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Offener Brief an Finanzminister Hans Jörg Schelling

Anpassung der Berufsschulzeit für Tourismuslehrlinge kann nicht mehr warten!

Der Tourismus ist ein wichtiger Konjunktur- und Beschäftigungsmotor in Österreich. Jahr für Jahr werden neue Übernachtungs- und Gästerekorde aufgestellt. „Ohne die hervorragende Ausbildung, Professionalität und den Einsatz der Lehrlinge und der Beschäftigten wäre das nicht möglich. Umso wichtiger ist es, dass das hohe Qualitätsniveau im Tourismus auch in Zukunft gehalten wird. Dazu braucht es mehr als nur Lippenbekenntnisse“, so Mario Drapela, gf. Bundesjugendvorsitzender der Gewerkschaft vida. „Noch ist die Bundesregierung in Amt und Würden und ich darf sie erneut an die im Regierungsübereinkommen beschlossene Ausdehnung der Berufsschulzeit für Tourismuslehrlinge erinnern“, so der vida-Gewerkschafter.Finanzminister muss endlich handeln
„Jahr für Jahr kämpft der Tourismus mit Fachkräftemangel. Um dem entgegenzuwirken, brauchen wir eine noch hochwertigere Ausbildung“, so Drapela. Er pocht erneut auf eine Ausdehnung und Verbesserung der Berufsschulzeit für alle österreichischen Lehrlinge: „Sie verdienen Zeit und Aufmerksamkeit ihrer AusbildnerInnen. Deshalb fordere ich den Finanzminister in einem offenen Brief auf, sich an die Vereinbarung zu halten und die entsprechenden Mittel freizugeben, damit mehr Schulstunden angeboten werden können.“

Sehr geehrte Finanzminister Schelling,

Österreichs Lehrlinge gehören zu besten der Welt! Damit sie weiter ganz vorne mitmischen können brauchen sie dringend einen Turbo in Sachen Lehrlingsausbildung.
Dieser Turbo heißt angepasste Ausbildungszeit. Es ist längst überfällig, dass ALLE dreijährigen Lehrberufe auf mindestens 1.260 Berufsschulstunden angepasst werden. Eine einheitliche Anzahl an Ausbildungsstunden für alle Lehrlinge muss endlich Realität werden. Um kompetente und motivierte Fachkräfte aufzubauen, kann man den Lehrstoff nicht einfach durchpeitschen. Unsere Lehrlinge brauchen mehr Zeit in der Berufsschule. Nur so kann dem sich immer weiter verschärfenden Fachkräftemangel zusätzlich entgegengesteuert werden. Die Jugendlichen brauchen die bestmögliche Ausbildung im Rahmen erweiterter Unterrichtszeit in der Berufsschule.

Die beeindruckenden Leistungen der Lehrlinge beweisen, dass Österreich mit seiner dualen Ausbildung auf der Gewinnerseite ist. Ein System, das global anerkannt und gelobt wird. Gerade Ausbildung die sowohl in der Berufsschule als auch am Arbeitsplatz stattfindet, kann besonders gut arbeitsmarktrelevante Kompetenzen vermitteln. Um die Leistungsfähigkeit der österreichischen Lehrlinge auch in Zukunft zu gewährleisten, braucht es weiterhin gute Rahmenbedingungen und beste Ausbildung. Diese Faktoren sind das Fundament für zufriedene Lehrlinge.

Es muss sichergestellt werden, dass alle Lehrlinge zwölf oder zumindest zehn Wochen pro Jahr die Schulbank drücken dürfen. Wir brauchen gerade im Tourismus eine angepasste Ausbildungszeit, acht Wochen pro Lehrjahr sind zu wenig. Alle anderen Lehrberufe haben zehn Wochen Unterricht. Diese Ungleichheit muss endlich beseitigt werden. Das gilt nicht nur im Tourismus, sondern auch für Friseurlehrlinge.

Wir hoffen, dass auch Sie dabei mithelfen unser duales Ausbildungssystem weiter auszubauen und zu verbessern.

Die Jugendabteilung der Gewerkschaft vida
Mario Drapela
Vanessa Radu
Phönix Tölle

 

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