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vida-Steinkellner: Geldknappheit ist Hauptproblem im Pflegebereich

Voraussetzung, um ausreichend Personal zu bekommen, sind bessere Arbeitsbedingungen

Die von Arbeitgeberseite sowie Landes- und Kommunalpolitik einlangenden Rufe nach Ausweitung der Fachkräfteverordnung auf die Pflegeberufe sind für die Gewerkschaft vida, die die Beschäftigten in der Branche vertritt, nicht nachvollziehbar. "Hauptproblem in der Branche ist die Geldknappheit. Hier nach neuen billigen Arbeitskräften zu rufen, löst das Problem nicht. Es geht darum, bessere Arbeitsbedingungen in Pflege und Betreuung zu schaffen", sagt der stellvertretende vida-Vorsitzende Willibald Steinkellner.

Überlange Arbeitszeiten, laufende Abänderungen der Dienstpläne, mäßige Entlohnung - die Arbeitsbedingungen in vielen Organisationen und Institutionen im Pflegesektor sind alles andere als attraktiv. Die Folge: Eine hohe Burn-Out-Gefährdung der Beschäftigten und eine beträchtliche Fluktuation. "Viele Beschäftigten steigen nach kurzer Zeit wieder aus. Die laufend ansteigende Arbeitslosenquote im Sozial- und Gesundheitswesen belegt das deutlich", sagt Steinkellner. Im Mai stieg die Arbeitslosigkeit in dem Sektor um 10,5 Prozent auf insgesamt 16.550 Personen.

Um Abhilfe zu schaffen, müsse die öffentliche Hand mehr Geld für den Pflege- und Betreuungsbereich zur Verfügung stellen. "Einige Länder haben den Organisationen, die für sie die Pflege und Betreuung in der Region sicherstellen, heuer nicht einmal die Kollektivvertragserhöhungen für die Beschäftigten abgegolten. Die Pflegeanbieter geben diesen Druck an die ArbeitnehmerInnen weiter und versuchen durch chronisch unterbesetzte Abteilungen Kosten zu sparen. Da braucht man sich nicht wundern, wenn die Leute nicht lange bleiben und sich einen Job in einer anderen Branche suchen", ergänzt vida-Bundesfachgruppensekretärin Michaela Guglberger.

vida verlangt eine solidarische und nachhaltige Finanzierung von Pflege und Betreuung durch einen Pflegefonds. Basis dieses Fonds müsse eine Vermögensteuer sowie eine Steuer auf große Erbschaften und Schenkungen sein, erklärt Steinkellner. "Arbeit in Pflege und Betreuung ist gesellschaftlich wertvoll und herausfordernd, sie gehört entsprechend abgegolten. Die Politik ist gefordert, hier rasch neue Finanzierungsquellen zu erschließen", so Steinkellner abschließend.

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