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Die wahren Gründe für Personalmangel

Österreichs Tourismus am Scheideweg! Attraktives Paket – JETZT!

Die Betriebe im Tourismus klagen über Mitarbeitermangel. Anstatt die Arbeitsbedingungen zu verbessern, werden die Anhebung des Saisonierkontingents und Erleichterungen bei der Erlangung der Rot-Weiss-Rot-Karte eingefordert, und die Bundesregierung gesteht den Unternehmen beide Forderungen auch zu. Anstatt den Fakten ins Auge zu blicken, wird Kolleginnen und Kollegen Faulheit nachgesagt. Die „Krone“ berichtet über die wahren Gründe, warum der Tourismus keine Beschäftigten findet: Schlechte Arbeitsbedingungen, keine Wertschätzung und nicht zuletzt Knebelverträge.

Schwarze Schafe in der Branche

„Für viele ist der erste Job im Leben in der Gastronomie, etwa als Student. Und während die meisten dabei auch gute Erfahrungen machen, gibt es nach wie vor einige wenige schwarze Schafe in der Branche“, berichtet die "Kronen Zeitung". Schaut man sich die jüngst von der Arbeiterkammer auf den Tisch gelegten Beispielfälle an, sind es natürlich einige wenige schwarze Schafe, die die Behandlung ihrer Beschäftigten im negativen Sinn auf die Spitze treiben, dennoch sind es in Summe die schlechten Arbeitsbedingungen, die die Menschen davon abhalten, in den Tourismus zu gehen oder dorthin zurückzukehren.

„Auch der Arbeitsmarkt ist ein Markt mit Angebot und Nachfrage. Ist das Angebot für die Beschäftigten nicht attraktiv genug, gibt es auch keine Nachfrage.“

Berend Tusch, Vorsitzender vida-Fachbereich Tourismus 

Vom Traum- zum Knochenjob

Christina Ritter hat dem Tourismus vor einigen Jahren den Rücken gekehrt. Sie habe mit 1.650 Euro brutto begonnen – „und das mit einer abgeschlossenen Lehre“, erzählt sie der „Krone“. Es gebe auch keine Planbarkeit, Überstunden würden erwartet und oft nicht bezahlt, Zeitausgleich sei „so gut wie unmöglich“.

„Es ist kein Job, den man auf Dauer machen will oder kann. Man muss fast jedes Wochenende, zu Tages- und Nachtzeiten, arbeiten. Der Verdienst ist für diese Leistung nicht gerade der beste.“

Christina Ritter, ehemalige Tourismus-Beschäftigte

Unfaire Knebelverträge

Wie Beschäftigte im Tourismus behandelt werden, zeigt auch ein der „Krone“ zugespielter Arbeitsvertrag. Für eine befristete Stelle als Abwäscher muss der Arbeitnehmer zustimmen, 35 Überstunden im Monat zu übernehmen. Dafür gibt es eine Pauschale, die ihm jedoch bei Nichterfüllen weggenommen wird. Tritt der Beschäftigte unrechtmäßig vorzeitig aus, muss er einen halben Bruttomonatslohn Strafe zahlen. Und generell gilt: der Arbeitnehmer stimmt mit der Unterschrift jeder Klausel zu.

Gewerkschaft kämpft für Veränderung

„Der Vertrag ist zwar nicht illegal, aber moralisch höchst bedenklich“, so Berend Tusch, einerseits Gewerkschafter, andererseits Betriebsratsvorsitzender bei den Austria Trend Hotels.

„Die Arbeitgebervertreter in der Wirtschaftskammer reden seit Mai nicht mit uns. Über das Rahmenrecht wie Sozialleistungen will seit einem Jahr keiner reden. Wie weit es die Unternehmen also mit Wertschätzung haben, ist damit wohl beantwortet. Wir als Gewerkschaft vida stehen für Verhandlungen jederzeit zur Verfügung. Arbeiten wir gemeinsam an einem attraktiven Paket für den Tourismus. Wir garantieren, dass sich die Kolleginnen und Kollegen dann wieder darum reißen, in der Branche zu arbeiten.“

vida-Gewerkschafter Berend Tusch

Gemeinsam stark

Wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche Verhandlungen und Durchsetzung unserer Forderungen als Sozialpartner sind unsere Gewerkschaftsmitglieder, die uns den Rücken stärken. Hilf auch du mit: Tritt unserer Gewerkschaftsbewegung bei!

Für dich da! Gewerkschaft vida Fachbereich Tourismus Johann-Böhm-Platz 1
1020 Wien
+43 (0) 1 534 44 79 661 +43 (0) 1 534 44 102 610 tourismus@vida.at
Über uns

Der Fachbereich Tourismus in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen der 200.000 Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe und in der Systemgastronomie. Der Tourismus ist eine junge Branche, 40 Prozent der Beschäftigten sind jünger als 30 Jahre, nur knapp 11 Prozent über 50. Über 60 Prozent der ArbeitnehmerInnen im Hotel- und Gastgewerbe sind Frauen. Die Branche ist von hoher Fluktuation und Abwanderung gezeichnet. Ohne Pensionierungen verlässt im Tourismus fast die Hälfte der Beschäftigten die Branche nach zehn Jahren. Die Gründe dafür liegen in schlechten Verdienstmöglichkeiten, Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Beruf und Familie und wenig Zukunftsperspektiven. Das darf nicht so bleiben, daher setzen wir in der Gewerkschaft vida uns für bessere Rahmenbedingungen in der Branche ein.

Fachbereichsvorsitzender: Berend Tusch
Fachbereichssekretär: Andreas Gollner