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Mehr Schutz für Bahnpersonal: vida fordert Meldepflicht bei Gewalt

Gewalt gegen Beschäftigte bei der Bahn muss konsequent erfasst und bekämpft werden. Die Gewerkschaft vida fordert eine branchenweite Meldepflicht und die rasche Umsetzung des Zehn-Punkte-Plans für mehr Sicherheit.

Gewaltschutz

yipengge | Getty Images

Nach dem Vor-Ort-Besuch von Verkehrsminister Peter Hanke am Wiener Hauptbahnhof begrüßt die Gewerkschaft vida dessen klare Haltung gegen Gewalt an Bahnbeschäftigten. Für vida ist aber ebenso klar: Den Worten müssen nun konkrete Maßnahmen folgen.

Olivia Janisch mit Verkehrsminister Peter Hanke am Wiener Hauptbahnhof
Gewerkschaft vida

Die stellvertretende vida-Vorsitzende Olivia Janisch fordert deshalb insbesondere eine rasche und verbindliche Meldepflicht für Gewaltvorfälle bei allen Eisenbahnunternehmen.

Olivia Janisch im Portrait
„Wir brauchen ein vollständiges und belastbares Lagebild über die Gewaltentwicklung im Eisenbahnsektor. Nur wenn alle Eisenbahnunternehmen Vorfälle nach einheitlichen Kriterien lückenlos melden, können Schutzmaßnahmen gezielt an Problemorten und zu kritischen Zeiten gesetzt werden.“
Olivia Janisch
stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft vida

Meldepflicht soll vollständiges Bild über Gewalt bei der Bahn liefern

Damit Beschäftigte gezielt geschützt werden können, braucht es verlässliche Informationen darüber, wo, wann und in welcher Form es zu Übergriffen kommt. Dafür müssen Gewaltvorfälle in der gesamten Eisenbahnbranche nach einheitlichen Kriterien erfasst werden.

Ein verbindliches Melderegister soll unter anderem ermöglichen, Sicherheitsmaßnahmen und Bestreifungen gezielt dort einzusetzen, wo Beschäftigte besonders gefährdet sind.

Gewalt beginnt nicht erst bei körperlichen Angriffen

Der vereinbarte Zehn-Punkte-Plan zum Schutz des Bahnpersonals fasst Gewalt bewusst weiter. Dazu zählen nicht nur körperliche Angriffe wie Schläge, Tritte oder Bespucken, sondern auch Bedrohungen, Beschimpfungen und Belästigungen.

„Bei jeder Form von Gewalt wird eine Grenze überschritten und die Gesundheit der Beschäftigten gefährdet. Jeder gewalttätige Vorfall muss konsequent erfasst, verfolgt und sanktioniert werden“, betont Janisch.

Für vida ist eine einheitliche Erfassung deshalb keine bürokratische Nebensache. Sie bildet die Grundlage dafür, Gefahrenstellen zu erkennen und wirksame Schutzmaßnahmen zu setzen.

„Nur Menschen schützen Menschen“: Mehr Personal in Zügen und Bahnhöfen

Neben der Meldepflicht fordert vida die rasche Umsetzung des gesamten Zehn-Punkte-Plans für mehr Sicherheit bei der Bahn. Dieser sieht unter anderem den Ausbau von Bodycams, bessere Alarmierungssysteme, eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Polizei sowie Deeskalationstrainings vor.

Technische Ausrüstung allein kann für vida jedoch keine ausreichende Antwort auf Gewalt am Arbeitsplatz sein. Entscheidend bleibt eine gute personelle Besetzung in Zügen und an Bahnhöfen.

„Stichschutzwesten und Bodycams sind keine Antwort auf ein generelles Sicherheitsproblem. Das Ziel muss ein sicheres Arbeitsumfeld sein – nicht, dass Beschäftigte sich aufrüsten oder Selbstverteidigungskurse besuchen müssen“, stellt Janisch klar.

Eine konsequente Doppelbesetzung mit Zugbegleiter kann dazu beitragen, Konflikte frühzeitig zu erkennen, zu deeskalieren und Beschäftigte in schwierigen Situationen nicht alleine zu lassen.

Sicherheit am Arbeitsplatz darf nicht vom Zufall abhängen

Die klare Haltung von Verkehrsminister Peter Hanke gegen Gewalt ist aus Sicht der Gewerkschaft ein wichtiges Signal an die Eisenbahner. Nun stehen auch die Eisenbahnunternehmen in der Verantwortung.

„Die Beschäftigten müssen darauf vertrauen können, dass Meldungen konkrete Schutzmaßnahmen auslösen und sie nicht alleine gelassen werden. Alle vereinbarten Punkte müssen jetzt rasch auf Schiene gebracht werden“, fordert Janisch.

Wer täglich dafür sorgt, dass Menschen sicher mit der Bahn unterwegs sind, hat selbst ein Recht auf einen sicheren Arbeitsplatz.

 

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