„Wir betteln nicht – wir fordern anständige Löhne!“
Warum die Herbstlohnrunde uns alle angeht: vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit über gerechte Kollektivvertragsverhandlungen und starken Zusammenhalt.
vida Hören | Podcast
Anständige Löhne, faire Arbeitsbedingungen und eine starke Stimme für die Beschäftigten: In der Herbstlohnrunde 2026 geht es um weit mehr als Prozentzahlen. Im Podcast „vidaHören“ spricht vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit darüber, was auf dem Spiel steht, warum gewerkschaftliche Stärke entscheidend ist und weshalb es jetzt Zusammenhalt braucht.
Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Verhandlungen gestartet: Die Herbstlohnrunde ist eine entscheidende Zeit für Hunderttausende Beschäftigte in den verschiedensten Branchen. Doch worum geht es dabei wirklich? Für vida-Vorsitzenden Roman Hebenstreit ist die Sache klar: „Arbeit muss sich lohnen!“ Wer tagtäglich Leistung erbringt, muss dafür anständig bezahlt werden – und darf trotz Arbeit nicht immer weniger im Geldbörserl haben.
„Es geht darum, dass Menschen für ihre Leistung, die sie erbringen, entsprechend anständig entlohnt werden und auch an den wirtschaftlichen Erfolgen, die ja da sind, teilhaben können.“Vorsitzender der Gewerkschaft vida
Gute Arbeit muss vor Armut schützen
Die vergangenen Krisenjahre haben viele Beschäftigte gefordert. Steigende Preise und hohe Lebenshaltungskosten belasten die Haushalte, während die Frage nach fairen Lohnabschlüssen immer wieder zum Streitpunkt wird. Für Roman Hebenstreit steht deshalb fest: Ein Abschluss muss dafür sorgen, dass die Löhne ihre Kaufkraft behalten. Wer mehr arbeitet und mehr leistet, darf am Ende nicht weniger davon haben.
Doch es geht um mehr als den Ausgleich der Teuerung. Auch Produktivitätsgewinne und wirtschaftliche Erfolge müssen fair verteilt werden. Schließlich sind es die Beschäftigten, die diese Leistungen Tag für Tag möglich machen. „Die wahren Leistungsträger sind die arbeitenden Menschen in diesem Land“, betont vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit. Für die Gewerkschaft vida ist das ein zentraler Auftrag: dafür einzutreten, dass Beschäftigte ihren gerechten Anteil bekommen – und dass sich ihre Arbeit auch im Alltag bezahlt macht.
Fachkräftemangel? Dann muss man auch ausbilden!
Ein weiterer Schwerpunkt der Herbstlohnrunde ist für den vida-Vorsitzenden Roman Hebenstreit die Zukunft des Arbeitsmarkts. Immer wieder beklagen Unternehmen einen Mangel an Fachkräften. Gleichzeitig werde zu wenig in die Ausbildung investiert und zu oft versucht, Personalengpässe durch die Anwerbung zusätzlicher Arbeitskräfte aus dem Ausland zu lösen, statt die Rahmenbedingungen nachhaltig zu verbessern. Roman Hebenstreit kritisiert diese Entwicklung deutlich. „Wer Fachkräfte braucht, muss auch bereit sein, sie auszubilden, faire Löhne zu bezahlen und Arbeitsbedingungen zu schaffen, unter denen Menschen die Jobs langfristig ausüben wollen.“
Roman Hebenstreits Botschaft ist unmissverständlich: „Wer Fachkräfte in der Zukunft braucht, der muss sie heute ausbilden.“ Dafür brauche es Investitionen in Menschen – in Qualifikation, Ausbildung, gute Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven für junge Menschen. Denn die Arbeitskraft der Menschen ist eine der wichtigsten Ressourcen des Landes.
Kollektivverträge sichern mehr als den Lohn
Bei Kollektivvertragsverhandlungen geht es nicht allein um die jährliche Lohnerhöhung. Arbeitszeiten, Überstunden, Zuschläge, Nachtdienste, Freizeit und soziale Sicherheit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Kollektivverträge gestalten damit ganz konkret, wie Menschen arbeiten und leben können.
Gute Löhne haben darüber hinaus eine Bedeutung für die gesamte Gesellschaft. Denn auch Sozialversicherung, Pensionen und viele öffentliche Leistungen hängen direkt oder indirekt von der Lohnentwicklung ab. Wenn Löhne hinter der Teuerung und der wirtschaftlichen Entwicklung zurückbleiben, hat das deshalb Folgen, die weit über das einzelne Gehaltskonto hinausgehen. Faire Lohnabschlüsse stärken nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Grundlage unseres Sozialstaats.
Am Verhandlungstisch braucht es mehr als gute Argumente
Wie laufen Kollektivvertragsverhandlungen eigentlich ab? Was passiert hinter verschlossenen Türen? Und woran erkennt man, ob die Arbeitgeberseite bereit ist, sich zu bewegen? vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit berichtet im Podcast „vidaHören“, dass Verhandlungen weit vor dem eigentlichen Termin beginnen. Verhandlungsteams bereiten sich intensiv vor, beobachten wirtschaftliche Entwicklungen und beschäftigen sich mit den konkreten Bedürfnissen der Beschäftigten. Gleichzeitig beeinflussen auch andere Auseinandersetzungen und die Zusammenarbeit der Sozialpartner, wie Verhandlungen verlaufen.
Doch gute Vorbereitung allein reicht nicht immer. Wenn Positionen verhärtet sind und die Arbeitgeberseite blockiert, braucht es die Möglichkeit, den Druck zu erhöhen. Der vida-Vorsitzende bringt es auf den Punkt: „Gehaltsverhandlungen ohne die reale Option eines Arbeitskampfes ist Betteln. Und wir betteln nicht“, sagt Roman Hebenstreit. Gewerkschaftliche Verhandlungen sind für ihn kein Selbstzweck. Es geht darum, Interessen durchzusetzen und einen fairen Ausgleich zu erreichen. Dafür braucht es klare Forderungen, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, auch schwierige Auseinandersetzungen zu führen.
Unsere stärkste Kraft: Zusammenhalt
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, welche Forderungen am Verhandlungstisch liegen. Entscheidend ist auch, wie viele Menschen dahinterstehen. „Die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften ist letztendlich immer die Anzahl derer, die sich in ihrer Organisation, in ihrer Gewerkschaft solidarisch zusammenfinden und für ihr Interesse eintreten“, erklärt Roman Hebenstreit. Je mehr Beschäftigte organisiert sind, desto stärker ist ihre gemeinsame Stimme. Das zeigt sich laut dem vida-Vorsitzenden auch in den Verhandlungen: Wo die Arbeitgeberseite weiß, dass eine starke Belegschaft hinter den Forderungen steht, ist eine Verhandlung auf Augenhöhe eher möglich. Solidarität entsteht dabei nicht von selbst. Sie muss organisiert werden. Und sie beginnt nicht erst dann, wenn es zu Protesten oder Arbeitskampfmaßnahmen kommt.
Mitreden, mitgestalten, gemeinsam etwas bewegen
Die Gewerkschaft vida setzt deshalb darauf, Mitglieder in Kollektivvertragsverhandlungen einzubeziehen. Beschäftigte sollen nicht nur darauf vertrauen müssen, dass andere ihre Interessen vertreten. Sie sollen selbst mitreden, Themen einbringen und Entscheidungen mittragen können. Das kann mit einer Umfrage beginnen, mit Gesprächen im Betrieb oder mit der Weitergabe wichtiger Informationen. Es kann auch bedeuten, Kolleginnen und Kollegen für eine Mitgliedschaft zu gewinnen, sich als Betriebsrat oder Betriebsrätin zu engagieren oder bei Aktionen gemeinsam aufzutreten.
Nicht jede und jeder muss dabei denselben Weg gehen. Wichtig ist, dass möglichst viele Menschen einen Beitrag leisten und sich für gemeinsame Interessen einsetzen. vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit sieht darin einen wichtigen Lernprozess der Gewerkschaft: Forderungen lassen sich umso besser durchsetzen, je stärker sie von den Beschäftigten selbst getragen werden.
Jetzt kommt es auf uns alle an
Woran wird sich am Ende zeigen, ob sich die Herbstlohnrunde gelohnt hat? Für Roman Hebenstreit sind die Maßstäbe klar: anständige Bezahlung, Arbeitsbedingungen, die ein würdiges Leben ermöglichen, und eine faire Beteiligung an wirtschaftlichen Erfolgen. Gleichzeitig muss die Finanzierung unserer sozialen Leistungen und unseres Gemeinwesens gesichert bleiben.
Was können Beschäftigte jetzt konkret tun? Die Antwort des vida-Vorsitzenden ist ein Aufruf zum gemeinsamen Handeln: Mitglied werden, Kolleginnen und Kollegen ansprechen, sich informieren, mitgestalten und sich dort engagieren, wo es möglich ist. Denn starke Kollektivverträge fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis gemeinsamer Interessenvertretung, konsequenter Verhandlungen und einer solidarischen Belegschaft.
Die Botschaft von vida-Vorsitzenden Roman Hebenstreit ist klar: Wer faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen will, muss sich organisieren. Je mehr wir sind, desto stärker sind wir. Gemeinsam können wir etwas bewegen.
Gute Gründe, gerade jetzt Mitglied zu werden
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- Weiterbildung & Vernetzung: Wissen teilen, Strategien lernen, gemeinsam gewinnen.
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- Solidarität, die trägt – auch dann, wenn’s ungemütlich wird.
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