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Boomende Bahnbranche: vida fordert faire Arbeitsbedingungen und hohe Sicherheitsstandards

vida pocht bei wachsendem Wettbewerb im Bahnsektor auf gute Ausbildung, faire Löhne und europaweite Standards

Eisenbahn

petrrgoskov | Adobe Stock

Die Bahnbranche in Österreich wächst rasant: Immer mehr Unternehmen drängen auf den Markt, die Fahrgastzahlen erreichen Rekordwerte und der Bedarf an qualifizierten Beschäftigten steigt kontinuierlich. Für die Gewerkschaft vida ist deshalb klar: Mit dem Wachstum der Branche müssen auch faire Arbeitsbedingungen, hohe Sicherheitsstandards und gute Entlohnung Schritt halten.

Portrait Gerhard Tauchner
„Ein sicherer Eisenbahnsektor ist nur möglich, wenn dieser auch sozial nachhaltig gestaltet ist – und zwar europaweit.“
Gerhard Tauchner
Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn

Gerhard Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, warnt angesichts des zunehmenden Wettbewerbs im Schienenpersonenverkehr davor, Einsparungen auf Kosten der Beschäftigten vorzunehmen. „Die Eisenbahn ist eben eine boomende Branche mit mittlerweile 93 Unternehmen, Fahrgastrekorden und zunehmender Beschäftigung. Angesichts dieses positiven Trends in der Eisenbahnbranche mit zusätzlichen Angeboten für die Fahrgäste muss auch umso mehr darauf geachtet werden, dass bei einem fairen Wettbewerb nicht auf die Arbeitsbedingungen und die gute Entlohnung der hart arbeitenden Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern vergessen wird“, betont Tauchner.

Sicherheit auf der Schiene braucht gute Arbeitsbedingungen

Für die Gewerkschaft vida hängen Sicherheit und Arbeitsbedingungen unmittelbar zusammen. Hochqualitative Ausbildungen, ausreichend Personal und verlässliche Rahmenbedingungen seien zentrale Voraussetzungen für einen sicheren Bahnbetrieb.

Besonders wichtig seien europaweit einheitliche Standards bei Ausbildung und Sicherheit. „Ein sicherer Eisenbahnsektor ist nur möglich, wenn dieser auch sozial nachhaltig gestaltet ist – und zwar europaweit“, unterstreicht Tauchner.

Die vida fordert daher unter anderem eine fälschungssichere digitale Arbeitszeiterfassung für das Zugpersonal. Gleichzeitig spricht sich die Gewerkschaft klar gegen eine Abschwächung der bestehenden Sprachvorgaben für Triebfahrzeugführer:innen auf EU-Ebene aus.

Wettbewerb darf nicht auf Kosten der Beschäftigten stattfinden

Aus Sicht der Gewerkschaft vida kann ein fairer Wettbewerb im Bahnsektor nur funktionieren, wenn für alle Unternehmen vergleichbare Regeln gelten. Besonders in einer Branche mit akutem Fachkräftemangel seien attraktive Arbeitsbedingungen entscheidend.

„Wenn die Eisenbahnen für Beschäftigte attraktiv bleiben sollen, muss sich Mehrleistung auch lohnen“, fordert Tauchner. Ein Wettbewerb, der ausschließlich über Druck auf Beschäftigte und schlechtere Arbeitsbedingungen geführt werde, gefährde langfristig die Stabilität der gesamten Branche.

Rekordzahlen zeigen Bedeutung der Beschäftigten

Die steigenden Fahrgastzahlen würden zwar das enorme Potenzial der Bahn unterstreichen, gleichzeitig aber auch die zentrale Rolle der Beschäftigten sichtbar machen. Ohne ausreichend Personal und langfristige Strategien könne der aktuelle Erfolg nicht dauerhaft abgesichert werden.

Für die Gewerkschaft vida steht deshalb fest: Die Zukunft der Bahn entscheidet sich nicht nur bei Infrastruktur und Investitionen, sondern auch bei den Arbeitsbedingungen jener Menschen, die täglich für einen sicheren und funktionierenden Bahnverkehr sorgen.

„Ohne bessere Arbeitsbedingungen, gute Entlohnung, Sicherheit und langfristige Strategien droht der Erfolg auf Verschleiß zu fahren. Die Bahnen können nur so stark sein wie die Menschen, die sie täglich am Laufen halten“, so Tauchner abschließend.

 

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