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vida fordert endlich klare Standards für Sicherheitsdienste

Beim Frequency Festival sorgen hunderte Security-Beschäftigte für die Sicherheit von bis zu 140.000 Besucher. Die Gewerkschaft vida fordert deshalb ein längst überfälliges Sicherheitsdienstleistungsgesetz mit verbindlicher Ausbildung, klarer Verantwortung und fairen Arbeitsbedingungen.

Frequency Festival

Adobe Stock | Mitchell

Rund 100 Acts und bis zu 140.000 Besucher machen das Frequency Festival auch 2026 zu einem der größten Festivals Österreichs. Damit die Party friedlich und sicher bleibt, sind hunderte Beschäftigte im Sicherheitsdienst im Einsatz. Doch ausgerechnet für ihre Ausbildung und Arbeitsbedingungen fehlen in Österreich nach wie vor verbindliche gesetzliche Standards.

Die Gewerkschaft vida fordert deshalb erneut ein eigenes Sicherheitsdienstleistungsgesetz. Nach dem vereitelten Terroranschlag auf die Taylor-Swift-Konzerte in Wien im Jahr 2024 dürfe die Politik die Notwendigkeit klarer Regeln nicht länger ignorieren.

Sicherheit darf nicht dem Zufall überlassen werden

„Wir brauchen dringend ein vernünftiges Sicherheitsdienstleistungsgesetz, aber mehr als eine vage Ankündigung gibt es dazu nicht“, kritisiert Horst Pammer, Landesvorsitzender der vida Niederösterreich.

Bei Großveranstaltungen tragen Sicherheitsbeschäftigte enorme Verantwortung. Trotzdem gibt es weiterhin keine ausreichenden gesetzlichen Vorgaben für Ausbildung, regelmäßige Schulungen oder einheitliche Qualitätsstandards.

Horst Pammer
„Sicherheit wird ein immer wichtigeres Thema, bei Großveranstaltungen arbeiten hunderte Beschäftigte, um sie für hunderttausende Menschen zu gewährleisten.“
Horst Pammer
vida-Landesvorsitzender Niederösterreich

Pammer kritisiert zudem die weit verbreiteten Subunternehmerketten in der Sicherheitsbranche. Während es etwa in anderen Branchen klare Verantwortlichkeiten gebe, könnten sich Auftraggeber bei Security-Dienstleistungen zu leicht aus der Verantwortung ziehen.

vida: „Muss erst eine Katastrophe passieren?“

Auch Mario Renner, Landessekretär der vida Niederösterreich, fordert rasches Handeln. Sicherheitsbeschäftigte müssten Menschen schützen, Konflikte entschärfen und in kritischen Situationen innerhalb kürzester Zeit richtige Entscheidungen treffen.

„Muss erst ein Terroranschlag erfolgreich sein? Muss erst eine Katastrophe passieren?“, fragt Renner. Die Beschäftigten hätten sich gute Arbeitsbedingungen und eine fundierte Ausbildung verdient. Unverbindliche Vorgaben seien angesichts ihrer Verantwortung zu wenig.

Security ohne ausreichende Ausbildung? „Unverantwortlich“

Wie groß das Problem in der Praxis ist, schildert Manuel Hackl, Betriebsratsvorsitzender bei Group 4 Secure Solutions GmbH. Vor Großveranstaltungen werde teilweise kurzfristig Personal angeworben, ohne dass ausreichende Vorkenntnisse vorhanden seien.

„Gestern noch Abwäscher – heute schon Security“, beschreibt Hackl die Praxis zugespitzt. „Das ist unverantwortlich!“

Denn die Anforderungen sind hoch: Sicherheitsbeschäftigte müssen Gefahren erkennen, Menschenmengen einschätzen, Konflikte bewältigen und bei Notfällen richtig reagieren. Auch Themen wie Brandgefahr bei großer Hitze erfordern entsprechende Schulungen.

„Das muss ein Gesetz regeln und darf nicht dem guten Willen der Unternehmer überlassen werden“, fordert Hackl.

Das fordert vida für Sicherheitsdienste

Damit Beschäftigte ihre verantwortungsvolle Arbeit professionell und sicher erledigen können, fordert die Gewerkschaft vida:

  • verbindliche Ausbildungsstandards mit mindestens 264 Lerneinheiten,
  • regelmäßige verpflichtende Auffrischungsschulungen,
  • einen einheitlichen Berufsausweis,
  • eine zentrale behördliche Registrierung,
  • qualitätsorientierte Vergaben statt Billigstbieterlogik und
  • ein Verbot von Subunternehmerketten.

Für vida ist klar: Sicherheit gibt es nicht zum Billigstpreis. Gute Ausbildung, faire Arbeitsbedingungen und klare Verantwortlichkeiten schützen nicht nur die Beschäftigten im Sicherheitsdienst – sondern auch alle Menschen, die Veranstaltungen wie das Frequency Festival besuchen.

vida unterstützt Beschäftigte im Sicherheitsdienst

Die Gewerkschaft vida Niederösterreich steht ihren Mitgliedern auch bei persönlichen Problemen zur Seite. Landesgeschäftsführer Christian Kainz verweist etwa auf Unterstützungen aus dem Sozialfonds.

vida-Mitglieder erhalten kostenlose Beratung und Unterstützung bei der Antragstellung – unter anderem bei Arbeitslosigkeit nach mindestens zweimonatiger Beschäftigung sowie bei Arbeitsunfällen oder längeren Krankenständen.

Du arbeitest im Sicherheitsdienst? Als vida-Mitglied hast du eine starke Gewerkschaft an deiner Seite – für bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Unterstützung, wenn du sie brauchst.

 

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