5,1 Prozent mehr Lohn: KV-Abschluss bei Kosmetik, Fußpflege und Massage sendet starkes Signal
Deutliches Lohnplus zeigt, dass faire Abschlüsse möglich und wirtschaftlich vernünftig sind
KV Abschluss
Mit einem Lohnplus von 5,1 Prozent ab 1. Juli 2026 haben die Beschäftigten im Fußpflege-, Kosmetik- und Massagegewerbe einen deutlichen Kollektivvertragsabschluss erreicht. Auch die Lehrlingsentschädigungen steigen ab September 2026 durchschnittlich um drei Prozent. Besonders hervor hebt die Gewerkschaft vida zudem, dass erstmals ein Einstiegslohn von 2.000 Euro auch für Hilfspersonal erreicht wurde.
„Viele Unternehmen suchen händeringend Personal. Gute Arbeit braucht gute Bezahlung – das ist keine ideologische Forderung, sondern wirtschaftliche Vernunft.“vida-Verhandlungsleiterin
Für die Gewerkschaft ist der Abschluss weit mehr als ein branchenspezifischer Erfolg. Er zeige, dass faire Lohnerhöhungen trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten möglich seien – und dass die oft beschworene Krisenrhetorik vieler Arbeitgeber nicht alternativlos ist.
„Faire Löhne sind wirtschaftliche Vernunft“
„Dieser Abschluss zeigt: Die ständige Krisenerzählung vieler Arbeitgeber ist kein Naturgesetz. Es gibt Branchen, die erkannt haben, dass faire Lohnerhöhungen allen Vorteile bringen“, betont Christine Heitzinger, Vorsitzende des vida-Fachbereichs Dienstleistungen und Verhandlungsleiterin für den Kollektivvertrag Kosmetik, Fußpflege und gewerbliche Massage.
Die Erhöhung liegt deutlich über der rollierenden Inflation von 3,4 Prozent und bringt den Beschäftigten damit ein reales Einkommensplus. Gerade in Branchen mit vergleichsweise niedrigen Einkommen sei das ein wichtiger Schritt, um Kaufkraft zu sichern und Beschäftigte langfristig im Beruf zu halten.
Maßstab für die KV-Verhandlungen im Herbst
Aus Sicht der Gewerkschaft vida hat der Abschluss auch Signalwirkung für die kommenden Kollektivvertragsverhandlungen in anderen Branchen. Ab Herbst starten unter anderem die Verhandlungen für die Eisenbahn-, Bewachungs- und Güterbeförderungsbranche.
Die Gewerkschaft erwartet sich auch dort deutliche Reallohnsteigerungen. Denn während Wohnen, Energie und Lebensmittel weiterhin teurer werden, stoßen viele Beschäftigte zunehmend an ihre finanziellen Grenzen.
Beschäftigte haben das Land am Laufen gehalten
Die vida verweist darauf, dass Arbeitnehmer:innen in den vergangenen Jahren massive Belastungen getragen hätten – von der Teuerung bis zum Personalmangel in zahlreichen Dienstleistungsbranchen. Gleichzeitig hätten gerade sie dafür gesorgt, dass zentrale Bereiche des Alltags weiter funktionieren.
Für die Gewerkschaft ist daher klar: Wer Fachkräfte halten und neue Beschäftigte gewinnen will, muss bei den Löhnen und Arbeitsbedingungen spürbare Verbesserungen schaffen. Der aktuelle KV-Abschluss im Kosmetik-, Fußpflege- und Massagegewerbe könne dafür als positives Beispiel dienen.
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