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Sicherheitsoffensive: Bewacher können nur bei klaren Aufträgen bestens helfen

vida-Woditschka: „Gefahren für Bewacher und Umfeld minimieren“

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen Sozialamtsleiter in Dornbirn sollen österreichweit die Sicherheitsvorkehrungen in Behörden verstärkt werden. Der falsche Weg wäre es jetzt aber reflexartig massenweise Bewachungspersonal zu rekrutieren und so für ein falsches Sicherheitsgefühl zu sorgen, warnt Ursula Woditschka, Sekretärin im Fachbereich Gebäudemanagement der Gewerkschaft vida: „Die Beschäftigten werden oft im Schnellverfahren gecastet, bekommen eine Turbo-Einschulung und werden dann eingesetzt. Diese gekaufte Sicherheit bringt gefährliche und leider auch teils tödliche Nachteile mit sich. Billige Hilfskräfte dürfen nicht länger als Kanonenfutter verwendet werden! Die Beschäftigten im Bewachungsgewerbe müssen bestens geschult sein, um sich bei Gewalterfahrungen entsprechend verhalten zu können.“

Klare gesetzliche Regeln und Verpflichtungen fehlen

Woditschka prangert erneut an, dass es im privaten Sicherheitsgewerbe weder eine einheitliche Berufsausbildung noch eine Ausbildungsverpflichtung oder Qualitätsstandards gibt: „Nur ein Sicherheitsdienstleistungsgesetz mit klaren Regeln sowohl zum Schutz der Beschäftigten als auch derer, die sie beschützen sollen, kann hier Abhilfe schaffen. Damit wäre auch außer Zweifel gestellt, welche Aufgaben zu welchen Bedingungen an private Sicherheitsdienste ausgelagert werden dürfen!“ Ein derartiges Gesetz könnte auch regeln, dass Einzelbesetzungen bei hochsensiblen Einsätzen oder Aufträgen der Vergangenheit angehören.

Wichtige Unterstützung

Beste Qualität in der Bewachung gibt es nur mit eindeutigen Angaben bei Aufträgen, ergänzt Woditschka: „Die Auftraggeber müssen klar sagen, welche Sicherheitsdienstleistungen sie brauchen. Hier können wir ihnen unter die Arme greifen. Gemeinsam mit BelegschaftsvertreterInnen haben wir Kataloge für faire Vergabekriterien in den Bereichen Sicherheitsdienste und Reinigungsdienstleistungen ausgearbeitet.“ Die Leitfäden bieten ganz konkrete, branchenbezogene Vorschläge, damit qualitativ hochwertige Leistungen gekauft werden können. „AuftraggeberInnen können sich damit bei der Erstellung der Ausschreibung orientieren, welche Kriterien sie heranziehen müssen, um vom Billigstbieterprinzip zum Bestbieterprinzip zu kommen“, so Woditschka. „Ja, der Preis steigt, wenn MitarbeiterInnen z. B. bestens geschult sind. Top Ausbildungen steigern jedoch die Qualität der Arbeit und davon profitieren letztlich alle. Gerade in der Bewachung, wo es auch um Menschenleben geht - und die sind unbezahlbar“, unterstreicht Woditschka.

Kataloge können auf www.vida.at/gebaeudemanagement heruntergeladen bzw. bei der Gewerkschaft vida bestellt werden.

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Der Fachbereich Tourismus in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen der 200.000 Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe und in der Systemgastronomie. Der Tourismus ist eine junge Branche, 40 Prozent der Beschäftigten sind jünger als 30 Jahre, nur knapp 11 Prozent über 50. Über 60 Prozent der ArbeitnehmerInnen im Hotel- und Gastgewerbe sind Frauen. Die Branche ist von hoher Fluktuation und Abwanderung gezeichnet. Ohne Pensionierungen verlässt im Tourismus fast die Hälfte der Beschäftigten die Branche nach zehn Jahren. Die Gründe dafür liegen in schlechten Verdienstmöglichkeiten, Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Beruf und Familie und wenig Zukunftsperspektiven. Das darf nicht so bleiben, daher setzen wir in der Gewerkschaft vida uns für bessere Rahmenbedingungen in der Branche ein.

Fachbereichsvorsitzender: Berend Tusch
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