Zum Hauptinhalt wechseln

KV Ordensspitäler Oberösterreich: Beschäftigte stimmen bis 25. März über Angebot ab

Nach acht Verhandlungsrunden liegt für die rund 10.000 nicht-ärztlichen Beschäftigten der Ordensspitäler Oberösterreich ein Angebot auf dem Tisch.

KV Verhandlung

Gewerkschaft vida

Über das Verhandlungsergebnis wird nun bis 25. März abgestimmt. Klar ist aber auch: Die zentrale Forderung nach einer echten Arbeitszeitverkürzung auf Kollektivvertrags-Ebene bleibt vorerst ungelöst.

Nach acht Runden in den Kollektivvertragsverhandlungen für die Ordensspitäler Oberösterreich geht das vorliegende Angebot nun in die Abstimmung unter den Beschäftigten. Eine Verkürzung der 40-Stunden-Woche konnte nicht erreicht werden. Damit bleibt eine zentrale Forderung der rund 10.000 nicht-ärztlichen Beschäftigten weiterhin offen.

Seit September des vergangenen Jahres kämpfen die Beschäftigten gemeinsam mit der Gewerkschaft vida für eine spürbare Entlastung im Arbeitsalltag. Im Mittelpunkt stand dabei von Beginn an eine dringend notwendige Arbeitszeitverkürzung. Das nun vorliegende Angebot bringt zwar keinen Durchbruch bei der Wochenarbeitszeit, enthält aber erste entlastende Maßnahmen.

Portrait Martina Reischenböck
„Unsere Forderung bleibt auf Kollektivvertrags-Ebene ungelöst. Wir haben deshalb einen für dieses Jahr schmerzhaften Kompromiss verhandeln können: Eine Erhöhung des Zeitbonus für alle Beschäftigten in Höhe von 15 zusätzlichen Stunden, gemeinsam mit weiteren arbeitszeitverkürzenden Maßnahmen. Das sind 15 Stunden mehr Freizeit pro Jahr – und damit ein erster Hebel, um für alle eine spürbare Entlastung durchzusetzen. Aber wir sind noch lange nicht am Ziel.“
Martina Reischenböck
vida-KV-Verhandlerin

Zusätzlich sieht das Angebot eine Erhöhung der Gehälter und Zulagen um 3,3 Prozent ab Juli bei einer Laufzeit von einem Jahr vor.

Zeitbonus als erster Schritt zur Entlastung

Aus Sicht der Gewerkschaft vida ist die Erhöhung des jährlichen Zeitbonus ein erster Fortschritt – vor allem, weil künftig ein Rechtsanspruch auf Konsumation in Zeit vorgesehen ist. Gerade in einem Arbeitsumfeld, das seit Jahren unter hoher Belastung, Personalmangel und wachsendem Druck leidet, ist zusätzliche Freizeit kein Nebenschauplatz, sondern eine Frage der Gesundheit.

„Die Erhöhung des jährlichen Zeitbonus ist ein Schritt in die richtige Richtung – vor allem in Verbindung mit dem Rechtsanspruch, ihn in Zeit zu konsumieren. Jetzt sind alle Beschäftigten am Zug, über das aktuelle Angebot abzustimmen“, sagt Martina Reischenböck.

Dass es dieses Angebot überhaupt gibt, ist nicht vom Himmel gefallen, sondern Ergebnis des Drucks der vergangenen Monate. Streiks, Versammlungen und der starke Zusammenhalt der Belegschaften haben Bewegung in die Verhandlungen gebracht.

„Was wir bisher erreicht haben, haben wir durch unseren Streik und unsere Stärke erreicht. Wir sind so stark wie nie und werden uns auch in Zukunft nicht unterkriegen lassen. Wir geben nicht auf – sondern wir nehmen Anlauf“, sagt Elke Hergetz, Krankenpflegerin bei den Elisabethinen in Linz.

Kritik an Landespolitik in Oberösterreich bleibt aufrecht

„Wir sehen weiter die Landespolitik gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die uns ausreichend Erholung und unseren Patient:innen eine gute Versorgung gewährleisten. Das Schweigen unserer Landesregierung war ein klares Zeichen – wir fühlen uns im Stich gelassen"
Sandra Weilnböck
Radiologietechnologin bei den Barmherzigen Schwestern Linz

Neben den Arbeitgebern sieht die Gewerkschaft vida weiterhin auch die Politik des Landes Oberösterreich in der Verantwortung. Denn gute Gesundheitsversorgung braucht gute Arbeitsbedingungen – und die fallen nicht vom Himmel, auch wenn sich manche politisch gern so verhalten.

„Wir sehen weiter die Landespolitik gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die uns ausreichend Erholung und unseren Patient:innen eine gute Versorgung gewährleisten. Das Schweigen unserer Landesregierung war ein klares Zeichen – wir fühlen uns im Stich gelassen“, sagt Sandra Weilnböck, Radiologietechnologin bei den Barmherzigen Schwestern Linz.

Beschäftigte entscheiden bis 25. März

Ab Mittwoch, 18. März, startet die Rückkopplung mit den Beschäftigten. Eine Woche lang können die Belegschaften über das vorliegende Verhandlungsergebnis abstimmen. Das Ergebnis der Abstimmung wird am Mittwoch, 25. März, bekanntgegeben.

Damit liegt das letzte Wort nun bei jenen, die tagtäglich die Gesundheitsversorgung in den Ordensspitälern Oberösterreich sichern.

Gute Gründe, gerade jetzt Mitglied zu werden
 


vida Logo Hexagon

Du willst, dass Verhandlungen wieder auf Augenhöhe stattfinden – mit Ergebnissen, die im Geldbörsel ankommen?


Grafik Powered by Gerechtigkeit

 

Mehr Themen für dich