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„Nicht auf unserem Rücken!“ – vida-Aktion für faire Löhne in Hotellerie und Gastronomie

Die Gewerkschaft vida macht mit einer Aktion in Wien auf die festgefahrenen KV-Verhandlungen für Hotellerie und Gastronomie aufmerksam.

Tourismus

Gewerkschaft vida

Die zentrale Forderung: voller Inflationsausgleich, echte Lohnerhöhungen und faire Arbeitsbedingungen statt Reallohnverlusten.

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die Beschäftigten im österreichischen Hotel- und Gastgewerbe sind festgefahren. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) verweigert den Beschäftigten in den niedrigsten Lohngruppen den vollen Ausgleich der Inflation und hat die Verhandlungen zuletzt einseitig für beendet erklärt.

Mit einer Gewerkschaftsaktion am 16. Juli 2026 am Wiener Lancplatz machte die Gewerkschaft vida deutlich: Der wirtschaftliche Erfolg des österreichischen Tourismus darf nicht auf niedrigen Löhnen und schlechteren Lebensbedingungen für die Beschäftigten aufbauen.

vida Protestaktion Tourismus Wien
Gewerkschaft vida

Tourismus-Rekorde dürfen nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen

„So nicht! Die Rekorde im heimischen Tourismus dürfen nicht auf den Rücken der Beschäftigten erwirtschaftet werden. Unser Tourismus darf nicht auf Armutslöhnen aufbauen“, erklärte Eva Eberhart, Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida und Leiterin der KV-Verhandlungen.

Eva Eberhart Portrait
„Die Rekorde im heimischen Tourismus dürfen nicht auf den Rücken der Beschäftigten erwirtschaftet werden. Unser Tourismus darf nicht auf Armutslöhnen aufbauen.“
Eva Eberhart
Vorsitzende des vida-Fachbereichs Tourismus

Für die Gewerkschaft steht fest: Ein neuer Tourismus-Kollektivvertrag darf keine Reallohnverluste bringen. Auch das Angebot der Arbeitgeberseite für die Lehrlinge bleibt unter der Inflationsrate.

„Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss in die Ausbildung investieren. Mit diesem KV-Angebot der WKÖ wird der Fachkräftemangel jedenfalls nicht entschärft“, betonte Eberhart.

vida fordert Rückkehr an den Verhandlungstisch

Das Angebot der Wirtschaftskammer liegt unter der rollierenden Inflation von 3,6 Prozent. Aus Sicht der Gewerkschaft würde ein solcher Abschluss einen weiteren Kaufkraftverlust für die Beschäftigten bedeuten.

„Wir sind verhandlungsbereit und fordern die WKÖ auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Beschäftigten warten auf ihre verdienten Lohnerhöhungen“, sagte Yvonne Rychly, Landesfrauenvorsitzende der vida Wien, bei der Aktion.

Die Gewerkschaft fordert daher einen Abschluss, der die Teuerung vollständig berücksichtigt und insbesondere die niedrigen Einkommen schützt.

1.645 Euro netto reichen immer weniger zum Leben

Beschäftigte in der niedrigsten Lohngruppe im Tourismus verdienen bei einer Vollzeitbeschäftigung von 40 Stunden derzeit nur rund 1.645 Euro netto im Monat. Gleichzeitig sind die Kosten für Wohnen, Lebensmittel, Energie und Mobilität stark gestiegen.

„Wir können keinem KV-Abschluss zustimmen, der Menschen mit ohnehin niedrigen Einkommen noch ärmer macht“, stellte Eberhart klar.

Heute auf der Speisekarte

Die Beschäftigten brauchen echte Lohnerhöhungen statt einer Kürzung ihrer Kaufkraft. Andernfalls droht sich der Personalmangel in Hotellerie und Gastronomie weiter zu verschärfen. Schon jetzt verlassen viele Beschäftigte die Branche, weil Einkommen und Arbeitsbedingungen nicht mit den Belastungen des Berufs Schritt halten.

Ohne Beschäftigte steht der Tourismus still

Bei der kreativen vida-Aktion am Lancplatz zeigten etwa 300 Beschäftigte und Gewerkschafter:innen szenisch, auf wessen Arbeit der Tourismus tatsächlich aufbaut. Ein „menschlicher Tisch“ machte sichtbar: Ohne Köch, Kellner, Reinigungskräfte, Rezeptionist und viele weitere Beschäftigte funktioniert kein Hotel und kein Gastronomiebetrieb.

Auch mit Koffern sendeten die Teilnehmer eine unmissverständliche Botschaft an die Arbeitgeberseite: Wer nicht fair bezahlt und respektvoll behandelt wird, verlässt die Branche.

Die Gewerkschaft vida bleibt daher bei ihrer Forderung: Die WKÖ muss ihre Blockadehaltung beenden, an den Verhandlungstisch zurückkehren und einem fairen Kollektivvertragsabschluss ohne Reallohnverluste zustimmen.

 

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