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Kein Respekt vor Beschäftigten

Gastro-Gipfel ohne Arbeitnehmervertreter.

Nicht mehr als ein neuerliches Show-Event war für vida-Gewerkschafter Berend Tusch der Gastro-Gipfel Ende vergangener Woche. „Leider hat der Gastro-Gipfel nämlich wieder nichts Konkretes ergeben. Das kennen wir von Kanzler Kurz inzwischen“, betont der Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus der Gewerkschaft vida, der einzig und allein ein Besänftigten von wütenden Wirtinnen und Wirten ortet. „Wir verstehen den Zorn der Unternehmerinnen und Unternehmer, die man seit Wochen von Seiten der Regierung nur vertröstet“, so Gewerkschafter Tusch weiter. Man müsse endlich weg von den Ankündigungen und hin zu einer echten Perspektive, was aber nicht nur für die Unternehmen gilt, sondern vor allem für die Beschäftigten. Die Kolleginnen und Kollegen wüssten nicht mehr, wie sie ihre monatlichen Fixkosten bestreiten sollen. Es brauche also abgesehen von einer echten Perspektive hinsichtlich der Öffnung und der Rückkehr zum Arbeitsplatz einen Fixkostenzuschuss für Beschäftigte.

"Die ArbeitnehmerInnen brauchen endlich eine echte Perspektive!"
Berend Tusch, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Tourismus

Zuletzt waren die Arbeitgebervertreter nicht einmal bereit, den Trinkgeldersatz für Dezember und Jänner auszubezahlen, obwohl dieser zwischen der Gewerkschaft vida und den Arbeitgebervertretern für Dezember bereits ausverhandelt war. Tusch unterstreicht, dass bei der Rückkehr zur Normalität nicht Billig-Arbeitskräfte aus Drittstaaten zum Einsatz kommen, sondern auf jene KollegInnen zurückgegriffen werden muss, die ihren Job aufgrund von Lockdowns verloren haben, sei selbstredend.

Stimmen der ArbeitnehmerInnnen werden ignoriert

Berend Tusch wundert sich, dass die Bundesregierung zu ihren Beratungen um den Gastro-Gipfel einzelne Unternehmer einlädt, während die Stimme der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiterhin ignoriert wird. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Beschäftigten, die Österreich zum international anerkannten Tourismusland gemacht haben und künftig wieder alles dazu beitragen werden, um nach der Krise an Erfolge aus der Vergangenheit anschließen zu können. „Es fehlt aber offenbar der notwendige Respekt gegenüber den Kolleginnen und Kollegen, die inzwischen seit einem Jahr in Kurzarbeit verharren oder ihren Job verloren haben“, sagt Tusch.

Image als Urlaubsland wiederherstellen! 

Was in Sachen Wiederaufsperren jedenfalls eine wesentliche Rolle spielt, ist die für Österreich ausgesprochene Reisewarnung. Viele für den österreichischen Fremdenverkehr wichtige Länder sehen Österreich als Risikogebiet – heißt: Urlaub in Österreich ist möglich, allerdings mit einer Quarantäne bei Rückkehr ins Heimatland verbunden. Tusch: „Zur Absicherung der Arbeitsplätze ist die Regierung gefordert, das Image von Österreich als sicheres Urlaubsland wiederherzustellen, denn was helfen offene Hotels in den Städten, wenn keine Touristen kommen.“

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