Tod und Trauer am Arbeitsplatz
Neue Generation an Trauervertrauenspersonen stehen sicher zur Seite.
Tatort Arbeitsplatz
Tod und Trauer am Arbeitsplatz, das ist keine Seltenheit, und trotzdem nach wie vor ein Tabu in der Arbeitswelt. Die Trauer ist privat und soll zu Hause bleiben, fordern nicht selten Arbeitgeber:innen. Die Gewerkschaft vida hat es sich zum Ziel gesetzt, mit diesem Tabu zu brechen und bietet unter anderem die Ausbildung zur Trauervertrauensperson in Österreich an. Dieses Jahr absolvierten über 20 Kolleginnen und Kollegen die Ausbildung zur Trauervertrauensperson. Sie stehen ihren Kolleg:innen in den Betrieben unterstützend zur Seite.
„In der Arbeitswelt gilt Trauer oft als Tabu. Doch wer trauert, leistet harte Arbeit, 24 Stunden am Tag – nämlich Trauerarbeit! Es sollte daher in unser aller Interesse liegen, Trauerfälle und Trauerprozesse in Unternehmen und Organisationen verantwortungsvoll, sensibel und vorausschauend zu behandeln.“Schirmherrin der vida-Initiative „Tatort Arbeitsplatz“
Gemeinsam durch Krisen
Eine Kollegin ist tödlich verunglückt. Ein Kollege hat sich das Leben genommen. Ein Teammitglied betrauert einen Todesfall in der Familie. All diese Ereignisse schockieren, machen sprachlos, traurig und verunsichern. Was ist in diesen Fällen im Betrieb zu tun? Was ist richtig, was falsch? Wie mit Tod und Trauer am Arbeitsplatz umgehen? Eine Trauervertrauensperson kann hier weiterhelfen. „Trauervertrauenspersonen beraten und stehen zur Seite, wenn es Gesprächsbedarf nach einem Todesfall oder nach persönlichen Krisen wie einer Trennung oder Scheidung gibt“, berichtet Ilse Docekal. Sie arbeitet in der Gewerkschaft vida und ist selbst zertifizierte Trauervertrauensperson.
Gut ausgebildet und zertifiziert
Dieses Jahr absolvierten über 20 Kolleginnen und Kollegen die Ausbildung zur Trauervertrauensperson.
Seit 2019 bietet die Gewerkschaft vida in Kooperation mit der Rundumberatung die Ausbildung von Trauervertrauenspersonen an. „Die Ausbildung soll Kompetenzen erweitern, Möglichkeiten aufzeigen, aus einer scheinbar ausweglosen Situation herauszufinden, sowie Austausch im Umgang mit Verlust- und Trauererfahrungen möglich machen. Die Begegnungen mit den anderen Kursteilnehmer:innen sind eine sinnvolle und wichtige Ergänzung, die von Wertschätzung und hoher Empathie geprägt ist“, so Trauervertrauensperson Docekal.
Trauer braucht Raum
Am 28. September 2026 bekamen die Teilnehmer:innen der Trauervertrauensausbildung im ÖGB- und Gewerkschaftshaus „Catamaran“ in Wien ihre Zertifikate überreicht. Darüber hinaus gab es für jede zertifizierte Trauervertrauenspersonen eine persönliche vida-Trauerbox. „Damit wollen wir den Kolleginnen und Kollegen ein Hilfswerkzeug mitgeben, um Trauer am Arbeitsplatz zu leben und gemeinsame Formen des Erinnerns zu finden“, berichtet Ilse Docekal. Um im Austausch zu bleiben und sich gegenseitig Hilfestellungen geben zu können, organisiert die Gewerkschaft vida zweimal im Jahr Vernetzungstreffen für Trauervertrauenspersonen.
TVP-Ausbildung 2027 – die Termine
- Trauerseminar 1: 15.-16. März 2027
- Trauerseminar 2: 10.-11. Mai 2027
- Trauerseminar 3: 20. September 2027 - Abschluss mit Zertifikatsübergabe