vida warnt vor KFG-Novelle: Höhere Gewichtsgrenzen für Lkw gefährden die Verkehrssicherheit
vida kritisiert die beschlossene KFG-Novelle scharf. Höhere Gewichtsgrenzen für Lkw erhöhen aus Sicht der Gewerkschaft die Risiken im Straßenverkehr und machen mehr Schwerverkehrskontrollen dringend notwendig.
Kraftfahrgesetz
Höhere Gewichtsgrenzen für Lkw sorgen für Kritik
Die Gewerkschaft vida reagiert mit deutlicher Kritik auf die im Verkehrsausschuss des Nationalrats beschlossene Novelle des Kraftfahrgesetzes (KFG). Die Gesetzesänderung sieht unter anderem vor, dass für bestimmte Lkw bei Baustellenfahrten höhere Gewichtsgrenzen gelten.
„Gewichtsgrenzen gibt es aus gutem Grund. Schon jetzt sind viel zu viele überladene Fahrzeuge und Schwerfahrzeuge auf Österreichs Straßen unterwegs. Das gefährdet nicht nur die Sicherheit der Beschäftigten im Transportsektor, sondern ebenso jene aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.“Vorsitzender der Gewerkschaft vida
Aus Sicht der Gewerkschaft ist das ein Schritt in die falsche Richtung. Bereits heute seien zahlreiche überladene Fahrzeuge auf Österreichs Straßen unterwegs. Die Ergebnisse der bestehenden Schwerverkehrskontrollen würden zeigen, dass Überladungen keine Ausnahme, sondern ein ernstzunehmendes Problem sind.
Mehr Schwerverkehrskontrollen statt höherer Gewichtsgrenzen
Die Gewerkschaft vida fordert die Bundesregierung auf, zumindest bei den Kontrollen konsequent nachzuschärfen. Wenn die Warnungen von Gewerkschaft und Fachleuten vor höheren Gewichtsgrenzen ignoriert würden, müsse zumindest die Zahl der Schwerverkehrskontrollen deutlich erhöht werden.
„Zusätzliche und schärfere Kontrollen sorgen für mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen und schaffen gleichzeitig faire Wettbewerbsbedingungen für jene Unternehmen, die sich an die gesetzlichen Vorgaben halten“, betont Hebenstreit.
Was die KFG-Novelle vorsieht
Die neue Regelung betrifft Fahrzeuge mit Kippvorrichtung oder Ladekran, die Bau- und Aushubmaterialien, Arbeitsgeräte oder Baumaschinen innerhalb eines Radius von 75 Kilometern Luftlinie transportieren. Künftig dürfen diese Fahrzeuge – innerhalb der zulässigen Achslasten – das bisher zulässige Gesamtgewicht um das Eigengewicht der Kippvorrichtung beziehungsweise des Ladekrans überschreiten.
Dabei gelten folgende Höchstgewichte:
- Fahrzeuge mit zwei Achsen: maximal 20 Tonnen
- Fahrzeuge mit drei Achsen: maximal 29 Tonnen
- Fahrzeuge mit mehr als drei Achsen: maximal 37 Tonnen
- Kraftwagen mit Anhänger: maximal 42 Tonnen
- Sattelkraftfahrzeuge: maximal 42 Tonnen
vida fordert mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen
Mehr Gewicht auf den Straßen bedeutet auch höhere Belastungen für Infrastruktur und Fahrzeuge sowie größere Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr. Deshalb braucht es aus Sicht der Gewerkschaft verstärkte Kontrollen, um Überladungen konsequent zu verhindern und sowohl die Beschäftigten im Transportsektor als auch alle anderen Verkehrsteilnehmer besser zu schützen.