vida-Aktion bei Salzburger Festspielen: „Nicht auf unserem Rücken!“
Mit der Aktion „Nicht auf unserem Rücken!“ macht die Gewerkschaft vida vor der Eröffnung der Salzburger Festspiele auf die niedrigen Einkommen in Hotellerie und Gastronomie aufmerksam.
Tourismus-KV
Die Verhandlungen zum Kollektivvertrag für das Hotel- und Gastgewerbe sind festgefahren. Die Wirtschaftskammer Österreich verweigert den Beschäftigten in den niedrigsten Lohngruppen den vollen Ausgleich der Inflation und hat die KV-Verhandlungen zuletzt einseitig für beendet erklärt.
Mit einer Gewerkschaftsaktion am Sonntagvormittag vor der feierlichen Eröffnung der Salzburger Festspiele machte die Gewerkschaft vida sichtbar, wer den erfolgreichen Tourismus in Österreich Tag für Tag möglich macht: die Beschäftigten in Hotels, Restaurants, Küchen und Gaststätten.
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Tourismus-Rekorde nicht auf dem Rücken der Beschäftigten
Eva Eberhart, Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida und Leiterin der KV-Verhandlungen, fordert einen Kollektivvertragsabschluss, der die Einkommen der Beschäftigten schützt.
„So nicht! Die Rekorde im heimischen Tourismus dürfen nicht auf den Rücken der Beschäftigten erwirtschaftet werden. Unser Tourismus darf nicht auf Armutslöhnen aufbauen.“Vorsitzende des vida-Fachbereichs Tourismus
Die Beschäftigten in Hotellerie und Gastronomie dürfen keine Reallohnverluste hinnehmen müssen. Wer trotz steigender Preise weniger Kaufkraft hat, erlebt keine Lohnerhöhung, sondern eine Lohnkürzung durch die Hintertür.
WKÖ-Angebot auch für Lehrlinge unter der Inflation
Auch das Angebot der Wirtschaftskammer für Lehrlinge bleibt unter der Inflationsrate. Damit drohen auch jungen Menschen in der Branche reale Einkommensverluste.
„Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss in die Ausbildung investieren – mit diesem KV-Angebot der WKÖ wird der Fachkräftemangel jedenfalls nicht entschärft“, warnt Eberhart.
Gerade eine Branche, die seit Jahren über fehlende Arbeitskräfte klagt, muss gute Ausbildungsbedingungen, faire Lehrlingseinkommen und verlässliche berufliche Perspektiven bieten. Niedrige Löhne sind kein Rezept gegen den Fachkräftemangel – sie sind ein Teil des Problems.
1.645 Euro netto für eine Vollzeitstelle
In der niedrigsten Lohngruppe verdienen Beschäftigte im Tourismus bei einer 40-Stunden-Woche derzeit nur rund 1.645 Euro netto im Monat. Gleichzeitig steigen die Kosten für Wohnen, Lebensmittel, Energie und Mobilität.
Für Menschen mit niedrigen Einkommen bleibt dadurch immer weniger zum Leben übrig. Ein KV-Abschluss unter der Inflation würde diese Situation weiter verschärfen.
„Wir können keinem KV-Abschluss zustimmen, der Menschen mit ohnehin niedrigen Einkommen noch ärmer macht“, betont Eberhart.
Beschäftigte brauchen echte Lohnerhöhungen
Die Geduld der Beschäftigten ist am Ende. Sie brauchen echte Lohnerhöhungen, die zumindest die Teuerung ausgleichen – und keine Angebote, die ihre Kaufkraft weiter schwächen.
Ohne faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen werden noch mehr Beschäftigte Hotellerie und Gastronomie verlassen. Damit verschärft sich genau jenes Problem, über das die Arbeitgeber selbst regelmäßig klagen: der Arbeits- und Fachkräftemangel.
Wir bleiben deshalb bei unserer Forderung: voller Inflationsausgleich, faire Einkommen und gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im österreichischen Tourismus.