Vom Pushback-Fahrer zum Betriebsratsvorsitzenden
Thomas Faulhuber vom Flughafen Wien sorgt dafür, dass die Interessen der Arbeiter:innen gehört werden – und dass Verbesserungen tatsächlich ankommen.
vida Hören | Podcast
Für Thomas Faulhuber ist der Flughafen Wien „eine Stadt für sich“. Mehr als 50.000 Menschen arbeiten hier, rund 6.000 davon direkt bei der Flughafen Wien AG. In seinem Bereich vertritt er etwa 2.000 Arbeiterinnen und Arbeiter – von der Reinigung über Werkstätten bis zur Flugzeugabfertigung. Gearbeitet wird rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Die Anforderungen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, erzählt der Niederösterreicher: „Als ich in den 90er-Jahren hier angefangen habe, hatten wir rund sieben Millionen Passagiere – heute sind es über 32 Millionen.“ Zwar sind manche Tätigkeiten körperlich leichter geworden, die Gesamtbelastung ist jedoch hoch geblieben.
Kein gerader Weg – aber der richtige
Sein Berufsweg ist alles andere als geradlinig. In den 80er-Jahren absolvierte Thomas Faulhuber eine Lehre als Karosseriebautechniker. Danach folgten Stationen beim Bundesheer, im Autoverkauf und bei den ÖBB als Gleisaufseher – und sogar als Tankstellenbesitzer war er tätig. 1997 begann schließlich sein Weg am Flughafen Wien. „Das war wie eine andere Welt“, erinnert er sich. Er startete als Flugzeuglader und arbeitete sich Schritt für Schritt bis zum Pushback-Fahrer hoch. Dabei werden Flugzeuge mit tonnenschweren Schleppern vom Gate zurückgeschoben. „Das ist genau mein Ding“, sagt er – doch dabei blieb es nicht.
Gemeinsam besser machen
„Ich habe mir gedacht: Das kann ich besser.“ Mit diesem Anspruch ging Thomas Faulhuber in den Betriebsrat. Seit 2013 ist er Vorsitzender. Sein Ziel: nicht nur reden, sondern konkret etwas verändern. Früher sei vieles liegen geblieben, die Zusammenarbeit schwierig gewesen. Heute setzt der Betriebsrat auf klare Kommunikation und Zusammenhalt: „Durch Reden kommen die Leute zusammen.“ Was ihn antreibt? Die Kolleginnen und Kollegen – und der Anspruch, ihre Arbeitsbedingungen spürbar zu verbessern.
Wenn es darauf ankommt
Die größte Herausforderung für Thomas Faulhuber? „Ganz klar die Corona-Pandemie. Das war die härteste Zeit.“ Existenzängste, Kurzarbeit, unzählige Anrufe – der Betriebsrat wurde zur zentralen Anlaufstelle für Sorgen und Fragen. Gleichzeitig gelang es, Kündigungen zu verhindern und den Betrieb aufrechtzuerhalten. „Wir haben Österreich am Laufen gehalten“, sagt er – etwa durch die Abfertigung wichtiger Lieferungen. Seine wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit: Ohne Zusammenhalt geht nichts.
Ein Kampf, der sich lohnt
Erfolge kommen nicht von selbst – sie sind das Ergebnis harter, konsequenter Arbeit. Gemeinsam mit seinem Team hat Thomas Faulhuber in den vergangenen Jahren viel erreicht: starke Kollektivvertragsabschlüsse und die sechste Urlaubswoche ab dem ersten Arbeitstag für alle. „Das ist alles andere als selbstverständlich – im Gegenteil: Das ist einzigartig in Österreich“, sagt er mit einem Lächeln. Für ihn ist klar: Gute Arbeitsbedingungen fallen nicht vom Himmel. „Jeder Tag ist ein Kampf – aber einer, der sich lohnt.“
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