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Neuer Präsident auf Schiene

Gerhard Tauchner im Einsatz für faire, sichere und soziale Arbeitsbedingungen in ganz Europa – und im Podcast-Talk.

vida Hören | Podcast

Marek Knopp

Wenn es um die Zukunft der Eisenbahnen geht, hat Gerhard Tauchner ein klares Ziel: starke Arbeitnehmer:innen, sichere Züge und faire Bedingungen in ganz Europa. Seit über 40 Jahren fährt der Niederösterreicher auf der Schiene – zunächst als Triebfahrzeugführer bei den ÖBB, später als leidenschaftlicher Betriebsrat und Gewerkschafter. Schon früh stellte er nicht nur Weichen für sich selbst, sondern auch für seine Kolleg:innen.

Gerecht und europäisch

Seit 2023 ist Gerhard Tauchner Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida. Im Dezember 2025 wurde er zum Präsidenten der Sektion Eisenbahn in der Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) gewählt. Damit vertritt er mit über 60 Gewerkschaften aus 38 Ländern rund 1,5 Millionen Eisenbahnbeschäftigte in Europa. Das gemeinsame Ziel: eine starke, sichere und sozial gerechte Bahn.

Portrait Gerhard Tauchner
„Viele Herausforderungen, betreffen Eisenbahner:innen europaweit. Gemeinsam haben wir mehr Gewicht und können Standards setzen, die Sicherheit, Ausbildung und faire Bezahlung gewährleisten.“
Gerhard Tauchner
Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn, Gewerkschaft vida

Gemeinsam für das Gute

„Gute Arbeit bedeutet für mich, dass die Beschäftigten spüren, dass ihre Anliegen ernst genommen werden“, sagt Gerhard Tauchner. Für ihn beginnt Gewerkschaftsarbeit genau dort – bei den Sorgen und Bedürfnissen der Arbeitnehmer:innen. Gute Kollektivverträge, faire Bezahlung, verlässliche Arbeitszeiten und sichere Arbeitsplätze sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind das Ergebnis harter, konsequenter Interessenvertretung.

Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping

Dabei denkt der vida-Gewerkschafter über die Grenzen Österreichs hinaus: „Viele Herausforderungen, die wir kennen, betreffen Kolleginnen und Kollegen europaweit. Gemeinsam haben wir mehr Gewicht und können Standards setzen, die Sicherheit, Ausbildung und faire Bezahlung gewährleisten.“ Besonders wichtig ist Gerhard Tauchner der Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping. Der zunehmende Liberalisierungsdruck setzt sowohl Unternehmen als auch Beschäftigte massiv unter Druck. Für den Eisenbahngewerkschafter ist klar: Wettbewerb darf nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer:innen ausgetragen werden.

Zukunft stark und menschlich am Zug

Die Arbeitswelt steht vor großen Herausforderungen. Der Personalmangel am Zug ist spürbar, und gleichzeitig steigt die Gewalt gegen Beschäftigte. „Eisenbahn muss sicher bleiben – für Fahrgäste und für das Personal. Dafür machen wir uns stark, in Österreich und in Europa“, betont der Gewerkschafter. Darüber hinaus setzt er sich für eine digitale Arbeitszeitaufzeichnung, die Modernisierung der Triebfahrzeugführerrichtlinie und den Erhalt der Direktvergabe ein. Besonders am Herzen liegt ihm auch der Schienengüterverkehr: „Gegenüber der Straße bestehen klare Wettbewerbsnachteile. Wir wollen den Einzelwagenverkehr nachhaltig stärken – im Interesse der Beschäftigten, der Unternehmen und nicht zuletzt des Klimas.“

Eisenbahner – ein Leben lang

Am 1. September 2026 startet Gerhard Tauchner in sein 48. Berufsjahr. Doch wer glaubt, dass er sich zurückzieht, irrt. Er ist weiterhin gewerkschaftlich stark im Einsatz. Seine Überzeugung ist klar: „Wer einmal Eisenbahner und Gewerkschafter ist, bleibt es ein Leben lang.“ Gerade in Zeiten von Liberalisierungsdruck, Personalmangel und wachsender Unsicherheit braucht es starke Stimmen auf nationaler und europäischer Ebene. Mit Gerhard Tauchner steht die europäische Eisenbahngewerkschaftsbewegung geschlossen auf Schiene.

 

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