Wer Leistung und ehrliche Arbeit will, muss Betrugssystemen den Garaus machen!
Olivia Janisch, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft vida, erneuert die Forderung nach einem verpflichtenden staatlichen Gütesiegel für manipulationssichere Kassen- und Arbeitszeitsysteme.
Betrugsbekämpfung
Ziel ist es, ehrliche Betriebe zu schützen, Lohnraub zu verhindern und fairen Wettbewerb sicherzustellen. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wird zur konstruktiven Mitarbeit eingeladen.
Klare Worte zu Steuerbetrug und Lohndumping
Bei der „Enquete für gerechten Wettbewerb“ im Bundesministerium für Finanzen stellte Olivia Janisch, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft vida, unmissverständlich klar:
„Wenn wir über Steuerbetrug und Lohndumping sprechen, dann reden wir nicht über Bagatelldelikte, sondern über Finanzvergehen und Verwaltungsstraftatbestände, die für uns alle zum Nachteil sind.“stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft vida
Im Fokus stehen dabei insbesondere manipulierbare Kassensysteme, digitale Arbeitszeitaufzeichnungen sowie problematische Strukturen in Verkehr, Transport, Beherbergung und Gastronomie.
Janisch reagiert damit auch auf jüngste Aussagen der WKÖ, wonach die Kritik der Gewerkschaft an betrügerischen Praktiken im Tourismus eine „Pauschalverurteilung“ darstelle. Es geht nicht um Generalverdacht, sondern um konkrete Missstände.
500 Millionen Euro Schaden durch Scheinunternehmen
Besonders alarmierend sind aktuelle Zahlen des Amts für Betrugsbekämpfung. Laut Janisch zeigen die Fakten eine eindeutige Entwicklung:
Die Fakten des Amtes für Betrugsbekämpfung sprechen eine deutliche Sprache: Ein Schaden von 500 Millionen Euro durch Scheinunternehmen und manipulierte Kassensoftware allein im letzten Jahr lässt sich nicht wegdiskutieren.
Wer hier von Einzelfällen spreche, verkenne das Ausmaß. Manipulationssoftware ist kein Zufall, sondern Vorsatz.
„Jene schwarzen Schafe, die mit technischer Unterstützung Umsätze verschwinden lassen, handeln kriminell und betreiben organisierte Malversation zulasten von gerechtem Wettbewerb und der Allgemeinheit!“stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft vida
Staatliches Gütesiegel für manipulationssichere Systeme
Um systematischen Betrug einzudämmen, fordert die Gewerkschaft vida ein verpflichtendes, staatlich zertifiziertes Gütesiegel für Kassen- und Arbeitszeitsysteme.
„Ich gehe davon aus, dass wir in keiner Branche in Österreich Software im Einsatz haben wollen, die per Knopfdruck Umsätze löscht, Schwarzgeld produziert oder Arbeitszeit fälscht.“
Eine verpflichtende Zertifizierung müsse sicherstellen, dass Manipulationen technisch unmöglich werden.
„Eine Zertifizierungspflicht, die sicherstellt, dass Manipulationen technisch unmöglich werden, wäre ein Fortschritt für alle. Das gilt vor allem auch für die korrekte Aufzeichnung der Arbeitszeit.“
Ein solches Gütesiegel würde ehrliche Steuerzahler:innen und redliche Betriebe vor Wettbewerbsnachteilen schützen.
Lohnraub und Steuerbetrug: Zwei Seiten derselben Medaille
Die Enquete behandelte auch komplexe Subunternehmerketten und Scheinfirmen. Für vida ist der Zusammenhang eindeutig:
„Wer Steuern am Staat vorbeischleust, tut dies meist auch beim Lohn und bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Wenn die Arbeitsleistung einer Kellnerin oder eines Lkw-Fahrers nicht korrekt entlohnt wird, hat dieser Lohnraub auch eine geringere Pension dieser Menschen zur Folge.“
Steuerbetrug trifft also nicht nur das Budget, sondern unmittelbar die Beschäftigten – durch entgangene Sozialversicherungsbeiträge, niedrigere Pensionen und unsichere Arbeitsverhältnisse.
Konkrete Forderungen der Gewerkschaft vida
Die Gewerkschaft vida legt ein klares Maßnahmenpaket vor:
- Staatliches Gütesiegel: Verpflichtende Zertifizierung für alle Kassen- und Abrechnungssysteme.
- Haftung für Softwarehersteller: Wer Software programmiert, die Manipulation ermöglicht, muss rechtlich belangt werden.
- Lückenlose Kettenhaftung: Auftraggeber müssen für Lohn- und Sozialstandards entlang der gesamten Subunternehmerkette haften.
- Kontrolloffensive: Ausreichend Personal für die lückenlose Überprüfung der seit Januar 2026 verpflichtenden Arbeitszeitmeldung.
Damit soll sichergestellt werden, dass Betrug nicht länger billiger ist als Rechtschaffenheit.
Appell an die Wirtschaftskammer
In Richtung WKÖ richtet Janisch einen klaren, aber konstruktiven Appell:
„Sich vom Verhandlungstisch zurückzuziehen, schützt nur die Betrüger. Wir laden die konstruktiven Kräfte in der Wirtschaftskammer ein, Betrug gemeinsam den Kampf anzusagen und durch digitale Innovation für gerechten Wettbewerb in Österreich zu sorgen.“
Betrug schadet den ehrlichen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie den Beschäftigten. Betrug darf niemals billiger sein als Rechtschaffenheit!
Fairer Wettbewerb braucht klare Regeln
Die Enquete im Finanzministerium hat deutlich gemacht: Steuerbetrug, Lohndumping und manipulative Software sind keine Randerscheinungen, sondern strukturelle Probleme in bestimmten Branchen.
Mit einem verpflichtenden Gütesiegel, klarer Haftung und konsequenter Kontrolle will die Gewerkschaft vida ehrliche Betriebe stärken, Beschäftigte schützen und fairen Wettbewerb sichern.
Wer Leistung fordert, muss auch für faire Rahmenbedingungen sorgen.