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Busverkehr in NÖ: vida fordert Sozialstandards für Busfahrer:innen

Öffentliche Verkehrsausschreibungen dürfen nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen. Die Gewerkschaft vida fordert bei der Vergabe von Buslinien in Niederösterreich verbindliche Sozialstandards, sichere Arbeitsplätze und bessere Arbeitsbedingungen für Busfahrer:innen.

Straße

dobrinov | Getty Images

Wer täglich Menschen sicher von A nach B bringt, braucht selbst gute Arbeitsbedingungen. Genau daran fehlt es im Busverkehr aber vielerorts. Für Horst Pammer, Vorsitzender der Gewerkschaft vida Niederösterreich, ist deshalb klar: Öffentliche Verkehrsausschreibungen dürfen nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen.

Gemeinsam mit dem niederösterreichischen Landesrat Sven Hergovich hat Pammer zuletzt auf den Handlungsbedarf bei der Ausschreibung „Weinviertel West“ aufmerksam gemacht.

Toiletten, Pausenräume und Hitzeschutz müssen Standard sein

vida fordert, dass soziale und qualitative Kriterien bei öffentlichen Ausschreibungen verbindlich vorgeschrieben werden. Dazu gehören ausreichend lange Pausen sowie Zugang zu Toiletten, fließendem Wasser und geschützten Aufenthaltsräumen entlang der Strecken.

„Jedes Pickerl am Bus kann vorgeschrieben werden. Dann kann man auch vorschreiben, dass Buslenkerinnen und Buslenker in ihrer Pause Zugang zu einer Toilette, fließendem Wasser und einem geschützten Aufenthaltsraum haben“, sagt Pammer.

Auch ausreichender Hitzeschutz und ein besserer Schutz vor Übergriffen müssen berücksichtigt werden.

Ganzjährige Jobs statt Arbeitslosigkeit im Sommer

Problematisch ist auch die starke Ausdünnung des Busverkehrs in den Sommermonaten. Von der Ausschreibung „Weinviertel West“ sind laut Arbeitnehmer rund 100 bis 150 Busfahrer:innen betroffen. Nur etwa ein Drittel kann derzeit ganzjährig durchgehend eingesetzt werden.

„Buslenkerinnen und Buslenker im Sommer beim AMS zu parken, darf kein Geschäftsmodell sein, mit dem man öffentliche Ausschreibungen gewinnt“, kritisiert Pammer.

vida fordert deshalb Ausschreibungen, die ganzjährige Beschäftigung ermöglichen. Bei einem Betreiberwechsel soll das bestehende Personal außerdem verpflichtend übernommen werden – inklusive aller bereits erworbenen Ansprüche.

Öffentlicher Verkehr braucht gute Arbeitsplätze

Zusätzlich fordert vida eine stärkere Umstellung auf digitale und kontaktlose Ticketsysteme, um Busfahrer vom Bargeldverkauf zu entlasten und Konfliktsituationen zu reduzieren.

Für vida steht fest: Wer öffentlichen Verkehr mit öffentlichem Geld bestellt, muss auch für faire und sichere Arbeitsbedingungen sorgen. Gute Busverbindungen funktionieren langfristig nur mit Beschäftigten, die ihren Beruf unter guten Bedingungen ausüben können.