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1.500 Euro Mindestlohn sofort umsetzen!

Bundesweite vida-Pressekonferenzen „Leistung muss sich lohnen!“

Von Arbeit muss man leben können. Für viele Menschen in Österreich geht sich das aber trotz Vollzeitarbeit nicht aus. Viele gehen arbeiten und sind trotzdem arm. „Das ist einer reichen Volkswirtschaft wie Österreich nicht würdig“, so vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit bei einer Pressekonferenz am 26.Jänner in Wien. Zeitgleich hielten auch die vida-Landesvorsitzenden Pressekonferenzen ab: „Wir fordern unsere Verhandlungspartner in der Wirtschaftskammer zur Aufnahme einer Sonderverhandlungsrunde auf. Ziel ist, alle Kollektivverträge so rasch wie möglich auf 1.500 Euro anzuheben!“

Arm trotz Arbeit
Die Armutsgefährdungsschwelle liegt aktuell bei 1.163 Euro monatlich für einen Einpersonen-Haushalt. Auf Vollzeitbasis gerechnet verdienen laut Statistik Austria bundesweit rund 356.500 Menschen weniger als 1.500 Euro brutto monatlich, was etwa 1.200 Euro netto entspricht. Das ist rund jede/r achte Beschäftigte in der Privatwirtschaft. Betroffen von den Niedriglöhnen sind zu zwei Drittel Frauen und zu einem Drittel Männer.

vida vertritt viele Beschäftigte aus sogenannten Niedriglohnbranchen, etwa in Hotel- und Gastgewerbe, Bewachung, Reinigung oder Personenbeförderung. (siehe Download links neben dem Artikel). „In 18 von uns verhandelten Kollektivverträgen liegt der Mindestlohn derzeit unter 1.500 Euro, in zwei sogar unter 1.300 Euro“, so Hebenstreit. „Leistung muss sich lohnen? Arbeit muss attraktiver werden? Dann geben wir den Menschen ihre Würde zurück!“, findet der Spitzengewerkschafter klare Worte.

1.700 Euro als Ziel
„Wir verwehren uns jedoch ausdrücklich dagegen, diese Debatte auf dem Rücken der Ärmsten in der Gesellschaft auszutragen. Für eine Kürzung der Mindestsicherung sind wir nicht zu haben“, betont der vida-Vorsitzende. Folglich muss der Abstand zur Mindestsicherung erhöht werden. vida will die KV-Mindestlöhne in den betroffenen Branchen so rasch wie möglich anheben, erklärt Hebenstreit: „Als absolute Untergrenze sehen wir 1.500 Euro brutto an - das nächste Etappenziel bleiben die vom ÖGB geforderten 1.700 Euro.“

Letztlich profitieren alle

Unterstützung für die Forderungen der Gewerkschaft kommt von Ökonomin Eva Maltschnig: „Werden geringe Einkommen angehoben, hilft das zuallererst den Beziehern. Sie können ihren Lebensunterhalt einfacher bestreiten, jeder zusätzliche Euro wird schließlich dringend gebraucht. Die Erhöhung wird also direkt in stärkere Konsumnachfrage umgesetzt. Haushalte mit niedrigen Einkommen müssen einen großen Teil ihres Geldes für Lebenshaltungskosten ausgeben, Lohnerhöhungen landen demnach nicht am Sparbuch sondern direkt im Wirtschaftskreislauf.“ Höhere Mindestlöhne sind daher für Maltschnig „eine Frage der Gerechtigkeit. Sie reduzieren die gesellschaftliche Ungleichheit und stärken die Konsumnachfrage. Davon profitieren letztlich alle.“

WKÖ gefordert
Die Aufforderung zu umgehenden Verhandlungen über einen Mindestlohn von 1.500 Euro wurde in einem offenen Brief an Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl vom vida-Vorsitzenden Roman Hebenstreit und allen vida-Landesvorsitzenden unterzeichnet. 

 

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