Zum Hauptinhalt wechseln

Eisenbahnsicherheit: ETF fordert digitale Arbeitszeiterfassung

Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten des Zugpersonals müssen digital und manipulationssicher erfasst werden. Auf der IRSC 2026 fordert die ETF wirksame Kontrollen zum Schutz der Beschäftigten und Fahrgäste.

IRSC 2026

ÖBB | Lukas Leonte

Müdigkeit beim Zugpersonal ist ein Sicherheitsrisiko. Um Überlastung frühzeitig zu erkennen, fordert die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) eine digitale, manipulationssichere Erfassung der Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten. Das System muss auch über Ländergrenzen hinweg funktionieren und Mehrfachbeschäftigungen berücksichtigen.

Diese Forderung präsentierte Marco Hörtenhuber-Stuhl von der Gewerkschaft vida, technischer Koordinator der ETF und selbst Triebfahrzeugführer, auf der Internationalen Eisenbahnsicherheitskonferenz (IRSC) 2026 in Lissabon.

Überlastung erkennen, bevor sie gefährlich wird

Liberalisierung, grenzüberschreitender Personaleinsatz und Mehrfachbeschäftigungen erhöhen die Anforderungen an die Beschäftigten. Vollständige und verlässliche Arbeitszeitdaten sollen sichtbar machen, ob ausreichende Ruhezeiten eingehalten werden und wo Mehrfachbelastungen entstehen.

„Das Risiko von Müdigkeit muss erkannt werden, bevor es die Sicherheit beeinträchtigt“, betont Hörtenhuber-Stuhl.

Die ETF fordert deshalb ein objektives und zuverlässiges Erfassungssystem, das länderübergreifend kompatibel ist und wirksame Kontrollen ermöglicht.

Prävention und Datenschutz müssen Hand in Hand gehen

Für die ETF ist klar: Die digitale Erfassung muss die Sicherheit verbessern und Überlastung verhindern. Sie darf nicht zur individuellen Schuldzuweisung dienen. Datenschutz, Privatsphäre und die Einbeziehung der Beschäftigten müssen gewährleistet sein.

Eine vertrauensbasierte Sicherheitskultur ist dafür entscheidend: Risiken müssen frühzeitig erkannt und behoben werden können.

EU-Kommission unterstützt langjährige Forderung

Gerhard Tauchner
„Gute Arbeitsbedingungen sind kein Selbstzweck, sondern ein wesentlicher Faktor für die Sicherheit im Eisenbahnverkehr.“
Gerhard Tauchner
Präsident der ETF-Sektion Eisenbahn und Vorsitzender des vida-Fachbereichs Eisenbahn

Laut Gerhard Tauchner, Präsident der ETF-Sektion Eisenbahn und Vorsitzender des vida-Fachbereichs Eisenbahn, unterstützt die Europäische Kommission die langjährige Forderung nach einer fälschungssicheren digitalen Erfassung der Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten für Triebfahrzeugführer. Die Europäische Eisenbahnagentur (ERA) wurde beauftragt, konkrete Umsetzungsvorschläge zu erarbeiten.

Für vida und ETF gehören faire Arbeitsbedingungen, wirksame Kontrollen und Eisenbahnsicherheit untrennbar zusammen. Die breite Zustimmung bei relevanten Organisationen und Behörden bestärkt sie darin, die digitale Arbeitszeiterfassung konsequent weiterzuverfolgen.

 

Aktuelles