Ordensspitäler OÖ: Auch in 6. KV-Runde keine Bewegung – vida bereitet Streik am 3. März vor
Kollektivvertragsverhandlungen in Oberösterreich weiter festgefahren – Land OÖ und LH-Stv.in Haberlander stehen in der Verantwortung
KV Verhandlung
Auch die sechste Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag für die Ordensspitäler Oberösterreich brachte keinen Durchbruch. Die Arbeitgeber legten kein neues Angebot vor und zeigten weiterhin keinerlei Bereitschaft, in der zentralen Frage einer verbindlichen Arbeitszeitverkürzung auf die Beschäftigten zuzugehen.
Für die Gewerkschaft vida ist klar: Ohne echte Entlastung wird es keine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen geben. Die Vorbereitungen für den angekündigten Streik am 3. März laufen daher weiter. Ein nächster Verhandlungstermin ist für den 12. März angesetzt.
Arbeitszeitverkürzung bleibt Knackpunkt
„Uns geht es um eine gute Patient:innenversorgung und um die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Oberösterreich. Dafür braucht es endlich spürbare Entlastung für die Beschäftigten – und die kommt nur mit einer realen Arbeitszeitverkürzung.“vida-KV-Verhandlerin
Die Gewerkschaft sei den Arbeitgebern in den vergangenen Runden mehrfach entgegengekommen und habe zuletzt sogar ein eigenes Kompromissangebot vorgelegt.
„Die Arbeitgeber sind bis heute nicht einmal in der Lage, ein eigenes Gegenangebot zur Arbeitszeitverkürzung vorzulegen. Statt Lösungen zu suchen, mauern sie sich auf ihrer Position ein“, so Reischenböck weiter.
Trotz der festgefahrenen Situation bleibt das vida-Verhandlungsteam gesprächsbereit:
„Wenn die Arbeitgeber endlich ernsthaftes Interesse an einer Lösung zeigen, sind wir selbstverständlich zu weiteren Gesprächen bereit. Dafür braucht es echte Vorschläge statt leerer Worte.“
Politische Verantwortung des Landes Oberösterreich
Die Entwicklungen zeigen zunehmend: Eine tragfähige Lösung wird ohne das Land Oberösterreich kaum möglich sein. Das Land finanziert die Ordensspitäler maßgeblich mit und trägt damit Mitverantwortung.
„Die politische Verantwortung bleibt bislang zu oft im Hintergrund. Das Problem ist aber ein politisches – und eines im öffentlichen Interesse der gesamten oberösterreichischen Bevölkerung.“
Insbesondere Gesundheits-Landesrätin LH-Stv.in Christine Haberlander dürfe sich nicht länger zurückhalten. Rund 80 Prozent der Beschäftigten in den Ordensspitälern sind Frauen.
„Wer sich öffentlich zu Arbeitnehmer:innen- und Frauenthemen bekennt, muss auch handeln. Es geht um konkrete Entlastung in den Gesundheitsberufen“, betont Reischenböck.
Auch Ergotherapeutin und Betriebsrätin Eva-Maria Meindlhumer richtet einen direkten Appell an die Landespolitik:
„Frau Haberlander: Wenn Sie wollen, dass die Menschen in unserem Bundesland auch in Zukunft gut versorgt werden, dann kommen Sie jetzt auf uns zu. Auch Ihnen sollte das Wohl der Patient:innen am Herzen liegen.“
Streik am 3. März – Versorgungssicherheit bleibt Priorität
Die Streikvorbereitungen laufen seit vergangener Woche. Die frühzeitige Ankündigung erfolgte bewusst mit Blick auf Patient:innen und notwendige Planbarkeit in den Spitälern.
Wie bereits bei früheren Arbeitskampfmaßnahmen bietet die Gewerkschaft den Arbeitgebern ein geordnetes Herunterfahren des Betriebs auf Basis einer gemeinsamen Vereinbarung an, um die Versorgungssicherheit bestmöglich zu gewährleisten.
Jetzt sind die Arbeitgeber und die Politik gefordert, Verantwortung zu übernehmen. Die Beschäftigten haben ihren guten Willen längst bewiesen.