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Kritik an planloser Bundesregierung

Tausende Arbeitsplätze im Tourismus in Gefahr.

Planlosigkeit und Ignoranz gegenüber den Beschäftigten: Das wirft vida-Gewerkschafter Berend Tusch der Bundesregierung und den Wirte-Vertretern der Wirtschaftskammer vor. „Die Bundesregierung ist dabei, im Tourismus dasselbe Chaos wie in den vergangenen 18 Monaten zu produzieren. Die Beschäftigten brauchen wie die Betriebe Planungssicherheit für die Wintersaison“, so der Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus der Gewerkschaft vida. Touristiker und Ex-Neos-Politiker Sepp Schellhorn habe recht, wenn er dunkle Wolken aufziehen sieht, sollte es nicht umgehend ein Konzept mit Corona-Szenarien geben. „Gibt es dieses Konzept nicht, riskiert die Bundesregierung Tausende weitere Arbeitslose“, so Tusch.

Beschäftigten Sicherheit geben

Keinem Arbeitnehmer bzw. keiner Arbeitnehmerin könne geraten werden, in der Branche zu bleiben, so Tusch. Immerhin ist zu erwarten, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt vor dem Winter zuspitzt – und bisher sei die Regierung Regelungen schuldig geblieben – so wie vieles andere auch. „Die Kolleginnen und Kollegen sind teilweise seit 15 Monaten in Kurzarbeit oder haben ihren Job verloren“, ärgert sich Tusch und betont, dass ArbeitnehmerInnen auf keinen Fall in finanzieller Hinsicht wieder durch die Finger schauen dürfen. „Es braucht einen Fixkostenzuschuss für Beschäftigte“, so vida-Gewerkschafter Tusch, der zudem fordert, dass jetzt alles unternommen werden muss, damit die KollegInnen wieder Vertrauen in die Branche gewinnen.

„Anstatt wie vor dem zweiten Lockdown im November Menschen auf die Straße zu setzen, muss im Fall der Fälle auf Kurzarbeit gesetzt werden.“

Berend Tusch, Vorsitzender vida-Fachbereich Tourismus

Arbeitsbedingungen verbessern

An der Attraktivierung der Branche führt also kein Weg vorbei, ist für Tusch klar: „Wenn die Vertreter der Wirtschaftskammer betonen, dass sie ihre Beschäftigten überzahlen, so muss es auch Ist-Lohnerhöhungen bei den KV-Verhandlungen geben. Das muss auch für Sonderzahlungen gelten.“ Der Gewerkschafter pocht zudem auf die Umsetzung der im Kollektivvertrag vorgesehenen Fünf-Tage-Woche sowie die Berücksichtigung von Vordienstzeiten. „Wir hören regelmäßig, dass es für Beschäftigte eine große Chance ist, viele Betriebe kennenzulernen und so Erfahrung zu sammeln. Wenn es dann um das Anrechnen von Vordienstzeiten geht, wissen die Arbeitgeber davon aber nichts mehr und sehen darin nur einen lästigen Kostenfaktor“, bekräftigt Tusch: „Unsere Konzepte und Vorschläge liegen seit Jahren auf dem Tisch der Arbeitgeber, doch die Antwort ist immer dieselbe, nämlich das Abwinken. Mit dieser Einstellung kann man eine Branche nicht attraktivieren!“ 

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Über uns

Der Fachbereich Tourismus in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen der 200.000 Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe und in der Systemgastronomie. Der Tourismus ist eine junge Branche, 40 Prozent der Beschäftigten sind jünger als 30 Jahre, nur knapp 11 Prozent über 50. Über 60 Prozent der ArbeitnehmerInnen im Hotel- und Gastgewerbe sind Frauen. Die Branche ist von hoher Fluktuation und Abwanderung gezeichnet. Ohne Pensionierungen verlässt im Tourismus fast die Hälfte der Beschäftigten die Branche nach zehn Jahren. Die Gründe dafür liegen in schlechten Verdienstmöglichkeiten, Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Beruf und Familie und wenig Zukunftsperspektiven. Das darf nicht so bleiben, daher setzen wir in der Gewerkschaft vida uns für bessere Rahmenbedingungen in der Branche ein.

Fachbereichsvorsitzender: Berend Tusch
Fachbereichssekretär: Andreas Gollner