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Burgenland

Erneute Fallprüfung für Lehrling Hossein K. gefordert

Jungem Mann drohen Verfolgung und Tod.

Der heimische Arbeitsmarkt darf niemals Steigbügelhalter für die Industrie, den Tourismus und die Gesundheits- und Pflegeberufe werden, um billige, erpressbare und traumatisierte Arbeitskräfte in schwierigen Arbeitsbedingungen zu verheizen. Schon gar nicht, weil das kleine Österreich offensichtlich Schwierigkeiten hat, unter den über 12 Millionen europäischen Arbeitssuchenden seinen Hunger nach Arbeitskräften zu stillen. Hier sind Regierung und Arbeitgeber klar gefordert, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, statt in immer neuen Gebieten nach billigen und erpressbaren Arbeitskräften zu suchen.

Gezielte zusätzliche Lehrstellen und das Abschließen einer Lehrlingsausbildung, um das Wissen dann im jeweiligen Heimatland einzusetzen, kann jedoch ein wichtiger Beitrag zum Wiederaufbau in Krisengebieten sein. Die Voraussetzung ist allerdings, dass die Heimatländer wieder als sicher eingestuft werden. Wenn die Arbeitgeber solche Modelle anstreben, dann ist das sinnvoll. Die Entwicklung der Anzahl der Lehrstellen bestätigt allerdings, dass es beim Schreien der Arbeitgeber nach billigen Arbeitskräften darum wohl nicht geht.

Im Fall von Lehrling Hossein K. scheint eine Rückführung in seine Heimat Afghanistan Verfolgung und Tod zu bedeuten. Es bedarf daher einer erneuten Prüfung des Falls: „Wir sind zutiefst bestürzt und schockiert über die Festnahme unseres Lehrlings Hossein K.“, so Walter Trupp, Betriebsratsvorsitzender der Klinik Diakonissen Schladming GmbH. „Innerhalb weniger Minuten wurden ihm sämtliche Lebensperspektiven geraubt. Er ist ein fleißiger junger Mann, der auch die Berufsschule erfolgreich abgeschlossen hat. Er ist überaus beliebt und bestens integriert“, betont Trupp.

„Hossein des Landes zu verweisen, ist ein schwerer Schaden für ihn“, sagt Trupp. Abschließend ruft der Betriebsrat die Behörden auf, eine positive Lösung für Hossein zu finden: „Wir brauchen engagierte Lehrlinge wie ihn und ausgebildete FacharbeiterInnen für den Wiederaufbau!“

 

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