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vida Jugendkonferenz

Kerstin Cap zur Vorsitzenden gewählt. Erstmals Frau an Spitze der Jugendorganisation.

Bei der ersten Jugendkonferenz der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida am 15. Juni in Wien wurde Kerstin Cap zur Vorsitzenden der vida-Jugend gewählt. Kerstin Cap, die bei den ÖBB eine Lehre zur Speditionskauffrau und Logistikerin absolviert hat, ist die erste Frau bei den "Eisenbahnern" an der Spitze der Jugendorganisation. Die 21-Jährige, die bereits als Vorsitzende der Jugendvertrauensräte im ÖBB-Konzern aktiv ist, erhielt 93,18 Prozent der Delegiertenstimmen.

"Wir wollen gemeinsam eine aktive Jugendorganisation auf die Beine stellen und offensiv für die Rechte der Jugendlichen kämpfen", sagte Cap in ihrer Antrittsrede. Die Sicherung der Qualität der Lehrausbildung ist ein wichtiger Punkt im Forderungskatalog der vida-Jugend. "Wurde einem Betrieb einmal die Berechtigung zur Lehrlingsausbildung erteilt, so gilt diese auf unbegrenzte Zeit. Wir verlangen eine regelmäßige Kontrolle der Betriebe alle zwei Jahre, um zu überprüfen, ob der Betrieb die Voraussetzungen für die Lehrausbildung erfüllt", so Cap.

Denn derzeit würden Lehrlinge oftmals als billige Arbeitskräfte ausgenützt, die Ausbildung komme oft zu kurz. "Da die ÖBB mehr als 30 Ausbildner eingespart hat, ist dies leider auch immer öfter bei den ÖBB der Fall", so Cap. Im Tourismus würden Lehrlinge oft während der Saison aufgenommen und dann der Lehrvertrag - unter Ausnützung der dreimonatigen Probezeit - "zufällig" am Ende der Saison vorzeitig aufgelöst, berichtete ein Jugendlicher aus der Tourismusbranche bei der Konferenz.

Ja zur Ausbildungsgarantie

Begrüßt wird von der vida-Jugend die Ausbildungsgarantie, die im Regierungsprogramm versprochen wird. "Das muss rasch umgesetzt werden. Neben der Ausweitung von überbetrieblichen Lehrwerkstätten fordern wir die Schaffung von mehr Lehrstellen durch die Unternehmen. Dazu soll ein überbetrieblicher Ausbildungsfonds geschaffen werden, in den alle Unternehmen einzahlen und von dem jene Betriebe profitieren, die auch Lehrlinge ausbilden", erklärt die neue vida-Jugendvorsitzende.

Lehrverträge: Klares nein zur geplanten Kündigungsmöglichkeit

Strikt abgelehnt wird von den jungen GewerkschafterInnen dagegen die im Regierungsprogramm enthaltene Schaffung der Möglichkeit zur Kündigung von Lehrlingen nach der Probezeit. "Im Berufsausbildungsgesetz ist jetzt schon die Möglichkeit der Auflösung des Lehrvertrags bei Eintritt verschiedener Gründe vorgesehen. Und die Betriebe machen eifrig davon Gebrauch. Eine Ausweitung der Möglichkeiten, Lehrlinge auf die Straße zu setzen, brauchen wir nicht", sagt Cap.

Stopp dem Sparschweinraub

Die Betriebe sollten die Lehrlingen stattdessen dabei unterstützen, sich die Berufsschulzeit finanziell leisten zu können, fordert die vida-Jugend. "Derzeit ist in unseren Kollektivverträgen keine Verpflichtung der Arbeitgeber enthalten, die Internatskosten zu bezahlen, die während der Berufsschulzeit anfallen", so Cap. Die Gewerkschaftsjugend hat in Salzburg eine Umfrage unter den Gastgewerbe-Lehrlingen gemacht.

Das Ergebnis: Rund ein Drittel der Arbeitgeber zahlt von sich aus die Kosten. Wo dies nicht der Fall ist, müssen die Jugendlichen auf Erspartes oder die Unterstützung der Eltern zurückgreifen, um über die Runden zu kommen. "Wir fordern einen Stopp dem Sparschweinraub. Die verpflichtende Übernahme der Internatskosten durch die Lehrbetriebe muss in den Kollektivverträgen verankert werden", fordert die neu gewählte vida-Jugendvorsitzende resolut.

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www.vidajugend.at

 

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