vida

Saisonierkontingent: Arbeitsminister Kocher verhöhnt Arbeitssuchende

vida-Tusch: „Bessere Arbeitsbedingungen jetzt, statt ständigen Schielens auf billige Arbeitskräfte aus dem Ausland.“

„Mit dem Ausbau des Saisonierkontingents im Tourismus macht sich Arbeitsminister Kocher zum Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft“, kritisiert Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus der Gewerkschaft vida, die Pläne der Bundesregierung, das Saisonierkontingent um rund 60 Prozent auf rund 2.000 Plätze für das Jahr 2022 zu erhöhen. „Minister Kocher verhöhnt mit seinen Plänen jene Kolleginnen und Kollegen, die in Österreich auf Arbeitssuche sind. Er hat noch immer nicht erkannt, dass endlich die Arbeitsbedingungen zu verbessern sind, anstatt Arbeitskräfte aus dem Ausland zu holen, die für wenig Geld bereit sind, alles zu tun“, so der vida-Gewerkschafter.

36.000 Menschen sind österreichweit dem Tourismus zugeordnet und auf Arbeitssuche. „Solange es auf dem heimischen Arbeitsmarkt noch so viel Potenzial gibt, braucht es keine zusätzlichen Saisoniers“, stellt Gewerkschafter Tusch klar und betont, dass auch der Arbeitsmarkt ein Markt mit Angebot und Nachfrage ist. Stimme das Angebot der Arbeitgeber nicht, gibt es auch keine Nachfrage seitens der ArbeitnehmerInnen. „Sowohl die Wirtschaftskammer als auch die Bundesregierung verschließen aber seit Jahren die Augen davor, dass das Angebot nicht stimmt, und glauben, dass sie mit mehr Saisoniers die Probleme in der Branche lösen kann“, so Tusch.

Es sei kein Wunder, dass im Tourismus Tausende Beschäftigte fehlen – unter den herrschenden Arbeitsbedingungen sei diese Arbeit für inländisches Personal nicht attraktiv genug. Vollzeitarbeit müsse ein gutes Leben ermöglichen – dies sei im Tourismus derzeit zumeist nicht der Fall. „Der vielbejammerte Fachkräftemangel existiert nicht. Wir haben vielmehr einen Ausbildungs- und Bezahlmangel in der Branche“, stellt der vida-Gewerkschafter fest: „Wenn nicht ausgebildet und fair bezahlt wird, kann es auch keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben.“

Für dich da! Gewerkschaft vida Fachbereich Straße Johann-Böhm-Platz 1
1020 Wien
+43 (0) 1 534 44 79 580 +43 (0) 1 534 44 102 510 strasse@vida.at
Über uns

Der Fachbereich Straße in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen aller BerufskraftfahrerInnen in Österreich. Beschäftigte in der Güterbeförderung, Spedition und Logistik gehören ebenso dazu wie AutobuslenkerInnen oder aber auch Mietwagen- und TaxifahrerInnen. Am „Arbeitsplatz Straße“ unterwegs zu sein, ist mit einer hohen Verantwortung verbunden. Damit die Beschäftigten ihre Arbeit unter guten und sicheren Bedingungen erbringen können, gestaltet vida aktiv mit. Wir machen uns vor allem für jene BerufskraftfahrerInnen stark, die mit schwerwiegenden arbeitsrechtlichen Problemen zu kämpfen haben. Fragwürdige Praktiken bei der Entlohnung ebenso wie teils nicht ordnungsgemäße Anmeldung zur Sozialversicherung oder dubiose Scheinselbständigkeit sind die Hauptthemen unserer Arbeit. Nationale und internationale Vernetzung, Lobbying und kompetente Grundlagenarbeit zählen zu unseren täglichen Aufgaben.

Fachbereichsvorsitzender: Anton Kos
Fachbereichssekretär: Karl Delfs