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Lohnverhandlungen sind kein Gnadenakt!

vida fordert Rückkehr an den Verhandlungstisch und ein Ende der Blockade auf den Rücken der Beschäftigten

Tourismus

Gewerkschaft vida

Die Kollektivvertragsverhandlungen im Tourismus sind ausgesetzt – auf Initiative der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Für die Gewerkschaft vida ist das ein fatales Signal an mehr als 200.000 Beschäftigte in Hotellerie und Gastronomie.

Eva Eberhart Portrait
„Lohnverhandlungen sind kein Gnadenakt. Mit ihrer Vorgehensweise nimmt die WKÖ wegen persönlicher Eitelkeiten über 200.000 Beschäftigte in Geiselhaft."
Eva Eberhart
Fachbereichsvorsitzende Tourismus der Gewerkschaft vida

Die WKÖ müsse umgehend an den Verhandlungstisch zurückkehren und die Blockade beenden.

Entschuldigung als Vorbedingung? „Fadenscheiniges Ablenkungsmanöver“

Besonders scharf weist Eberhart die Forderung der WKÖ zurück, eine Entschuldigung von vida-Vorsitzendem Roman Hebenstreit zur Bedingung für weitere Gespräche zu machen.

Hebenstreit habe Missstände klar benannt – und diese seien durch öffentliche Quellen sowie die jüngste Enquete des Finanzministeriums zu Steuerbetrug und Lohndumping in der Branche untermauert. „Wahrheiten brauchen keine Entschuldigung, sondern politische Konsequenzen“, stellt Eberhart klar.

Organisierte Wirtschaftskriminalität im Tourismus: Strukturelles Problem

Die jüngsten Enthüllungen rund um organisierte Wirtschaftskriminalität und manipulierte Registrierkassen-Software zeigen deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt.

„Es geht darum, schwarze Schafe endlich beim Namen zu nennen – auch im Interesse der vielen redlichen Betriebe“, so Eberhart. Wer korrekt wirtschaftet, Steuern zahlt und faire Arbeitsbedingungen bietet, dürfe nicht länger durch unlauteren Wettbewerb unter Druck geraten.

vida fordert verpflichtendes Qualitätssiegel für faire Betriebe

Als Konsequenz fordern wir ein verpflichtendes Qualitätssiegel für Tourismusbetriebe. Ausgezeichnet werden sollen nur Unternehmen, die Transparenz bei:

  • Steuerabgaben
  • Arbeitszeiten
  • Sozialversicherungsbeiträgen

nachweislich einhalten.

„Nur Betriebe, die sauber arbeiten, verdienen auch die Auszeichnung als Top-Arbeitgeber“, betont Eberhart. Ein solches Gütesiegel würde faire Wettbewerbsbedingungen stärken und Lohndumping entgegenwirken.

Teuerungsabgeltung ist keine Großzügigkeit

Deutliche Worte findet Eberhart auch in Richtung Arbeitgebervertretung: 

„Der Arbeitsmarkt ist kein Verhältnis von Eltern zu Kindern, die brav sein müssen, damit das Christkind ein Packerl unter den Baum legt.“
Eva Eberhart
Fachbereichsvorsitzende Tourismus der Gewerkschaft vida

Der Ausgleich des inflationsbedingten Kaufkraftverlustes sei keine Gefälligkeit, sondern eine ökonomische Notwendigkeit. Wer die Teuerungsabgeltung verweigere, stelle ein bedenkliches Verständnis von Sozialpartnerschaft unter Beweis.

Gerade in einer Branche mit hoher Arbeitsbelastung, Wochenenddiensten und vergleichsweise niedrigen Einkommen brauche es Respekt – und diesen drücke man in fairen Löhnen aus.

Forderung an die WKÖ: Blockade beenden

Die Gewerkschaft vida fordert die WKÖ daher auf, die Verhandlungen unverzüglich wieder aufzunehmen.

„Wir brauchen keine beleidigten Reaktionen, sondern Lösungen gegen Armutsgefährdung und für faire Wettbewerbsbedingungen“, so Eberhart.

Die Beschäftigten im Tourismus erwarten Verhandlungen auf Augenhöhe – nicht symbolpolitische Machtspiele.

 

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