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Tourismus boomt: Rekordnächtigungen, aber Arbeitgeber verweigern fairen KV-Abschluss

Während Hotels und Gastronomie Rekordumsätze feiern, sollen Beschäftigte auf einen Inflationsausgleich verzichten. Die Gewerkschaft vida fordert faire Löhne statt Reallohnverluste.

Tourismus

Curioso.Photography | Adobe Stock

Rekordzahlen im Tourismus stehen im Widerspruch zu den KV-Verhandlungen

Der österreichische Tourismus schreibt neue Bestmarken. Laut den aktuellen Zahlen der Statistik Austria wurden im Mai 2026 rund 9,6 Millionen Nächtigungen verzeichnet – so viele wie noch nie in einem Mai seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1973. Auch die Zwischenbilanz für das laufende Jahr fällt mit mehr als 64 Millionen Nächtigungen und einem Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr äußerst positiv aus.

Eva Eberhart Portrait
„Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie die Beschäftigten trotz Rekordumsätzen im Regen stehengelassen werden!“
Eva Eberhart
Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus

Für die Gewerkschaft vida zeigen diese Zahlen vor allem eines: Wirtschaftlich geht es der Branche hervorragend. Umso unverständlicher sei es, dass die Arbeitgeber die Kollektivvertragsverhandlungen für Hotellerie und Gastronomie abgebrochen haben und den Beschäftigten keinen vollen Ausgleich der Teuerung zugestehen wollen.

Rekordpreise für Gäste, Reallohnverlust für Beschäftigte

Während Hotels und Gastronomiebetriebe in den vergangenen Jahren ihre Preise massiv erhöht haben und von einer starken Nachfrage profitieren, sollen ausgerechnet jene, die diesen Erfolg täglich erarbeiten, auf Kaufkraft verzichten.

Nach Ansicht der Gewerkschaft steht dieses Verhalten in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Entwicklung der Branche. Rekordumsätze und historische Nächtigungszahlen müssten sich auch in fairen Löhnen widerspiegeln.

Fachkräftemangel ist hausgemacht

Seit Jahren beklagen Arbeitgeber einen Mangel an Arbeitskräften im Tourismus. Für die Gewerkschaft vida liegt die Ursache jedoch nicht in fehlenden Beschäftigten, sondern in unattraktiven Arbeitsbedingungen und zu niedrigen Einkommen.

Wer dringend Personal sucht, könne nicht gleichzeitig Reallohnverluste verlangen. Faire Bezahlung, planbare Arbeitszeiten und gute Arbeitsbedingungen seien die entscheidenden Faktoren, um Menschen langfristig für Berufe in Hotellerie und Gastronomie zu gewinnen und in der Branche zu halten.

Diese Forderungen stellt die Gewerkschaft vida

Die Gewerkschaft vida fordert die Arbeitgeber auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und einen fairen Kollektivvertragsabschluss zu ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen dabei:

  • voller Ausgleich der Inflation, damit es zu keinem Reallohnverlust kommt,
  • eine faire Beteiligung der Beschäftigten am wirtschaftlichen Erfolg der Branche,
  • bessere Arbeitsbedingungen und attraktive Einkommen als wirksame Antwort auf den Arbeitskräftemangel.

Tourismuserfolg darf nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen

Rekordentwicklung im Tourismus ist das Ergebnis der täglichen Arbeit von mehr als 200.000 Beschäftigten. Wer von historischen Nächtigungszahlen und steigenden Einnahmen profitiert, müsse auch jene fair entlohnen, die diesen Erfolg möglich machen. Reallohnverluste trotz Rekordgewinnen seien weder wirtschaftlich nachvollziehbar noch sozial gerecht.

 

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