vida fordert klare Standards für Sicherheitsfirmen
Hunderttausende Menschen besuchen ab 24. September die Wiener Kaiser Wiesn. Die Gewerkschaft vida fordert verbindliche Ausbildungsstandards, klare Verantwortlichkeiten und faire Arbeitsbedingungen für Beschäftigte von Sicherheitsfirmen.
Kaiser Wiesn 2026
Vom 24. September bis 11. Oktober 2026 wird im Wiener Prater wieder die Kaiser Wiesn gefeiert. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 400.000 Besucher. Damit eine Großveranstaltung dieser Dimension sicher über die Bühne gehen kann, braucht es ausreichend und gut ausgebildetes Sicherheitspersonal. Die Gewerkschaft vida fordert deshalb verbindliche gesetzliche Standards für die Branche.
„Für die Sicherheit Hunderttausender Wiesn-Besucher sorgen Beschäftigte, die einen verantwortungsvollen Job machen. Sie müssen Gefahren erkennen, Konflikte entschärfen und im Ernstfall richtig reagieren können. Dafür braucht es eine fundierte Ausbildung und gute Arbeitsbedingungen.“Vorsitzender des vida-Fachbereichs Gebäudemanagement
Sicherheit darf nicht vom billigsten Angebot abhängen
Beschäftigte von Sicherheitsfirmen übernehmen bei Großveranstaltungen vielfältige Aufgaben: Sie kontrollieren Zugänge, behalten Menschenmengen im Blick, müssen Konfliktsituationen einschätzen und bei medizinischen Notfällen, Bränden oder anderen Gefahren rasch reagieren.
Aus Sicht der Gewerkschaft vida muss sich diese hohe Verantwortung auch in den Rahmenbedingungen widerspiegeln. Sicherheitsdienstleistungen dürften nicht möglichst billig vergeben werden, wenn dadurch Qualität und Arbeitsbedingungen unter Druck geraten.
„Sicherheit darf keine Frage des günstigsten Angebots sein. Wer Sicherheitsdienste beauftragt, muss auch Verantwortung dafür übernehmen, unter welchen Bedingungen die Beschäftigten arbeiten“, betont Kopp.
Sicherheitsfirmen brauchen einheitliche Ausbildung
Ein zentraler Punkt ist für vida die Ausbildung der Beschäftigten. Noch immer fehlen einheitliche gesetzliche Standards für privates Sicherheitspersonal. Die Bundesregierung arbeitet zwar an einem eigenen Sicherheitsdienstleistergesetz, das unter anderem Qualitäts- und Ausbildungsstandards sowie ein Register für Sicherheitsdienstleister vorsehen soll. Im September bezeichnete der zuständige Staatssekretär Jörg Leichtfried das Gesetz als „mehr oder weniger fertig“.
Für vida ist entscheidend, dass daraus nun rasch verbindliche Regeln werden.
„Von Bewacher wird im entscheidenden Moment erwartet, dass sie genau wissen, was zu tun ist. Gleichzeitig fehlen noch immer verbindliche und einheitliche gesetzliche Ausbildungsstandards für die Branche. Das passt nicht zusammen“, kritisiert Kopp.
Subunternehmerketten erschweren Kontrolle
Kritisch sieht die Gewerkschaft auch lange Subunternehmerketten und die kurzfristige Rekrutierung von Personal für Großveranstaltungen. Professionelle Sicherheitsarbeit brauche aus Sicht von vida ausreichend Personal, frühzeitige Planung und nachvollziehbare Verantwortlichkeiten.
Die Diskussion über strengere Standards hatte nach den vereitelten Anschlagsplänen rund um die Taylor-Swift-Konzerte in Wien im August 2024 zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Der Nationale Sicherheitsrat sprach sich damals für strengere Kontrollen, eine Registrierungspflicht und zertifizierte Ausbildung für Beschäftigte von Sicherheitsfirmen aus.
Das fordert vida für die Sicherheitsbranche
Die Gewerkschaft vida fordert:
- verbindliche Ausbildungsstandards mit mindestens 264 Lerneinheiten,
- regelmäßige verpflichtende Auffrischungsschulungen,
- einen einheitlichen Berufsausweis,
- eine zentrale behördliche Registrierung,
- qualitätsorientierte Vergaben statt Billigstbieterlogik sowie
- ein Verbot von Subunternehmerketten.
„Die Wiener Kaiser Wiesn soll für hunderttausende Besucher ein Fest sein. Damit das funktioniert, leisten die Beschäftigten im Hintergrund unverzichtbare Arbeit. Doch wer Sicherheit will, muss endlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür schaffen“, so Kopp.