Die Donau spielerisch entdecken
Gewerkschaft vida zu Besuch im ZOOM Kindermuseum - wo Lebensraum, Abenteuer und Arbeitswelten aufeinandertreffen. Ein Blick hinter die Kulissen der Mitmach-Ausstellung.
vida Hören | Podcast
Die Donau ist Naturraum, Verkehrsweg und Arbeitsplatz. Auf und an ihr arbeiten Menschen in ganz unterschiedlichen Berufen – von der Schifffahrt über Kraftwerke bis zur Forschung. Genau diese Verbindung von Lebensraum und Arbeitswelt steht im Mittelpunkt der aktuellen Mitmach-Ausstellung „Donaurauschen und Flussgeflüster“ im ZOOM Kindermuseum Wien. vidaHören war zu Besuch.
Lebensader durch unser Land
Die Donau ist 2.857 Kilometer lang, durchquert zehn europäische Länder und verbindet unterschiedliche Lebens- und Kulturräume. Für die aktuelle Mitmach-Ausstellung im ZOOM Kindermuseum ist sie deshalb ein besonders vielseitiges Thema. „Die Donau ist einfach eine Lebensader durch unser Land“, sagt ZOOM-Direktorin Andrea Zsutty im Gespräch mit vidaHören. Sie sei zugleich Naturraum, Erholungsgebiet, Transportweg und ein wichtiger Teil von Wirtschaft und Tourismus.
„Die Donau betrifft uns alle – als Naturraum, Erholungsgebiet, Verkehrsweg und Wirtschaftsraum. Hinter jedem Schiff, jedem Kraftwerk und jeder Schleuse stehen Menschen, deren Arbeit dafür sorgt, dass auf und entlang der Donau alles funktioniert.“Direktorin ZOOM Kindermuseum
Lernen durch Ausprobieren
Im ZOOM geht es allerdings nicht darum, Kindern möglichst viele Fakten über den Fluss zu vermitteln. Stattdessen sollen sie die Donau selbst entdecken. Die Ausstellung bietet unterschiedliche Stationen, die zum Beobachten, Kurbeln, Bauen, Spielen und kreativen Gestalten einladen.
Kinder können etwa in die Rollen von Kapitän:innen, Matros:innen oder Schleusenwärter:innen schlüpfen. Sie navigieren Schiffe, probieren das Anlegen und Auftanken eines Passagiersschiffs aus oder bauen eine Staumauer. Auch komplexere Themen wie Wasserkraft und Stromgewinnung werden über praktische Erfahrungen zugänglich gemacht.
„Das, was alles eint bei uns, ist das selbstbestimmte Aneignen von Inhalten“, erklärt Andrea Zsutty. Die Kinder können selbst entscheiden, wie intensiv sie sich mit einzelnen Stationen beschäftigen und in welchem Tempo sie die Ausstellung erkunden. Unterstützt werden sie von Vermittler:innen, die die Kinder begleiten, Fragen aufgreifen und gemeinsam mit ihnen komplexe Inhalte verständlich machen.
Von der Donau in die Arbeitswelt
Ein besonderer Aspekt der Ausstellung ist der Blick auf die Menschen, die an, auf und in der Donau arbeiten. Denn hinter den Schiffen, Kraftwerken und Schleusen stehen ganz unterschiedliche Berufe. Für Andrea Zsutty gehört es zu den Aufgaben des ZOOM, Kindern solche Arbeitswelten und Berufsbilder sichtbar zu machen. Die Kinder sollen erfahren, welche Möglichkeiten es gibt – auch jenseits jener Berufe, die sie aus ihrem Alltag bereits kennen. Dazu gehört auch, mit Rollenbildern und Stereotypen aufzuräumen. Frauen in technischen Berufen werden deshalb ebenso als Role Models sichtbar gemacht.
Auch Forschung spielt eine Rolle: Das ZOOM arbeitet mit Universitäten zusammen und greift aktuelle Forschung rund um die Donau auf. Eine der Stationen simuliert beispielsweise einen Flusslauf und macht sichtbar, wie sich unterschiedliche Szenarien auf einen Fluss und seine Umgebung auswirken können.
Damit macht die Ausstellung etwas sichtbar, das auch für die Gewerkschaft vida zentral ist: Arbeitswelt findet überall dort statt, wo Menschen arbeiten – auch auf und an einem Fluss wie der Donau. Hinter Schiffen, Schleusen, Kraftwerken und anderen Bereichen stehen Beschäftigte mit ganz unterschiedlichen Aufgaben und Qualifikationen.
Ein Museum für die ganze Familie
Obwohl sich das ZOOM an Kinder richtet, ist die Ausstellung ausdrücklich auch als gemeinsames Erlebnis für Familien gedacht. Erwachsene Begleitpersonen können selbst mitmachen, kreativ werden oder einfach beobachten. Viele Stationen sind altersunabhängig. Genau darin sieht die ZOOM-Direktorin einen wichtigen Teil eines gelungenen Museumsbesuchs: Alle sollen eine gute Zeit haben – und selbst entscheiden können, wie aktiv sie sich beteiligen möchten.
Neugier statt Faktenwissen
Am Ende geht es für Andrea Zsutty weniger darum, dass Kinder nach dem Museumsbesuch möglichst viele Fakten über die Donau aufsagen können. Entscheidend sei vielmehr, dass sie selbst etwas entdeckt, ausprobiert und erforscht haben. „Diese Selbstermächtigung ist mir eigentlich das Wichtige“, sagt sie im Podcast „vidaHören“. Kinder sollen mit ihrer natürlichen Neugier unterstützt werden und sich Wissen selbst aneignen können.
Und vielleicht bleibt nach dem Besuch vor allem eines hängen: Die Donau ist nicht nur ein großer Fluss. Sie ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Spiel- und Erlebnisraum für Kinder – und zugleich ein Ort, an dem Menschen in ganz unterschiedlichen Berufen arbeiten.
Die aktuelle Mitmach-Ausstellung „Donaurauschen und Flussgeflüster“ zeigt auf spielerische Weise, wie eng Lebensraum und Arbeitswelt miteinander verbunden sind. Ein spannender Blick auf die Donau – und auf die Menschen, die sie prägen und von ihr leben.
Mehr Infos: www.kindermuseum.at