemeinsam stark! 

Gerade in der Corona-Krise hat sich gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt und Solidarität sind. Seite an Seite mit unseren Mitgliedern und BetriebsrätInnen kämpfen wir als Gewerkschaft vida für Gerechtigkeit und ein gutes Leben für alle! Gemeinsam sind wir noch stärker: Hilf auch du mit und tritt jetzt der vida bei: >>> MITGLIED WERDEN / MITGLIED WERBEN

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