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Organisiert euch – Solidarität ist mehr als ein schönes Wort!

30 Jahre Betriebsratsarbeit: Markus Simböck, BR-Vorsitzender des Krankenhauses St. Josef Braunau, zu Gast bei vidaHören.

vida Hören | Podcast

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Seit drei Jahrzehnten setzt sich Markus Simböck für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Pflegebereich ein. Sein Erfolgsrezept: zuhören, beteiligen und gemeinsam organisieren. In dieser Folge von unserem Podcast „vidaHören“ erzählt der Betriebsratsvorsitzende des Krankenhauses St. Josef Braunau von seinem Weg vom Maschinenbauer in die Pflege, von 30 Jahren Engagement für die Beschäftigten und von seiner Überzeugung, dass Solidarität weit mehr ist als ein schönes Wort.

Das erwartet dich in dieser Podcast-Folge

  •  Warum Markus Simböck vom Maschinenbauer in die Pflege wechselte.
  • Was ihn seit 30 Jahren als Betriebsrat antreibt.
  • Wie sich die Arbeitswelt im Krankenhaus verändert hat.
  • Warum Organizing für ihn die Zukunft gewerkschaftlicher Arbeit ist.
  • Welche Erfahrungen Beschäftigte während der Kollektivvertragsverhandlungen und der Streikmaßnahmen in den oberösterreichischen Ordensspitälern gemacht haben.
  • Weshalb Vertrauen, Mitbestimmung und Zusammenhalt entscheidend sind, um Verbesserungen zu erreichen.
Markus Simböck, BR-Vorsitzender Krankenhaus St. Josef Braunau
„Im Mittelpunkt steht der Beschäftigte. Wir entscheiden nicht allein, sondern stimmen jeden Schritt mit den Kolleginnen und Kollegen ab. Denn nur wenn Menschen ihre Stimme erheben und sich beteiligen, entsteht die Kraft, die es braucht, um Verbesserungen durchzusetzen.“
Markus Simböck
BR-Vorsitzender, Krankenhaus St. Josef Braunau

Mensch statt Maschine

Als Markus Simböck vor mehr als 30 Jahren vom Maschinenbau in die Pflege wechselte, folgte er seiner Berufung. „Mir haben die Menschen gefehlt“, sagt er mit einem Lächeln. Nach einer Verletzung und mehreren Wochen in ärztlicher Behandlung war ihm klar: Er wollte nicht mehr an Maschinen arbeiten, sondern mit Menschen. Seit 1996 ist Markus Simböck Betriebsrat im Krankenhaus St. Josef Braunau. Dass er sich für seine Kolleg:innen einsetzen würde, war fast vorgezeichnet. Schon seine Eltern waren im Betriebsrat aktiv. Trotzdem brauchte es Mut, Verantwortung in der Arbeitnehmer:innenvertretung zu übernehmen. Diesen Mut hat er bis heute nicht verloren. Wer mit Markus Simböck spricht, merkt schnell, was ihn antreibt: Solidarität, Zusammenhalt und echtes Interesse an den Menschen. „Wie geht es dir wirklich?“ ist für ihn nicht nur eine Frage, sondern eine Haltung.

Die Kraft der Vielen

In drei Jahrzehnten Betriebsratsarbeit hat sich vieles verändert. Die Arbeitswelt ist schneller und komplexer geworden. Beschäftigte geraten zunehmend unter Druck. Genau deshalb brauche es starke Betriebsräte und starke Gewerkschaften, sagt Markus Simböck. Ein besonderes Kapitel seiner Laufbahn schrieb er in den vergangenen Kollektivvertragsverhandlungen der oberösterreichischen Ordensspitäler. Gemeinsam mit vielen engagierten Kolleg:innen und „seiner“ vida setzte er auf Organizing – einen Ansatz, bei dem die Beschäftigten selbst die treibende Kraft sind. Nicht wenige entscheiden für viele, sondern viele entscheiden gemeinsam.

Beschäftigte am Wort

Der Weg war nicht immer einfach. Es gab Widerstände, Unsicherheiten und Ängste. Manche Beschäftigte hatten sogar Angst um ihren Arbeitsplatz, wenn sie sich öffentlich engagierten. Umso wichtiger war die Vertrauensarbeit. „Vertraut uns, wir holen gemeinsam das Beste heraus“, lautete die Botschaft. Nach intensiven Verhandlungen, zahlreichen Aktionen und zwei Streiktagen erkämpfte das Verhandlungsteam schließlich einen KV-Abschluss. Noch wichtiger als das Ergebnis selbst war für Markus Simböck die Erfahrung, welche Kraft entsteht, wenn Menschen gemeinsam handeln.

Die Zukunft gehört uns

Nach 30 Jahren Betriebsratsarbeit blickt Markus Simböck noch immer nach vorne. Sein Ziel ist es, die aufgebauten Organizing-Strukturen weiterzuentwickeln und noch mehr Kolleg:innen einzubinden. Denn die Zeiten, in denen einige wenige für alle entscheiden, sind vorbei. „Wir müssen Gegenmacht aufbauen, damit wir bekommen, was uns zusteht“, sagt er. Was ihn nach all den Jahren antreibt? Die Überzeugung, dass Solidarität weit mehr ist als ein schönes Wort. Sie entsteht dort, wo Menschen einander zuhören, gemeinsam handeln und füreinander einstehen. Oder, wie Markus Simböck es formulieren würde: „Organisiert euch!“

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