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Handelsarbeiter:innen helfen mit Krisen-Abschluss der Branche erneut auf die Sprünge

Beschäftigte stimmten KV-Verhandlungsergebnis zu. Gewerkschaft vida erwartet, dass Lohnzurückhaltung sich positiv auf Preisgestaltung niederschlägt.

KV Abschluss

Roland De Roo | ÖGB

Die vierte Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag der Handelsarbeiter:innen hat am 19. Jänner 2026 zu einer Einigung geführt. In einer Befragung haben die Beschäftigten dem Ergebnis nun klar zugestimmt. Der Abschluss bringt Lohnerhöhungen von 2,55 Prozent sowie Verbesserungen bei Nacht- und Kältezulagen. Verschlechterungen im Rahmenrecht konnten abgewendet werden. Nachdem es bereits im Vorjahr einen Abschluss unter der rollierenden Inflation gab, zeigten sich die Beschäftigten erneut kompromissbereit.

Tragbarer Kompromiss, Verantwortung übernommen

„Es ist entscheidend, dass die Kolleg:innen selbst über das Ergebnis mitbestimmen. Die klare Zustimmung zeigt: Dieses Ergebnis ist für den Großteil ein tragbarer Kompromiss“, betont vida-Verhandlungsleiterin Christine Heitzinger. Gleichzeitig hält sie fest, dass dieses Entgegenkommen nicht folgenlos bleiben darf.

Portrait Christine Heitzinger
„Weder die Beschäftigten noch die Konsument:innen haben die Bedingungen verursacht, die diesen Krisenabschluss notwendig gemacht haben. Wir erwarten uns daher, dass die Arbeitgeber bei kommenden Verhandlungen nicht vergessen, wer in dieser Situation Verantwortung übernommen hat.“
Christine Heitzinger
Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft vida

Zugleich macht Heitzinger deutlich, dass die Löhne nicht als Rechtfertigung für weitere Preissteigerungen missbraucht werden dürfen.

Löhne steigen, Rahmenrecht bleibt stabil

Trotz der notwendigen Zugeständnisse haben die vida-Verhandler:innen im Rahmen der Möglichkeiten das Beste für die rund 150.000 Beschäftigten der Branche erreicht: Der KV-Abschluss bedeutet ein monatliches Plus von rund 54 bis 63 Euro brutto, auf das Jahr gerechnet zwischen 750 und 880 Euro brutto mehr Einkommen. Gleichzeitig konnten Verschlechterungen bei den Arbeitsbedingungen verhindert werden – etwa durch längere Nachtarbeitszeiten. Auch das Recht auf Altersteilzeit bleibt erhalten.

Nach der KV-Verhandlung ist vor der KV-Verhandlung

Dem Abschluss vorangegangen ist eine Mobilisierung in den vergangenen Monaten. Viele Beschäftigte haben sich an Aktionen beteiligt und damit Druck auf die Arbeitgeber aufgebaut. „Viele Kolleginnen und Kollegen haben gezeigt, dass sie nicht alles hinnehmen“, hält Heitzinger fest.

Für die vida-Gewerkschafterin ist klar: Der aktuelle Abschluss ist kein Endpunkt. „Nach der KV-Verhandlung ist vor der KV-Verhandlung. Nur gemeinsam können wir Schritt für Schritt bessere Löhne, fairere Arbeitsbedingungen und mehr Respekt in der Arbeitswelt durchsetzen“, so Heitzinger abschließend. Der neue Kollektivvertrag tritt mit 1. Jänner 2026 in Kraft – in Betrieben, wo in der Zwischenzeit noch keine Lohnerhöhungen ausbezahlt wurden, gilt er rückwirkend.

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