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Tag der Pflege: Gewerkschaften vida und GPA-djp starten parlamentarische Bürgerinitiative

Österreichweite Gleichstellung für Pflegekräfte bei Nachtgutstunden gefordert.

„Es ist höchste Zeit, dass eine der größten Ungerechtigkeiten im Pflegebereich endlich abgeschafft wird. Pflegekräfte in manchen Einrichtungen bekommen ihre wertvolle Arbeit in der Nacht nicht so fair bewertet wie ihre KollegInnen im Rest von Österreich“, so Sylvia Gassner, Vorsitzende des Fachbereichs Soziale Dienste in der Gewerkschaft vida, und die zuständige vida-Fachbereichssekretärin Michaela Guglberger.

Derzeit ist es so, dass nur manche Beschäftigte für ihre Tätigkeiten in der Nacht Nachtgutstunden, also zwei zusätzliche Gutstunden, die nur in Zeit und nicht in Geld abgegolten werden können, bekommen. „Und zwar deshalb, weil sie formell auf keiner ‚Pflegestation‘ arbeiten, wie es das längst veraltete Gesetz derzeit noch verlangt. Das nutzen manche Arbeitgeber aus und weigern sich, diese Gutstunden zu gewähren“, so Reinhard Bödenauer, stv. Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp). „Der Begriff ‚Pflegestation‘ stammt aus der Steinzeit. Er muss endlich weg aus dem Gesetzestext. In der modernen Pflege gibt es die Bezeichnung ‚Pflegestation‘ nicht, da es schlicht und einfach derartige Stationen mit Zimmern, die über sechs oder mehr Betten verfügen, nicht mehr gibt“, ergänzt Gassner.

Die Gewerkschaften vida und GPA-djp rufen daher am morgigen Tag der Pflege eine parlamentarische Bürgerinitiative mit dem Titel „Nachtgutstunden für alle ArbeitnehmerInnen in Pflegeeinrichtungen“ ins Leben. „Wir wollen die politisch Verantwortlichen auf das Problem aufmerksam machen und den Stein ins Rollen bringen. Gerade anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai regnet es Bekundungen, wie wichtig die Leistungen der Pflege-Beschäftigten sind. Jetzt ist die Zeit gekommen, um zu beweisen, was diese Worte wert sind“, so Guglberger.

Gleichbehandlung aller Beschäftigten muss erreicht werden   

„Wir werden Druck machen, dass der Gesetzestext endlich angepasst wird. Die KollegInnen in Pflegeheimen leisten wertvolle, wichtige und schwere Arbeit. Sie verdienen ihre beiden Nachtstunden auf ihrem Zeitkonto. Leider werden ihnen diese in manchen Betrieben nicht gewährt und sie fallen um viele Stunden Zeitausgleich um. Das gehört abgestellt“, fordert Bödenauer.

Die Gewerkschaften vida und GPA-djp beginnen morgen mit dem Sammeln von Unterschriften. Sobald mindestens 500 erreicht sind, wird die Bürgerinitiative im Parlament eingebracht. Im Anschluss wird die Initiative auf der Parlamentshomepage veröffentlicht und kann dort von einer breiten Öffentlichkeit unterstützt werden.

Taten statt Worte werden gebraucht

„Wir müssen die Situation der Beschäftigten in der Pflege weiter verbessern. Neben unserer parlamentarischen Bürgerinitiative sind mehr finanzielle Mittel, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege und mehr Wertschätzung für die Arbeit des Pflegepersonals nötig. Das sind wesentliche Voraussetzungen, um mit motiviertem Betreuungspersonal eine gute Pflege für alle zu ermöglichen“, schließen die GewerkschafterInnen.

 

 

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Der Fachbereich Tourismus in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen der 200.000 Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe und in der Systemgastronomie. Der Tourismus ist eine junge Branche, 40 Prozent der Beschäftigten sind jünger als 30 Jahre, nur knapp 11 Prozent über 50. Über 60 Prozent der ArbeitnehmerInnen im Hotel- und Gastgewerbe sind Frauen. Die Branche ist von hoher Fluktuation und Abwanderung gezeichnet. Ohne Pensionierungen verlässt im Tourismus fast die Hälfte der Beschäftigten die Branche nach zehn Jahren. Die Gründe dafür liegen in schlechten Verdienstmöglichkeiten, Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Beruf und Familie und wenig Zukunftsperspektiven. Das darf nicht so bleiben, daher setzen wir in der Gewerkschaft vida uns für bessere Rahmenbedingungen in der Branche ein.

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