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Luftfahrtgipfel

AUA-Kollektivvertrag soll für alle gelten.

Angesichts steigenden Wettbewerbsdrucks und Preiskampfes auf dem Rücken des Bordpersonals der Airlines am Flughafen Wien und weil die Wirtschaftskammer (WKÖ) Verhandlungen über einen Branchen-Kollektivvertag (KV) nach wie vor verweigert, haben die Gewerkschaft vida und die Betriebsräte der Fluglinien AUA, Eurowings, Level/Anisec und Lauda heute ein Luftfahrt-Krisengespräch am Flughafen Wien für bessere Arbeitsbedingungen abgehalten. Gewerkschaft und Betriebsräte haben, um ihr Ziel zu erreichen, sich auf eine sogenannte Satzung des AUA-KVs sowie auf Betriebsversammlungen der Airlines am selben Tag geeinigt. 

Forderung nach Branchen-KV bekräftigt

Die Forderung nach einem einheitlichen Branchen-KV wurde bekräftigt. Als ersten Schritt dazu wird die vida den wirtschaftlich stärksten Kollektivvertrag - also den der AUA - "satzen" lassen. Das bedeutet, dass die zuständige Behörde im Sozialministerium darüber entscheiden muss, ob sie den AUA-KV für alle anderen Airlines mit stationiertem Bordpersonal am Flughafen Wien (AUA, Eurowings, Level/Anisec, Lauda und Wizz) für gültig erklärt.

Damit kämen auch "KV-freie" Airlines zu entsprechenden Regelungen und andere, wie etwa Lauda, sollten höhere Standards der AUA auf sich anwenden können. Ein solcher Antrag an das Sozialministerium soll in den nächsten ein bis zwei Wochen durch die vida erfolgen.

Hebenstreit: WKÖ-Argument gegen Branchen-KV nicht stichhaltig

Die Verweigerungshaltung der WKÖ hinsichtlich Verhandlungen über einen Branchen-KV ergibt für vida-Vorsitzenden Roman Hebenstreit zudem „absolut keinen Sinn“, da in Österreich andere große Branchen im Verkehrsbereich längst mit einem Branchen-KV grenzüberschreitend arbeiten. Sowohl die Arbeitgeber als auch die ArbeitnehmerInnen würden damit garantierte Rechtssicherheit bzw. Schutz und Ansprüche genießen.

„Das in der Auseinandersetzung mit der Gewerkschaft dazu von der WKÖ immer wieder vorgebrachte Argument, wonach die Airlines zu unterschiedlich seien, ist nicht stichhaltig", so Hebenstreit:

„Alle fliegen gleiche Flugzeugtypen, die Besatzungsvorschriften sind international geregelt. Die Routen, die die Billigairlines fliegen, sind vergleichbar. Die Ähnlichkeit der Unternehmen ist damit sehr stark. Auch die Eisenbahnen und die Frächter kommen trotz Verwendung unterschiedlicher Fahrzeugtypen und grenzüberschreitenden Transportrouten seit Jahrzehnten mit einen Branchen-KV gut zurecht!"
 

Betriebsversammlungen aller Airlines in den kommenden Wochen

Die Betriebsräte haben sich zudem auf Betriebsversammlungen zur Information der Beschäftigten in den nächsten Wochen, möglicherweise noch in der Ferienzeit, gleich bei mehreren Airlines in Wien geeinigt. Alle Versammlungen sollen am selben Tag stattfinden. Das hieße dann Beeinträchtigungen für die Passagiere, die Anton Fuszko, Vorsitzender des vida-Ausschusses Fliegendes Personal, heute als möglich nannte. Dies liege in der Natur solcher Betriebsversammlungen, so Gewerkschafter Fuszko.

Lauda-Betriebsrat kämpft gegen Verschlechterungen

Zeitgleich hielt die Lauda-Belegschaftsvertretung ganztägig Betriebsversammlungen ab. Die vida sicherte volle Solidarität zu. "Erpressung" der Lauda-Belegschaft und drohende mehrfache Arbeitsrechtsverletzungen durch verschlechternde Forderungen der Geschäftsführung darf man sich nicht gefallen lassen. Ryanair hatte gedroht, im Fall des Falles auch auf billigere polnische Leihpiloten zurückzugreifen. Bis 14. August wollen die Iren vom Personal ihrer österreichischen Tochter Lauda Dienstrechts-Zugeständnisse, um den Flugbetrieb profitabler zu machen Für die vida sind das „unannehmbaren Forderungen“.

„So kann man mit den Beschäftigten nicht umspringen!"
Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida.

(Quelle: APA, Red.)

 

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