Zum Hauptinhalt wechseln

Ordensspitäler Oberösterreich: Ganztägiger Streik am 22. Jänner 2026

Über 93% der Beschäftigten in den Ordensspitälern haben sich für einen Streik ausgesprochen. Dieser findet am Donnerstag, 22. Jänner 2026, in allen acht betroffenen Krankenhäusern statt - parallel dazu eine öffentliche Streikversammlung ab 10:00 Uhr in Linz.

Streik

Gewerkschaft vida

Vorausgegangen sind vier Verhandlungsrunden für den Kollektivvertrag der 10.000 nicht-ärztlichen Beschäftigten ohne Abschluss. Die Beschäftigten fordern ein Angebot der Arbeitgeber, das die Teuerung ausgleicht, die Arbeitszeit schrittweise verkürzt und Antworten auf die massive Arbeitsbelastung liefert. Die Forderungen der Beschäftigten blieben bisher seitens der Arbeitgeber unbeantwortet.

Gemeinsam ein starkes Zeichen setzen

Um gehört zu werden und Bewegung in die Verhandlungen zu bringen, setzen die Beschäftigten nun gemeinsam ein klares Zeichen. Der Streik am 22. Jänner ist ganztägig geplant, als Konsequenz eines monatelangen Stillstands. In den Krankenhäusern sind Streikleitungen eingerichtet, die für die Durchführung und den organisatorischen Ablauf zuständig sind. Die Beschäftigten haben dazu alle notwendigen Informationen direkt in ihren Betrieben erhalten.

Solidarität macht den Unterschied

Streiken ist in Österreich ein gesetzlich geschütztes Grundrecht, um im Kampf um faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen gehört zu werden. Dieser Tag lebt von der Solidarität. Je mehr Kolleg:innen sich beteiligen, desto stärker ist das Signal! Im Gesundheitsbereich gilt ganz besonders: Gute Arbeitsbedingungen sind die Voraussetzung für eine sichere und hochwertige Versorgung der Patient:innen.

Notdienst für Notfälle und stationäre Patient:innen

Die Versorgung der Patient:innen hat auch im Streikfall oberste Priorität und muss zu jeder Zeit sichergestellt sein. Der Streik macht den belastenden Normalzustand im Krankenhausalltag sichtbar. Aus Rücksicht gegenüber den Patient:innen wurde der Streik langfristig angekündigt und die Arbeitgeber frühzeitig aufgefordert –  in Absprache mit den Beschäftigten in allen Berufsgruppen –  Notdienstvereinbarungen zu treffen. Das stellt einen geordneten Ablauf sicher. Es liegt in der Verantwortung der Krankenhausleitungen, Patient:innen und Angehörige rechtzeitig und transparent über Umplanungen und Absagen von Untersuchen, Behandlungen und Eingriffen zu informieren.

Lösung am Verhandlungstisch

Der Streik am 22. Jänner ist nicht das Ende der Kollektivvertragsverhandlungen, sondern ein neues Kapitel und ein notwendiger Schritt. Seit der letzten Verhandlungsrunde warten die Beschäftigten auf ein Angebot der Arbeitgeber. Ziel ist und bleibt eine konstruktive und gemeinsame Lösung zwischen den Sozialpartnern am Verhandlungstisch. Verhandlungsbereitschaft seitens der Gewerkschaft besteht weiterhin.

Auch die Politik trägt Verantwortung dafür, die Finanzierung öffentlicher Gesundheitseinrichtungen sowie eine faire Entlohnung der Beschäftigten sicherzustellen. Dauerhaft überlastende Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen sind kein Ausnahmezustand, sondern ein strukturelles Problem und erfordern klare politische Rahmenbedingungen sowie nachhaltige Lösungen. Gefragt sind daher nicht Appelle, sondern Respekt für die Arbeit der Beschäftigten und spürbare Verbesserungen.

Uns ist wichtig, nochmals zu betonen:

Die Beschäftigten streiken nicht gegen Patient:innen, sondern für faire Löhne, eine langfristige Entlastung und somit für die Zukunft des Gesundheitssystems.

 

Mehr Themen für dich