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Lage von Lehrlingen spitzt sich zu – Aktions-Kundgebung der vida-Jugend

vida-Aichinger: „Die Regierung tut nichts, jetzt sind wir gemeinsam mit Lehrlingen tätig geworden“
„Seit Monaten gibt es von Seiten der Bundesregierung nur Ankündigungen zur Verbesserung der Situation von Lehrlingen. Anstatt aber in die Umsetzung zu kommen und in die Lehrlingsausbildung zu investieren sowie Lehrplätze zu schaffen, überlässt man die Jugendlichen ihrem Schicksal“, ärgert sich Martin Aichinger, Bundesjugendvorsitzender der Gewerkschaft vida, und weist auch auf die psychische Belastung der jungen Menschen in der aktuellen Krise hin. Es fehle an Perspektiven und Unsicherheit mache sich breit, denn „die Lehrlinge wissen nicht, ob es den eigenen Ausbildungsbetrieb nach Corona überhaupt noch gibt“, so Aichinger.
 
Um auf die Situation der Lehrlinge in Berufsschulen – etwa die nicht ausreichende Ausstattung mit EDV-Equipment – aber auch im Distance Learning und Home Schooling aufmerksam zu machen, fand am 2. April vor dem Bundeskanzleramt in Wien eine Aktions-Kundgebung der vida-Jugend gemeinsam mit Lehrlingen statt. 15 Lehrlinge präsentierten auf sehr originelle und spezielle Weise ihre Lehrberufe: Ein Friseur-Lehrling hat einem Besen die Haare geschnitten, ein Kosmetik-Lehrling eine Schweine-Haxe gepflegt. „Wir weisen seit Anbeginn der Corona-Krise auf die Lage der Lehrlinge hin. Nachdem die Bundesregierung die Lehrlinge aber weiterhin nicht ernst nimmt und auf die Sorgen und Ängste nicht reagiert, sind wir gemeinsam mit den jungen Kolleginnen und Kollegen tätig geworden“, sagt vida-Bundesjugendvorsitzender Aichinger und betont, dass eine Pressekonferenz der Regierung nach der anderen zu wenig sei und die bisherige Taktik von Bundeskanzler Kurz, Wirtschaftsministerin Schramböck und Arbeitsminister Kocher an eine PR-Show erinnert: „Die von der Regierung eingerichtete Task Force Jugendbeschäftigung ist mehr Schein als Sein. Dabei spitzt sich die Lage der Jugendlichen immer mehr zu.“
 
Daher hat die vida-Jugend mit Lehrlingen vier Forderungen an die Bundesregierung formuliert:
  • Für Home Schooling und Distance Learning braucht es eine Digitalisierungsoffensive und die Berufsschulen müssen mit EDV-Equipment ausgestattet werden.
  • Lehrlinge müssen besser auf Lehrabschlussprüfungen vorbereitet werden und es braucht zusätzliche Nachhilfe-Möglichkeiten in den Berufsschulen.
  • Um fehlenden Ausbildungsplätzen entgegenzuwirken, müssen mehr Lehrstellen und Arbeitsplätze in öffentlichen und öffentlich finanzierten Betrieben geschaffen werden.
  • Während SchülerInnen die Möglichkeit bekommen haben, freiwillig die mündliche Maturaprüfung abzulegen, gibt es für BerufsschülerInnen keine Ausnahme bei der Lehrabschlussprüfung – es braucht daher die Gleichstellung von BerufsschülerInnen, SchülerInnen und StudentInnen.
Junge Menschen, die keine Perspektive haben, leiden deutlich öfter an psychischen Erkrankungen, wie etwa Depressionen, als jene, die in Ausbildung sind. Beispielsweise war ein Drittel der Selbstmorde in Griechenland in der Wirtschaftskrise 2008 auf die Perspektivenlosigkeit von Jugendlichen zurückzuführen. „In Anbetracht der aktuellen Corona-Krise sollten alle Alarmglocken in den zuständigen Ministerien läuten“, schließt vida-Bundesjugendvorsitzender Aichinger.

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