Tag der Berufskraftfahrer:innen
Gewerkschaft vida fordert bessere Arbeitsbedingungen und höhere Einstiegslöhne - um Berufsbild attraktiver zu machen.
Straße
Am 8. Mai ist der Internationale Tag der Berufskraftfahrer:innen. Die Gewerkschaft vida nimmt diesen Tag zum Anlass, bessere Arbeitsbedingungen für diese Berufsgruppe zu fordern. „Es ist ein unzumutbarer Zustand, dass an vielen Rastplätzen Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer noch immer nicht einmal auf die Toilette gehen können, da sanitäre Anlagen fehlen“, sagt Markus Petritsch, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Straße.
„Verbesserte Arbeits- und Rahmenbedingungen für die LKW-Lenker und -Lenkerinnen sind auch ein wichtiger Beitrag zur Hebung der allgemeinen Verkehrssicherheit."Vorsitzender des vida-Fachbereichs Straße
Löhne kräftig anheben
Entlang der heimischen Autobahnen gebe es noch immer keine für die Berufskraftfahrer:innen finanziell erschwingliche flächendeckende Infrastruktur. Die Lebensmittel in den Shops und Unterkünften entlang der Hauptverkehrsrouten seien nicht zuletzt aufgrund der Rekordinflation der letzten Jahre noch einmal teurer geworden. Auch Möglichkeiten, sich Essen aufzuwärmen, gebe es nicht. Daher brauche es für LKW-Lenker:innen auch eine kräftige Lohnerhöhung, betont Petritsch schon im Hinblick auf die Herbstlohnrunden. Der Einstiegslohn beträgt seit 1. Jänner 2026 2.235,16 Euro brutto im Monat.
Personalmangel entgegenwirken
Dies ist nicht zuletzt auch notwendig, um das Berufsbild wieder attraktiver zu gestalten, um den Fahrer:innenmangel zu bekämpfen. In den kommenden zehn Jahren würden 20 Prozent der aktiven Berufskraftfahrer:innen in Pension gehen. „Diesen Personalmangel wird man nur mit besseren Arbeitsbedingungen aber nicht mit der Mangelberufsliste, der Rot-Weiß-Rot-Karte oder dem L17-Führerschein für LKW-Fahrer:innen in den Griff bekommen.“
Bessere Arbeitsbedingungen – höhere Sicherheit
Dass die LKW-Stellplätze bei den Autobahnraststätten und Rastplätzen weiter ausgebaut werden müssen, liege auf der Hand. Schließlich seien Abstellmöglichkeiten essenziell, damit die Lenker:innen die gesetzlichen Mindestregelungen bei Lenk- und Ruhezeiten sowie die vorgeschriebenen Pausen einhalten können, betont Petritsch weiter.
„Verbesserte Arbeits- und Rahmenbedingungen für die LKW-Lenker und -Lenkerinnen sind auch ein wichtiger Beitrag zur Hebung der allgemeinen Verkehrssicherheit.“ Gerade im grenzüberschreitenden Verkehr bedürfe es daher vermehrter Kontrollen und Strafen, um Lohndumping und Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten besser zu verhindern. Das sei nicht nur für die Fahrer:innen wichtig, sondern auch für einen fairen Wettbewerbs und alle ehrlich wirtschaftenden heimischen Frächter:innen, so der vida-Gewerkschafter.
Mehr menschenwürdige Rastplätze
Viele Berufslenker:innen im grenzüberschreitenden Güterverkehr übernachten unter der Woche regelmäßig auf Autobahn-Rastanlagen in ihrer LKW-Kabine. Manche sogar am Wochenende. Auch WCs und Wasch- und Duschgelegenheiten gebe es noch immer zu wenig. „Gerade deshalb fordern wir umgehend strukturelle Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen mit mehr menschenwürdigen Rastplätzen und besseren Löhne“, bekräftigt Petritsch.
Die Gewerkschaft vida fordert:
- auf allen Autobahnabschnitten mindestens alle 60 km eine Rastanlage mit ausreichenden LKW-Stellflächen
- ausreichende, saubere und kostenlose Sanitäranlagen sowie eine warme Dusche mit 24-h-Betrieb
- Möglichkeiten zum Schutz vor Hitze und Kälte
- ein „Spezialmenü“ in Gaststätten auf Rastanlagen zu einem erschwinglichen Preis. Berufslenker:innen wollen auch eine warme Mahlzeit am Tag
- kostenloses WLAN am gesamten Rastplatz bis in die Fahrerkabine
- Kochmöglichkeiten und Waschmaschinen
- ausreichende Beleuchtung und Videoüberwachung für mehr Sicherheit auf Rastanlagen
- Angebot an Kontaktinformation für den Krankheitsfall
- Stromanschluss für LKW bei temperaturgeführten Transporten
- eine Liste von gut erreichbaren Pensionen und Unterkünften auf jeder Rastanlage, damit die Ruhezeit menschengerecht und gesetzeskonform verbracht werden kann
- regelmäßige Kontrollen durch Kontrollorgane auf Rastanlagen, um illegales Parken zu verhindern
- wie bei Eisenbahner:innen drei freie Tage zur Verarbeitung von schweren Unfallfolgen wie Schockzuständen gesetzlich verankern
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