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Urlaubsanspruch unantastbar

Beschäftigte nicht schuld an Kurzarbeit

Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus der Gewerkschaft vida, traute am Freitag seinen Augen nicht, als er in den Salzburger Nachrichten die Aussagen von Ex-Branchenvertreterin Petra Nocker-Schwarzenbacher hinsichtlich der Anpassung des Urlaubsanspruchs für Tourismus-Beschäftigte in Kurzarbeit gelesen hatte. "Ich bin wirklich entsetzt. Es ist für mich wirklich völlig unverständlich, wie solche Vorschläge zur Erhöhung der Attraktivität der Arbeitsplätze im Tourismus beitragen sollen, abgesehen davon dass es aus gewerkschaftlicher Sicht undenkbar ist, den Urlaubsanspruch anzupassen, immerhin sind die Beschäftigten nicht schuld daran, dass sie in Kurzarbeit sind“, so vida-Gewerkschafter Tusch, der den Vorschlag dementsprechend klar ablehnt. Frau Nocker-Schwarzenbacher habe offenbar vergessen, dass es schon jetzt schwer ist, Kolleginnen und Kollegen für die Branche zu gewinnen. Mit solchen Äußerungen würde man die Menschen endgültig vergraulen.

Nicht mehr Attraktivität

Das ändere allerdings nichts daran, dass der Gewerkschaft vida diese Thematik und die finanziell angespannte Situation der Betriebe schon lange bewusst sind. „Genau deswegen haben wir bei den Verhandlungen zur Kurzarbeit III darauf hingewiesen, allerdings wurde dies von der Arbeitgeberseite als nicht notwendig erachtet“, sagt Tusch.

Zeit drängt

Da die Zeit drängt und vielen Unternehmen das Wasser bis zum Hals steht, brauche es jedenfalls umgehend Lösungen, um durch die Krise zu kommen. „Es wird daher Anfang Februar einen gewerkschaftlichen Vorschlag zu dieser Angelegenheit geben. Man muss nicht alles mit der Kurzarbeit regeln“, schließt Gewerkschafter Tusch. 

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Der Fachbereich Tourismus in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen der 200.000 Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe und in der Systemgastronomie. Der Tourismus ist eine junge Branche, 40 Prozent der Beschäftigten sind jünger als 30 Jahre, nur knapp 11 Prozent über 50. Über 60 Prozent der ArbeitnehmerInnen im Hotel- und Gastgewerbe sind Frauen. Die Branche ist von hoher Fluktuation und Abwanderung gezeichnet. Ohne Pensionierungen verlässt im Tourismus fast die Hälfte der Beschäftigten die Branche nach zehn Jahren. Die Gründe dafür liegen in schlechten Verdienstmöglichkeiten, Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Beruf und Familie und wenig Zukunftsperspektiven. Das darf nicht so bleiben, daher setzen wir in der Gewerkschaft vida uns für bessere Rahmenbedingungen in der Branche ein.

Fachbereichsvorsitzender: Berend Tusch
Fachbereichssekretär: Andreas Gollner