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Tourismuskasse als Gamechanger

Betriebe entlasten, Arbeitsbedingungen verbessern.

Die Gewerkschaft vida will die finanzielle Belastung der Tourismusbetriebe durch die Corona-Krise mit einer Tourismuskasse abfangen. Für die Beschäftigten bringt das auf der anderen Hand mehr Sicherheit und höhere Sozialstandards, weil beispielsweise Urlaubsansprüche bei Jobwechsel mitgenommen werden könnten. Weil es für die Einrichtung einer solchen Kasse aber eine gesetzliche Grundlage braucht, hat die vida alle Parlamentsparteien zu Gesprächen eingeladen. Die vida informierte über den aktuellen Stand am 6. Juli bei einem Pressegespräch.

SPÖ und FPÖ unterstützen Initiative

Die Initiative wird von SPÖ und FPÖ unterstützt. Die ÖVP nahm zwar an den Gesprächen teil, dem entsprechenden Entschließungsantrag im Parlament, dass die Bundesregierung bis längstens Ende 2021 eine gesetzliche Grundlage für die Einrichtung einer Tourismuskasse schaffen soll, schlossen sich die Türkisen jedoch nicht an.

„Gamechanger“ Tourismuskasse

vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit nennt die Tourismuskasse einen "Gamechanger". Auf der Seite der Beschäftigten bietet das Modell mehr Sicherheit und höhere Sozialstandards, weil Urlaubsansprüche bei Jobwechsel mitgenommen werden könnten. Außerdem sollen überbetriebliche Weiterbildungsangebote geschaffen werden. Auf der Unternehmensseite ergibt sich daraus eine sofortige finanzielle Entlastung, indem Rückstellungen für Urlaubsansprüche umgehend aufgelöst werden könnten.

Kein Leben mehr neben dem Beruf

Der Tourismus kämpfe derzeit mit einem Angebotsproblem, erklärte der vida-Tourismusvorsitzende Berend Tusch. Die Arbeitsbedingungen würden nicht passen. Zwischen Überstunden und Teildiensten, Arbeitsverdichtung und Dienstplanunsicherheit hat man "kein Leben neben dem Beruf". Darüber hinaus sind die Gehälter zu niedrig, "das wollen die Leute nicht mehr mitmachen". Die Folge ist Arbeitskräftemangel.

Win-win-Situation

Die Kosten von 200 Mio. Euro für die Errichtung der Tourismuskasse sollen zunächst vom Staat getragen werden, so der vida-Vorschlag. In weiterer Folge sollen sich dann Betriebe schrittweise beteiligen, trotzdem kostet es die Unternehmen keinen Cent, weil statt in Rückstellungen in die Tourismuskasse eingezahlt wird. Unterm Strich somit eine Win-win-Situation für ArbeitgeberInnen und Beschäftigte. 

 

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Über uns

Der Fachbereich Tourismus in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen der 200.000 Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe und in der Systemgastronomie. Der Tourismus ist eine junge Branche, 40 Prozent der Beschäftigten sind jünger als 30 Jahre, nur knapp 11 Prozent über 50. Über 60 Prozent der ArbeitnehmerInnen im Hotel- und Gastgewerbe sind Frauen. Die Branche ist von hoher Fluktuation und Abwanderung gezeichnet. Ohne Pensionierungen verlässt im Tourismus fast die Hälfte der Beschäftigten die Branche nach zehn Jahren. Die Gründe dafür liegen in schlechten Verdienstmöglichkeiten, Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Beruf und Familie und wenig Zukunftsperspektiven. Das darf nicht so bleiben, daher setzen wir in der Gewerkschaft vida uns für bessere Rahmenbedingungen in der Branche ein.

Fachbereichsvorsitzender: Berend Tusch
Fachbereichssekretär: Andreas Gollner