Kärnten

Fast 100 Prozent für Kampfmaßnahmen

Fortsetzung Bahn-KV-Verhandlungen: Ab 10. November wird wieder verhandelt.

+++ Update 11. November 2022: KV-Verhandlungen unterbrochen, heute Freitag wird in den Sozialpartnergremien gerechnet und beraten, am Samstag, 12. November 2022, wird weiter verhandelt. +++

Gestärkt durch die Belegschaften in den Eisenbahnbetrieben und die sehr gut besuchten Betriebsversammlungen in allen Bundesländern tritt die Gewerkschaft vida in die Fortsetzung der Sonder-KV-Verhandlungen für alle 50.000 Beschäftigten in der Eisenbahnbranche.

„Über 7.500 Kolleginnen und Kollegen haben sich bei den über 100 österreichweiten Betriebsversammlungen von Ende Oktober bis Anfang November über den Stand der Verhandlungen und die Forderungen der vida für sie informiert. Wir haben den klaren Auftrag erhalten, über unsere Forderungen wie 500 Euro mehr im Monat auf alle KV- und Ist-Löhne weiter zu verhandeln.“

Gerhard Tauchner, stv. Vorsitzender vida-Fachbereich Eisenbahn und Leiter des vida-KV-Verhandlungsteams

Hier siehst du Impressionen von den Betriebsversammlungen:

Solidarität und Verständnis

Eine Befragung der KollegInnen während der Betriebsversammlungen hat auch eine sehr hohe Bereitschaft zur Teilnahme an Kampfmaßnahmen bis hin zum Streik ergeben, berichtet vida-Gewerkschafter Tauchner. Er ortet auch durchwegs großes Verständnis und Solidarität bei den Fahrgästen für die EisenbahnerInnen, obwohl es durch die Betriebsversammlungen teils zu Einschränkungen im Zugverkehr kam.

Teuerung trifft alle

„Man hat bei den Betriebsversammlungen deutlich gespürt, wie die enorme Teuerung den Beschäftigten schon förmlich unter den Nägeln brennt. Wir erwarten uns daher morgen konstruktive Verhandlungen mit den Arbeitgebern, die rasch zu einer zufriedenstellenden Lösung für die Kolleginnen und Kollegen führen sollen. Ohne entsprechende Gehaltserhöhungen werden auch der riesige Personalmangel – 20.000 Stellen müssen in den kommenden Jahren nachbesetzt werden – gesucht und die hohe Personalfluktuation bei den Bahnen nicht zu beheben sein“, appelliert Tauchner an die Einsicht und Vernunft der Arbeitgeber.

Personalmangel entgegenwirken

„Wie wollen die Bahnen ohne ausreichendes Personal sonst die ihnen von der Politik zugeschriebene tragende Rolle bei der Eindämmung der Klimakrise ohne entsprechende Personalkapazitäten erfüllen? Wie man jetzt schon sieht, wird das auf die Dauer mit menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen aufgrund enormer Überstundenzahlen nicht funktionieren“, warnt der vida-Gewerkschafter.

Zwei Verhandlungstermine

Es sind zwei Verhandlungstermine mit dem Fachverband Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) angesetzt: 10. und 12. November (Donnerstag und Samstag). „Wir hoffen, dass wir bei diesen Terminen eine für beide Seiten tragbare Einigung erzielen werden“, ist Tauchner zuversichtlich.

Plus 500 Euro auf KV- und Ist-Gehälter

Laut Statistik Austria werde die Oktober-Inflation 11 Prozent betragen, nach 10,5 Prozent im September, dem höchsten Inflationswert seit 70 Jahren. Die vida fordert daher 500 Euro für jeden Beschäftigten in der Eisenbahnbranche auf alle KV- und Ist-Gehälter, 250 Euro auf die Lehrlingseinkommen sowie die Erhöhung der valorisierbaren Nebengebühren um die rollierende Inflation.

„Unser Ziel ist es, dass die Beschäftigten nicht ärmer werden und sich dasselbe Leben wie vor einem Jahr leisten können.“

Gerhard Tauchner, stv. Vorsitzender vida-Fachbereich Eisenbahn und Leiter vida-KV-Verhandlungsteams

 

   

Stärke uns den Rücken

Gerade in Zeiten wie diesen gilt es gemeinsam für einen starken Lohnabschluss zu kämpfen. Klar ist, dass es sich 2022 um keine normale Lohnrunde handeln wird und wir einen Abschluss brauchen werden, der ein starkes Fundament bildet. Dieses Fundament muss den schweren Aufgaben, welche auf den gesamten Sektor zukommen werden, Stand halten. Bereits heute ist klar, dass wir 2022 vielerorts einen Preisschock erleben werden – sei es bei Krediten, Versicherungen aber vor allem bei den lebensnotwendigen Gütern. Sicher ist, je stärker wir als deine Arbeitnehmervertretung sind, desto mehr können wir für dich bei den Verhandlungen rausholen. Auch du kannst mithelfen! 

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