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Übergriffe bei Eisenbahnen: vida fordert Sicherheitsgipfel und klare Maßnahmen gegen Gewalt im Zug

Die Gewalt gegen Beschäftigte bei den Eisenbahnen nimmt zu. Nach einem schweren Übergriff in der Steiermark und dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Deutschland Anfang Februar schlägt die Gewerkschaft vida Alarm. Der Vorsitzende Roman Hebenstreit fordert von Regierung und Bahnbetreibern einen raschen Sicherheitsgipfel – und konkrete Maßnahmen zum Schutz von Beschäftigten und Fahrgästen.

Gewalt

assalve | Getty Images Signature

Gewalt im Bahnverkehr eskaliert

Zugbegleiter:innen, Triebfahrzeugführer:innen und weiteres Bordpersonal sind tagtäglich für die Sicherheit und Mobilität tausender Menschen verantwortlich. Doch immer häufiger werden sie selbst zur Zielscheibe von Aggression und Gewalt.

Roman Hebenstreit Portraitbild
„Wir können nicht länger zusehen, wie Kolleginnen und Kollegen ihre Gesundheit – im schlimmsten Fall ihr Leben – riskieren, nur um Menschen sicher an ihr Ziel zu bringen.“
Roman Hebenstreit
vida-Vorsitzender

Deeskalationstrainings seien wichtig, aber sie ersetzen keine strukturellen Sicherheitsmaßnahmen.

vida fordert Sicherheitsgipfel mit Regierung und Bahnbetreibern

Die Gewerkschaft vida fordert Verkehrs- und Innenministerium sowie die Bahnbetreiber auf, noch im laufenden Monat einen Sicherheitsgipfel einzuberufen. Ziel müsse es sein, wirksame und verbindliche Maßnahmen zu beschließen.

Denn klar ist: Sicherheit darf nicht vom Zufall oder vom Goodwill einzelner Unternehmen abhängen. Sie braucht politische Priorität und klare Zuständigkeiten.

Zweigleisige Strategie: Eisenbahnpolizei und Doppelbesetzung

Aus Sicht der Gewerkschaft braucht es eine nachhaltige, zweigleisige Strategie:

1. Einführung einer spezialisierten „Eisenbahnpolizei“

Eine eigene, im Bahnverkehr präsente Sicherheitseinheit könnte rasch eingreifen, präventiv wirken und die Hemmschwelle für Übergriffe erhöhen. Öffentlicher Verkehr ist Teil der kritischen Infrastruktur – er braucht auch entsprechenden Schutz.

2. Personelle Doppelbesetzung in Zügen

Der Mindeststandard an Sicherheit müsse künftig die Doppelbesetzung sein – insbesondere in den Abendstunden und auf bekannten Problemlinien.

Ein zweiter Mitarbeiter wirkt abschreckend und ermöglicht im Ernstfall sofortige Unterstützung. Wer Sicherheit ernst meint, darf beim Personal nicht sparen.

Technische Maßnahmen reichen nicht aus

Bodycams oder Trennscheiben können sinnvolle Sofortmaßnahmen sein. Doch sie ersetzen kein zusätzliches Personal und keine strukturelle Sicherheitsstrategie.

Beschäftigte im Bahnsektor brauchen mehr als Symbolpolitik – sie brauchen echten Schutz.

Sicherheit ist keine Budgetfrage

Die Beschäftigten im Eisenbahnsektor sorgen täglich dafür, dass hunderttausende Menschen sicher unterwegs sind. Es ist Aufgabe von Politik und Unternehmen, im Gegenzug für ihre Sicherheit zu sorgen.

„Die Zeit drängt. Wir erwarten einen konkreten Terminvorschlag für einen Sicherheitsgipfel noch im laufenden Monat."
Roman Hebenstreit
vida-Vorsitzender

Wer öffentlichen Verkehr stärken will, muss auch jene schützen, die ihn am Laufen halten.

 

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