Rollende LKW-Zeitbomben gefährden Kärntens Straßen
Gewerkschaft vida fordert schärfere Kontrollen und wirksamere Konsequenzen für Auftrag- und Dienstgeber.
Straße
Der jüngste Polizeieinsatz in Kärnten (siehe Beitrag ORF.at vom 6. September 2026) klingt wie die Szene aus einem Katastrophenfilm: ein schwer beschädigter Reifen, eine gebrochene Stoßstange, ein undichter Tank, massive Korrosionsschäden sowie manipulierte Lenk- und Ruhezeiten. Was die Einsatzkräfte am vergangenen Sonntag aus dem Verkehr zogen, war laut Gewerkschaft vida nichts weniger als eine rollende LKW-Zeitbombe. „Die Kärntner Polizei hat einmal mehr im letzten Moment eine potenziell lebensgefährliche Situation verhindert. Der Vorfall zeigt jedoch auch, dass die wahren Verantwortlichen noch immer viel zu oft ungeschoren davonkommen“, betont Markus Petritsch, stellvertretender Landesvorsitzender der vida Kärnten und Vorsitzender des Fachbereichs Straße in der Gewerkschaft vida.
„Die Politik ist gefordert, ihrer Verantwortung nachzukommen. Wir brauchen mehr Kontrollpersonal auf den Straßen und gleichzeitig stärkeren Druck auf jene EU-Staaten, in denen Verstöße noch immer zu wenig verfolgt werden. Solange sich das Verschicken von rollenden Zeitbomben wirtschaftlich lohnt, bleibt die Sicherheit auf unseren Straßen gefährdet."Vorsitzender des vida-Fachbereichs Straße
Schwere Verstöße, steigender Druck
Trotz verschärfter EU-Vorgaben und umfangreicher Kontrollmaßnahmen werden auf Europas Straßen weiterhin schwere Verstöße festgestellt. Für vida-Gewerkschafter Markus Petritsch ist klar: Solange sich Unternehmen durch Missachtung von Sicherheitsvorschriften wirtschaftliche Vorteile verschaffen können, reichen Geldstrafen allein offenbar nicht aus.
Besonders problematisch sei, dass viele Auftrag- und Dienstgeber ihren Sitz im europäischen Ausland haben. Dadurch werde die Ahndung von Verstößen häufig erschwert. Gleichzeitig geraten Fahrerinnen und Fahrer unter enormen Druck. Wer sich aus Angst um den Arbeitsplatz nicht gegen unzulässige Anweisungen wehren kann, riskiert selbst schwerwiegende rechtliche Konsequenzen.
Verantwortung übernehmen und für Sicherheit sorgen
„Wer bei der Fahrerkarte manipuliert, der macht sich strafbar. Und wer übermüdet einen Unfall verursacht, trägt die Folgen oft ein Leben lang“, warnt Markus Petritsch. Hinter vielen Verkehrsunfällen stünden menschliche Schicksale, die in Statistiken meist nur als Zahlen erscheinen. Die Gewerkschaft vida fordert daher ein konsequenteres Vorgehen gegen jene, die solche Zustände ermöglichen. Neben höheren Verwaltungsstrafen brauche es auch strafrechtliche Konsequenzen für Auftrag- und Dienstgeber, um eine echte Abschreckungswirkung zu erzielen.
„Die Politik ist gefordert, ihrer Verantwortung nachzukommen. Wir brauchen mehr Kontrollpersonal auf den Straßen und gleichzeitig stärkeren Druck auf jene EU-Staaten, in denen Verstöße noch immer zu wenig verfolgt werden. Solange sich das Verschicken von rollenden Zeitbomben wirtschaftlich lohnt, bleibt die Sicherheit auf unseren Straßen gefährdet“, so Petritsch.
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