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Ordensspitäler Oberösterreich: Ganztägiger Streik am 22. Jänner 2026

vida fordert neue Verhandlungsrunde. Zurück an den Verhandlungstisch bis 30. Jänner für ein faires Angebot - Streik ist Konsequenz eines monatelangen Stillstands in den Verhandlungen.

Streik

Gewerkschaft vida

Am Donnerstag dem 22. Jänner fand in allen acht Ordensspitälern Oberösterreichs ein ganztägiger Streik der nicht-ärztlichen Beschäftigten statt. Parallel zum Streik in den Häusern trafen sich die Beschäftigten ab 10 Uhr zu einer öffentlichen Streikversammlung in Linz.

Impressionen

Rund 2.000 der etwa 4.000 diensthabenden Beschäftigten beteiligten sich aktiv am Arbeitskampf, in einzelnen Häusern lag die Teilnahmequote bei bis zu 72 Prozent. Höhepunkt war eine öffentliche Streikversammlung in Linz mit rund 800 Teilnehmer:innen.

Trotz Streiks wurde die Notfall- und Patient:innenversorgung durchgehend sichergestellt. Die Gewerkschaft wertet den Streik als klares Signal an die Arbeitgeber, rasch ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, das sowohl die Teuerung abdeckt als auch Entlastung bei der hohen Arbeitsbelastung bringt.

Roman Hebenstreit Portraitbild
„Die hohe Beteiligung am Streik zeigt, wie ernst die Situation ist. Es braucht dringend ein wertschätzendes Angebot der Arbeitgeber, das die Teuerung ausgleicht und Antworten auf die massive Arbeitsbelastung liefert."
Roman Hebenstreit
vida-Vorsitzender

Zurück an den Verhandlungstisch bis 30. Jänner

Auslöser des Streiks sind vier ergebnislose Kollektivvertragsverhandlungsrunden für rund 10.000 Beschäftigte. Die Forderungen der Beschäftigten an die Arbeitgeber: Ein Angebot, das die Teuerung ausgleicht, eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung sowie konkrete Maßnahmen gegen die massive Arbeitsbelastung. „Der heutige Streik ist die Konsequenz eines monatelangen Stillstands in den Verhandlungen“, erklärt Martina Reischenböck, Verhandlerin der Gewerkschaft vida. „Gleichzeitig halten wir fest: Wir wollen verhandeln – und zwar ernsthaft.

Die Gewerkschaft vida fordert die Arbeitgeber schriftlich zu einer fünften Verhandlungsrunde auf, um gemeinsam und konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten. Eine Rückmeldung wird bis Montag, 26. Jänner, erwartet. Ziel ist es, bis spätestens Ende Jänner erneut an den Verhandlungstisch zurückzukehren und möglichst zeitnah zu einem fairen und tragfähigen Ergebnis zu gelangen.

Gesundheitsversorgung gesichert

In allen Häusern sind am 22. Jänner Streikleitungen eingerichtet, die Beschäftigten wurden umfassend informiert. Das Wohl der Patient:innen hat oberste Priorität. Der Streik wurde bewusst frühzeitig angekündigt, um geordnete Abläufe zu ermöglichen und Notdienstvereinbarungen für alle Berufsgruppen sicherzustellen. Die Versorgung von Notfällen sowie der stationären Patient:innen ist jederzeit gewährleistet. Etwaige Verschiebungen oder Absagen von Untersuchungen, Behandlungen und Eingriffen wurden von den Krankenhausleitungen kommuniziert.

„Dieser Streik ist kein Selbstzweck. Er macht sichtbar, wie belastend der Normalzustand im Krankenhaus längst geworden ist“, betont Reischenböck. „Gute Arbeitsbedingungen sind die Grundlage für eine sichere und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung.“

Auch die Landespolitik steht in der Verantwortung: „Die dauerhafte Überlastung im Gesundheitswesen ist ein strukturelles Problem. Es braucht eine ausreichende Finanzierung, klare Rahmenbedingungen und spürbare Verbesserungen für die Beschäftigten – sonst wird sich der Personalmangel weiter verschärfen“, sagt Reischenböck abschließend.

 

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