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Foodora-Rider: Demo für mehr Geld!

Wir fordern, dass für alle Zusteller:innen der Schutz des Kollektivvertrags (KV) gelten muss.

Foodora Riders Demo

Rund 200 Fahrer:innen des Essenszustellers Foodora haben am 25. Oktober 2023 in Wien für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Konkret beklagen sie unter anderem, dass das Unternehmen zu viele freie Dienstnehmer:innen beschäftigt und diese dann zu wenige Aufträge erhalten, um genug Geld zu verdienen. "Kaum wer kommt auf die Stunden, die er gerne hätte", sagte dazu vida-Gewerkschafter Toni Pravdic bei der Demo. 

„Riders on Strike“

Die vida hat die Demo unterstützt. Wir fordern, dass für alle Zusteller:innen der Schutz des Kollektivvertrags (KV) gelten muss. Nur so haben sie vollen Anspruch auf Kilometergeld, Zulagen, Urlaub sowie Sozialversicherung und Krankengeld. Der KV soll auch auf freie Dienstnehmer:innen ausgedehnt werden, indem sie in das Arbeitsverfassungsgesetz aufgenommen werden. Die "Riders on Strike" fuhren mit ihren Fahrrädern und E-Bikes vom Westbahnhof über die Mariahilfer Straße in Richtung Innenstadt, um vor dem "foodora rider recruitment center" und der Firmenzentrale ihren Unmut zu äußern. Auf den Schildern stand etwa "Gebt uns die Arbeit, die ihr uns versprochen habt" oder "3000 Rider sind genug für die wenigen Schichten". 

Toni Pravdic | Gewerkschaft vida

„Viele Zustellerinnen und Zusteller sind im Monat 1.000 Kilometer oder mehr mit dem Rad unterwegs.“

Toni Pravdic, Gewerkschaft vida

Für Fahrradbot:innen und Essenszusteller:innen gibt es seit 2020 einen eigenen Kollektivvertrag. Es war der weltweit erste für Fahrradzusteller:innen. Allerdings gilt dieser nur für rund 2.000 der insgesamt ungefähr 4.000 bis 5.000 Mitarbeiter:innen in der Branche. Der Rest sind freie Dienstnehmer:innen oder Ein-Personen-Unternehmen (EPU), also selbstständig. Wirklich frei sind sie jedoch nicht, weil sie nur einen Auftraggeber haben und sich an die in der Zustell-App definierten Regeln des Lieferdienstes halten müssen. 

Mehrheitlich noch freie Dienstnehmer:innen

Foodora und Lieferando sind die beiden größten Zustelldienste in Österreich, sie sind in mehreren Städten aktiv. In Wien gibt es mit Wolt noch einen dritten Anbieter. Bei Lieferando gibt es rund 1.000 Bot:innen, die alle nach dem Kollektivvertrag angestellt sind. Bei Foodora sind ungefähr 150 Fahrer:innen nach dem KV angestellt, die große Mehrheit der insgesamt rund 3.000 Rider erhält ihre Aufträge als freie Dienstnehmer:innen. Bei Wolt gibt es nur freie Dienstnehmer:innen und Selbstständige. Das Brutto-Monatsgehalt für Fixangestellte in der Branche liegt laut KV bei 1.730 Euro brutto. Für die Arbeit am Sonntag gibt es eine Zulage von 5 Euro pro Stunde. Das Kilometergeld, wie jene die mit dem eigenen Fahrrad unterwegs sind, beträgt 24 Cent pro Kilometer. 

Alle Anbieter sollen Spielregeln einhalten

Auf die Frage der Austria Presseagentur (APA), wie Kund:innen zu besseren Arbeitsbedingungen beitragen können, sagte Pravdic, es ist nicht deren Aufgabe, sondern dies ist die Verantwortung der Arbeitgeber. Wichtig ist, dass sich alle Anbieter an die Spielregeln halten, weil es sonst zu einer Schieflage und zu Wettbewerbsnachteilen für jene Unternehmen kommt, die ihrer Mitarbeiter:innen besser bezahlten. Worauf Kunden bei Essensbestellungen achten könnten ist, dass die Distanz zwischen Restaurant und Zustelladresse nicht zu groß ist, meinte Pravdic. Zwiespältig sieht der vida-Gewerkschafter das Thema Trinkgeld: Es soll jedenfalls nicht so sein, dass Kunden damit das Geschäftsmodell des Anbieters subventionieren.

Quelle: APA


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Fachbereichssekretär: Toni Pravdic, Karl Delfs